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Beschreibung der Handschrift Kiel, Universitätsbibliothek, Cod. ms. Bord. 108
Die Bordesholmer Handschriften der Universitätsbibliothek Kiel, beschrieben von Kerstin Schnabel. Wolfenbüttel 2020
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Programms Erschließung und Digitalisierung handschriftlicher und gedruckter Überlieferung

Vocabularius Ex quo

Papier — 242 Bl. — 29,5 × 21,5 cm — Itzehoe — 1419

Wasserzeichen: Fisch, gekrümmt, mit Zähnen: Piccard-Online 44395, Piccard-Online 44396 (beide 1415, ebenfalls in Cod. ms. Bord. 109, Teil II). Glocke, Schelle: Piccard-Online 160176, Piccard-Online 160177 (beide 1416). Katze/Leopard, nicht gepunktet: Piccard-Online 85190 (1417), zwei weitere Typen nicht nachweisbar. Waage, ohne Kreis, mit runder Waagschale: Piccard-Online 116367 (1417), WZIS DE3315-GMXXXVII.E.109._28 (1427–1433). Fabelwesen, Drache, ohne Beizeichen: WZIS DE3315-GMXXXVII.E.109._90 (1427–1433, ebenfalls in Cod. ms. Bord. 65 und 101). Hirsch, halbe Figur: nicht nachweisbar. Lagen: 17 VI (203)! 2 VII (231). V (241). Reklamanten, z. T. abgeschnitten. Pergamentstreifen als Falzverstärkung in der Lagenmitte. Zwei Bleistiftfoliierungen, die zweite setzt ein Bl. 17 nach einem Zählfehler der ersten. Zahlreiche Verbesserungen. Zählfehler: 161 doppelt. Schriftraum: 18 × 9–10 cm. 25–27 Zeilen. Bastarda von der Hand des Lambert Swarten. Rubriziert. Rote Lombarden über fünf bis neun Zeilen am Beginn jedes neuen Abschnitts.

Spätgotischer Holzdeckeleinband mit weißem Lederbezug. Auf dem VD Abdrücke und Reste von Signatur- und Titelschildern aus Papier. Am unteren Rand des VD vier Löcher von der Befestigung der entfernten Kettenöse sowie auf dem HD am oberen Rand, darüber ein Kantenbeschlag. Löcher von 2 x 5 Schonernägeln auf dem VD und HD. Drei Doppelbünde, an Kopf und Schwanz einfacher Kapitalbund. Zwei Langriemenschließen, Lager mit Dorn erneuert. Restauriert. Rückenleder erneuert, Fehlstellen im Leder ergänzt, vorderer Spiegel herausgelöst und in der Verpackung beigefügt. Vorsatz und Spiegel vorn und hinten erneuert, vorn zwei Rückenschilder mit Signaturen eingeklebt. Fehlstelle durch entfernte Lagen (Cod. ms. Bord. 106) überklebt. Eine Nadel, Fäden und Lederreste in der Verpackung des Codex beigefügt.

Pergamentfalz zwischen 78v–79r. Textualis. 14. Jh. Magister nomen appellativum … Donatus, Ars minor § 1.2.1.6.1.1. sowie Mal 3,1.

Herkunft: Die Handschrift wurde erstellt von einem Kleriker aus der Diözese Ratzeburg, Lambert Swarten. Sie entstand in Itzehoe im Auftrag des Bordesholmer Chorherrn Marquard Bud, der sich auch in den Bordesholmer Urkunden nachweisen lässt, siehe Schnabel, 36, 57, 238. Bei Ratjen, 108 fälschlich benannt als Marquard Brand. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass Marquard Brand für den Transfer der Handschrift nach Bordesholm verantwortlich ist. — Auf 1r ein Besitzeintrag von der Hand des Bordesholmer Chorherrn Marquard Bud: Liber sancte Marie virginis in Novomonasterio alias Bardesholm pro Marquardo Bud sacerdote ibidem. — Ehemals vereint mit Cod. ms. Bord. 106. Siehe zu den Einträgen in den diversen Katalogen dort.

Merzdorf, 64. — Steffenhagen Nr. LXXXVI. — Ratjen, 108f. — Salmen, 29, 74. — Krämer, 100. — Franck Aufgeschlagen, 56. — Schnabel, 57f., 291, 464–466, 601. — Handschriftencensus. Eine Bestandsaufnahme der handschriftlichen Überlieferung deutschsprachiger Texte des Mittelalters. Nr. 5144.

1r–240r Vocabularius Ex quo. (1r) Praefatio. Ex quo vocabularii scilicet Catholicon Huwicio et Brevilogus in magnis voluminibus sub longo stilo sunt collecti … (1r–240r) Textus. A id est sine prepositio. Ab van prepositio. Ab adera en sten … — … Zotica est virtus vitalis. Et sic est finis deo laus in secula seculorum anno domini millesimo quadringentesimo decimo nono indictione XII prima die mensis Maii [1.5.1419] hora IX vel quasi presens liber est completus in schola opido Ydzeho per Lambertum Zwarten clericum Razeburgensis dyocesis quem Marquardus Bud professus monasterii in Bardesholm scribi fecit. Orate deum ut sit eis propitius. Daneben eine unvollständige Transkription des Kolophons aus dem 19. Jh. Sprache "Nordniederdeutsch". Siehe Vocabularius Ex quo 1, 67, Sigle Ki1. Gehört zur Redaktion P, Textgruppe Z (ebd., 226). Mit neuformulierter Vorrede. Ebenfalls in Cod. ms. Bord. 109, 1r–154r. Zwei spätere Abschriften in Kopenhagen: Kopenhagen, KB, Thott 385 fol. und GKS 438 fol. (Borchling 2, 62). Edition: Vocabularius Ex quo Bde. 2–5. Literatur: Vocabularius Ex quo Bd. 1, 67, 226 (Hs. genannt, Sigle Ki1). K. Schiller, A. Lübben, Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bd. 5, Bremen 1880 (Hs. genannt, Sigle 1 voc. K). Rooth, 67 (Hs. genannt). W. Foerste, Wer kennt noch weitere mnd. Vokabularien? In: Korrespondenzblatt des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung 69 (1962), 43–45 (44 Hs. genannt). Grubmüller, 137–140, 312–315 (Hs. genannt). 2VL 10, 469–473. Franck Aufgeschlagen, 56. R. Peters, Lateinisch-mittelniederdeutsches Glossarienkorpus, in: Niederdeutsches Wort 32 (1992), 10. Borchling 2, 62, 145 (Hs. genannt). – 87v und 240v–241v leer.


Beschreibung erstellt im Rahmen des Projektes Katalogisierung der Bordesholmer Handschriften in der Universitätsbibliothek Kiel.
Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (copyright information)