Die mittelalterlichen Helmstedter Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil II: Cod. Guelf. 277 bis 370 Helmst. Mit einem Anhang: Die mittelalterlichen Handschriften und Fragmente der Ehemaligen Universitätsbibliothek Helmstedt, beschrieben von Bertram Lesser (im Erscheinen).
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Programms Erschließung und Digitalisierung handschriftlicher und gedruckter Überlieferung (Vorläufige Beschreibung)

Helmstedt, Ehemalige Universitätsbibliothek, Pgt. Frgm. 38

Plenarlektionar

Pergament — 1 Doppelbl. — 22,5 × 34,5 cm — Norddeutschland — um 1400

Das Doppelbl ist für die Verwendung als Umschlag gefaltet und an den Ecken schräg beschnitten. Die Außenseite ist deckend grün eingefärbt, so dass Bl. 1r und 2v selbst mit Hilfsmitteln nur noch bruchstückhaft und stellenweise lesbar sind. Am ehemaligen Buchrücken in der Mitte des Doppelbl. Knicke und Löcher mit Textverlust. Schriftraum: 21 × 16,5 cm, zweispaltig (jede Spalte 8 cm breit), noch 33 tintenliniierte Zeilen erhalten. Regelmäßige Textualis von einer Hand. Keinerlei Buchschmuck, Raum für Lombarden ausgespart.

Herkunft: Der Codex, aus dem das Fragment stammt, wurde um 1400 in Norddeutschland geschrieben; eine genauere Lokalisierung und Datierung ist anhand des erhaltenen Textmaterials nicht möglich. — Da nicht vermerkt ist, für welchen Band das Fragment als Einband verwendet wurde, kann sein Weg in die Universitätsbibliothek Helmstedt ebensowenig ermittelt werden wie der Zeitpunkt der Ablösung.

Schreibsprache mittelniederdeutsch.

1ra–2vb Plenarlektionar. Erkennbar ist folgende Passage: (Text setzt ein) … de enen doden doch vant he … — … ane vnde barmherticheit … (Text bricht ab). Der nicht näher identifizierbare Text beinhaltet die kürzeren oder längeren Auslegungen zahlreicher Evangelienstellen; da Rubriken fehlen, ist eine genauere Zuordnung nicht möglich.