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Beschreibung der Handschrift Lübeck, Stadtbibliothek, Ms. theol. lat. 2° 69
Die mittelalterlichen Handschriften der Stadtbibliothek Lübeck, beschrieben von Kerstin Schnabel (in Bearbeitung)
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Programms Digitalisierung und Erschließung handschriftlicher und gedruckter Überlieferung

Johannes Rigaldi

Papier — 196 Bl. — 31 × 22 cm — Norddeutschland — um 1425

Wasserzeichen: Ochsenkopf mit Augen und einkonturiger Stange mit Kreuz: WZIS DE5025-tl69_3 (identisch mit WZIS DE5925-PO-66629, 1423). Glocke ohne Beizeichen: WZIS DE5025-tl69_7 (Varianten von 1416–1424), WZIS DE5025-tl69_3 (identisch mit WZIS IT8355-PO-40987, 1423). Ochsenkopf mit Augen und einkonturiger Stange mit Kreuz: WZIS DE5025-tl69_10. Ochsenkopf mit Augen und einkonturiger Stange mit Blume: WZIS DE5025-tl69_20, WZIS DE5025-tl69_23, WZIS DE5025-tl69_40, WZIS DE5025-tl69_41, WZIS DE5025-tl69_126, WZIS DE5025-tl69_129, WZIS DE5025-tl69_158, WZIS DE5025-tl69_160. Ochsenkopf mit Augen: WZIS DE5025-tl69_192. Heilige/Heiliger mit Kreuz: WZIS DE5025-tl69_94, WZIS DE5025-tl69_104. Schwert ohne Beizeichen: WZIS DE5025-tl69_52, WZIS DE5025-tl69_67 (identisch mit WZIS DE6405-PO-123150, 1421), WZIS DE5025-tl69_74. Schwert mit Blume: WZIS DE5025-tl69_146, WZIS DE5025-tl69_181. Drei Kirschen ohne Beizeichen: WZIS DE5025-tl69_63 (Varianten von 1423/1424). Mohr mit Kopfbedeckung, Krone und Stirnband: WZIS DE5025-tl69_135. Traube, Stiel zweikonturig mit Ranke: WZIS DE5025-tl69_195. Lagen: VI–1+1 (12). 14 VI (180). VII–1 (195). V–9 (196). Zeitgenössische Lagenzählung 2–16 beginnend auf der zweiten Lage recto oben rechts. Bleistiftfoliieurng (20. Jh.) 1–196. Bl. 125 und 128 mit geringeren Maßen, 28 × 21,5 cm. Schriftraum: 22–23 × 14–15 cm. 38–42 Zeilen. Zwei Spalten, außer Bl. 194v und 195r mit einer Spalte. Von einer Hand in Bastarda geschrieben. Am Beginn der Bücher Initialen über sieben bis zehn Zeilen mit geteilten Buchstabenkörpern, teilweise mit Knospenfleuronné gefüllt. Bl. 104v P-Initiale mit Buchstabenschaft entlang der gesamten Schriftraumhöhe mit ineinandergreifendem schwarz-rot geteiltem Körper und Knospenfleuronné-Füllung des Binnenraumes. Am unteren Schaftende ein Gesicht mit langer Nase und spitzen Zähnen. Rote und grüne Lombarden über zwei bis vier Zeilen. Teilweise auch mit ein- oder zweifarbig geteilten Buchstabenkörpern. Rote Paragraphenzeichen, Unterstreichungen und Rubriken. Am Anfang sind letztere auch grün.

Spätgotischer Holzdeckeleinband mit rotem Lederüberzug, abgerieben und zerkratzt. Auf dem VD das Supralibros der Stadtbibliothek aus dem 17. Jh. (Schwert und Rad). Papierschild der Größe 3,3 × 5 cm, Aufschrift 16886 (brauner Buntstift), durchgestrichen und ersetzt durch 22937 (Bleistift). Auf dem HD oben mittig zwei Löcher von einer Kettenbefestigung. Ehemals zwei Langriemenschließen mit Dornlager, erhalten sind nur noch die rhombenförmigen Lager mit einer Fläche von 1,1 × 1,7 cm und die Gegenbleche. Bündiger Abschluss von Buchblock und Deckeln. Vier Doppelbünde, oben und unten einfache Kapitalbünde. Im oberen Zwischenbundfeld ein Rückenschild aus Papier (20. Jh.) der Größe 2 × 3 cm mit der Aufschrift Ms. theol. lat. 69. Im zweiten Zwischenbundfeld die Aufschrift mit schwarzer Tinte auf dem Leder Ff 2.26.

Fragment: I. Urkunde. Diözese Verden. Um 1420. Pergament. 1 Bl. 31 × 2,5 cm. Rechter Teil einer Urkunde. Schriftraum: 21 × 17 cm. 24 Zeilen. Von einer Hand geschrieben. HS Urkunde. Der Diakon des Doms zu Verden und Archidiakon in Modestorp setzt Heinrich von Herbergen, Kleriker der Diözese Bremen, als Vikar am Heiligkreuzaltar in der Kirche zu Versen in der Diözese Verden ein. Vgl. RG IV 4600.

Herkunft: Die Handschrift entstand nach der Wasserzeichendatierung um 1425. — Sie gehörte zum Buchbesitz von St. Marien, das entsprechende Besitzkennzeichen auf dem Kopfsteg von Fol. 1r. Dort auch die Altsignaturen Ff 2.26 und S, dazu der Titel Summula sac[r]orum theologicarum. — Von dort kam sie zur Zeit der Gründung um 1620 in die Stadtbibliothek. Im Katalog des Johannes Kirchmann, Zugangsbuch der Stadtbibliothek Lübeck bis 1641 (Ms. Lub. 2° 682), 34r Nr. 188, unter der Signatur S und dem Titel Summula theologicae lib. VII. Zusammen mit anderen Handschriften der Stadtbibliothek wurde sie 1944 kriegsbedingt in ein Salzbergwerk bei Bernburg/Saale ausgelagert und nach Kriegsende in die UdSSR transportiert. Das Signaturschild auf dem VD deutet auf die Verwahrung im Russischen Staatlichen Archiv Alter Akten in Moskau. Seit 1990 ist die Handschrift zurück in Lübeck. Eine weitere Altsignatur auf dem VS 85. Stempel der Stadtbibliothek auf Fol. 1r.

Weber Catalogus, 149–151. — Schweitzer Bestände, 272. — Fligge/Mielke/Schweitzer, 219. — Handschriftencensus 17581. — Digitalisat: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:48-1-3349129.

1ra–195r Johannes Rigaldi: Compendium theologiae pauperis. (1ra–2rb) Rubricae. Das erste Bl. fehlt, der Text setzt ein in Rubrica decima: … diffinitionem. Secundus ostendit quod spiritus sanctus datur cum suo dono … — … tercio ponitur effectus ex quibus et in quibus deus suam ostendit misericordiam. Expliciunt rubrice triginta septem primi libri in quibus continentur articuli numero centum septuaginta octo. (2rb–195r) Textus. Sequitur rubrica prima. Quod autem theoloyia [!] est scientia altissima una certissima et clarissima speculativa simul et practica et magis practica … — … propter consolationes visionis Christi uberiores ad quas nos perducat ipse Christus benedictus cuius remunerationem et firmacionem ex sua sola misericordia fiducialiter exspectemus. Amen. Et sic est finis istius summuale. Ohne Prolog. (25vb) Rubricae libri secundi. (27va) Liber secundus. Die Zählung der Rubriken springt von XIX auf XXX. (54vb) Rubricae libri tertii. (55rb) Liber tertius. (79vb) Rubricae libri quarti. (80ra) Liber quartus. (104va) Rubricae libri quinti. (105ra) Liber quintus. (153ra) Rubricae libri sexti. (153rb) Liber sextus. (180ra) Rubricae libri septimi. (180va) Liber septimus. (67r) Manicula. Druck: VD16 B 6572. Literatur: Stegmüller RS 484. Bloomfield 6409 (Hs. erwähnt). Mohan, 486. Verstreute lateinisch-mittelniederdeutsche Marginalien. (70v) Famelicus dicitur proprie Hungherch. (88r) Corruo vallen. (168v) Vigella proprie eyn veddele. Erwähnt bei Fligge/Mielke/Schweitzer, 219. – 195v–196v leer.


Beschreibung erstellt im Rahmen des Projektes Katalogisierung der mittelalterlichen Handschriften in der Stadtbibliothek Lübeck.
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