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Beschreibung der Handschrift Kiel, Universitätsbibliothek, Cod. ms. Bord. 13b
Die Bordesholmer Handschriften der Universitätsbibliothek Kiel, beschrieben von Kerstin Schnabel. Wolfenbüttel 2020
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Programms Erschließung und Digitalisierung handschriftlicher und gedruckter Überlieferung
Handschriftentitel: Petrus Lombardus. Commentum in secundum librum sententiarum. Stella clericorum cum commento
Entstehungsort: Lübeck (?)
Entstehungszeit: um 1464
Katalognummer: Katalog von 1488, B xx
Beschreibstoff:
Umfang: I, 252 Bl.
Format: 28,8 × 21 cm
Seitennummerierung: Bleistiftfoliierung aus dem 19. Jh. mit Auslassung, ergänzt durch moderne Foliierung 1–251. Das Vorsatz mit römischer Zahl. Zählfehler durch ein übersprungenes Bl., jetzt mit a gekennzeichnet: 244a.
Lagenstruktur: VII+1 (I, 14). 7 VI (98). VII (112). 9 VI (220). 2 VI–1 (242). VI–2 (251)! Reklamanten ab der 14. Lage, ab der 15. Lagenzählung 2us–6tus.
Zustand: Beginnender Tintenfraß zwischen Bl. 170 und 180.
Seiteneinrichtung:
  • Bl. 1r–145v mit 20 × 11 cm. 20–30 Zeilen. Eine Spalte.
  • Bl. 145va–148rb mit 24 × 15 cm. 40–42 Zeilen. Zwei Spalten.
  • Bl. 149r–231r mit 21 × 13 cm. 40–45 Zeilen. Eine Spalte.
  • Bl. 232r–250r mit 23 × 15 cm. 52–55 Zeilen. Eine Spalte.
Hände: Von sechs Händen in Bastarda geschrieben.
  • Hand 1: 1r–38v,
  • Hand 2: 39r–148rb, ebenfalls in Cod. ms. Bord. 13a (Hand 1) und 13d (Hand 1),
  • Hand 3: 149r–231r. Diese Hand schrieb auch die Kommentare in Cod. ms. Bord. 13a, 13c und 13d.
  • Hand 4: 232r–250v,
  • Hand 5: Marginalkommentar 6r–9r, 16r–17r, 33r–v, 49r–145v sowie Ir–v. Ebenfalls in Cod. ms. Bord. 13a (Hand 4), 13c (Hand 4) und 13d (Hand 5).
  • Hand 6: Kurze Randbeschriftung in schwarzer und roter Tinte, auch in den erwähnten Bänden sowie in Cod. ms. Bord. 15a und 15b.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck: Rubriziert. Rote Lombarden über drei Zeilen. Senkrechte Trennstriche für Sinneinheiten. Seitentitel auf dem Kopfsteg über die Doppelseite reichend (verso L, recto II) in roter Tinte. Distinctionenzählung uneinheitlich am Rand, teilweise abgeschnitten, ab 121r in roter Tinte.
Einband: Spätgotischer Holzdeckeleinband mit rotem Lederbezug, stark zerkratzt, abgerieben. Streicheisenlinien. Einzelstempel der Werkstatt "Help got en Maria" (EBDB w0078212): Dreiblatt: EBDB s037784. Evangelistensymbol Johannes / Adler: EBDB s037786. Evangelistensymbol Lukas / Stier: EBDB s037785. Lilie, Mittelblatt rhombisch: EBDB s037788 und EBDB s037787. Rosette mit einem Blattkranz: EBDB s037790. Schrift, einzelne oder mehrere Wörter: EBDB s037791 und EBDB s037792. Zwei Tiere: EBDB s037794. Auf dem VD oben Reste eines Titelschildes aus Papier, 3 × 3,5 cm, Aufschrift M … v … . Abdruck eines Titelschildes sowie geringe Papierreste, 2,3 × 14 cm. Darunter Reste eines weiteren Papierschildes, 2 × 2 cm, teilweise von dem folgenden überklebt. Signaturschild aus dem frühen 17. Jh., 5 × 5,2 cm, Aufschrift unvollständig erhalten Superioris Classis / Scamni Secundi / Lateris Primi … Am oberen Rand des HD vier Löcher von der Befestigung der entfernten Kettenöse. Darüber ein zusätzlicher Kantenbeschlag. 2 x 4 Eck- und Kantenbeschläge. 2 x 5 Löcher mit einem Durchmesser von 0,3 cm sowie Abdrücke von Buckeln mit einem Durchmesser von 1,8 cm. Rot gefärbte, spitz zulaufende Lederstreifen als Blattweiser nach jeweils fünf Distinctionen auf 15, 32, 46, 59, 78, 98, 116, 133, 157, 169, 179, 187, 197, 205, 214, 222 . Vier Doppelbünde, an Kopf und Schwanz einfache Kapitalbünde. Zwei intakte Riemenschließen mit Fensterlager nordelbischen Typs mit Zierbohrungen und -kerben am Rand. Das Lager mittig mit Bohrungen in Dreipassform darunter eine textile Hinterlegung in blauer Farbe.
Zusatzmaterial: Fragmente: Teile des VS und HS, ehemals in Kapsel C der UB Kiel (ohne Signatur), seit 2018 unter der Signatur Cod. ms. Bord. 13b-Bei-1 und -Bei-2. 1. VS Pergament. 28,6 × 11,2–11,5 cm. Um 1200. Carolino-Gotica. Nachträge in Textualis. Oberer Teil eines Doppelblattes mit jeweils einer Spalte. Schriftraum: 9,5 × 10 cm (beschnitten). 10 Zeilen. Rote Lombarden. Gesangsteile in kleinerer Schrift abgesetzt, darüber linienlose adiastematische Neumen. Signaturschild mit Aufdruck Cod. MS. K. B. ohne Individualsignatur. Vermerk mit Bleistift 13b. Das Blatt war am unteren Rand von Papier überklebt wie es auf dem Einbandinnendeckel erhalten ist. Löcher der ersten und zweiten Bindung. Verso ein Stempel Kieler Universitätsbibliothek. Abdrücke vom umgeschlagenen Einbandleder. Anhaftungen von der Rückenhinterklebung. Aus einem Missale. VSra Missae in commemoratione BMV a purificatione usque ad pascha. Lectio Extollens quedam mulier vocem … [Lc 11,27] Off. CANTUS g01421. Secreta. Bruylants 2 Nr. 1144. VSrb In festo trinitatis. Lectio Fratres: O altitudo divitiarum … [Rm 11,33].Fratres: Gaudete perfecti … [II Cor 13,11].VSva Jo 16,4. Mt 11,25–30. VSvb Sir 24,16. Gr. CANTUS g01409. GrV. CANTUS g01409b. 2. HS Pergament. 28,7 × 12 cm. Aus demselben Codex wie der VS. Recto großflächige Überklebungen mit Papier, siehe den Innendeckel. Eine ca. 9 cm lange keilförmige Einkerbung; die Fehlstelle findet sich auf dem hinteren Innendeckel. Verso Signaturschild wie oben ohne Individualsignatur. Zwei Stempel wie oben. HSra In festo trinitatis. Off. CANTUS g01120. Secreta. Bruylants 2 Nr. 1039. Comm. CANTUS g01121.1. Coll. Bruylants 2 Nr. 879. HSrb Missae in commemoratione BMV a pascha usque ad pentecosten. Lectio Jo 19, 25–27. HSva In festo trinitatis. Intro. CANTUS g01116. Oratio Bruylants 2 Nr. 774. HSvb In festo trinitatis. Lectio Jo 16,4. 3. Auf den Einbandinnenseiten Schriftabklatsch. Teilweise überklebt mit Papier, senkrecht zur Hälfte abgerissen. Vorn beschrieben mit der Signatur, hinten mit Datumsstempel 28.2.39. 4. Fünf Rückenhinterklebungen aus Pergament auf den Innendeckeln. Oben und unten 4 bzw. 3,8 cm hoch, die drei mittigen Streifen mit einer Höhe von 4,5 cm. Auf dem Deckel eine Breite von ca. 3 cm, über den Rücken umlaufend auf den HS, dort ebenfalls ca. 3 cm verklebt. Für die Textbestimmung nicht ausreichend.
Entstehung der Handschrift: Zusammen mit Cod. ms. Bord. 13a, 13c und 13d wahrscheinlich um 1464 (vgl. die Datierung in Cod. ms. Bord. 13c) in Lübeck entstanden. Die Sentenzen und der Kommentar wurden zum Vortrag aufbereitet. Der Kommentar wurde in Bordesholm bearbeitet, siehe Cod. ms. Bord. 11.
Erwerb der Handschrift: Im Katalog von 1488 (Cod. ms. Bord. 1a) unter der Signatur B xx mit dem folgenden Titel aufgeführt: Secundus liber sententiarum cum commento. Im Verzeichnis von 1606 (Cod. ms. Bord. 2a) Secundus liber sententiarum cum commentario. Um das Jahr 1665 (Cod. ms. Bord. 1b) benannt mit II. liber sententiarum cum commento.
Inhalt:
  1. Ir–145v Petrus Lombardus: Sententiarum liber II. Creationem rerum insinuans scriptura deum esse creatorem initium temporis atque omnium visibilium … — … ut in malis nulli potestati obediamus.
      • (Ira–va) Notizen, verschmierte Zeilen, z. T. kopfständig, außerdem der Beginn eines Kommentars, der jedoch Iva abbricht, beginnt In primum tractatum est de deo secundum summam essentiam in absolute … – Ivb leer.
      • Der Marginalkommentar zunächst nur zu einzelnen Distinktionen. 6r–9r Dist. 2, 16r–17r Dist. 5, 33r–v Dist. 10. Dann durchgängig 49r–145v ab Dist. 15,10. Der Kommentar beginnt: Postquam magister determinavit de creatione universi in generali hic determinat de eius partibus in speciali …
    • (145va–148rb) Registrum. Omnis doctrina est de rebus vel signis … — … utrum passionis sanctorum deus velle. >Et sic est finis huius secundi<. Die Schlussrubrik durchgestrichen.
    Edition
    Literatur
    – 148v leer.
  2. 149r–231r Commentum in secundum librum sententiarum. >Creationem rerum insinuans scriptura deum esse etc.< Iste est liber secundus sententiarum qui sic continuatur ad precedentem postquam in primo liber tractatum est de deo essentialiter in se … — … creatori nostro sic servamus ut per eam salutem impetremus et in eterna felicitate cum ipso iugitur regnemus. Amen. >Et sic est finis secundi libri sententiarum<.
    Textgeschichte: Eine bearbeitete Fassung in Cod. ms. Bord. 11, 67ra–89rb.
    Literatur
    – 231v leer.
  3. 232r–250v Stella clericorum cum commento.
    • (232r–250v) Commentum.
      • Prologus. >Architector philosophye in de celo et mundo describens proprietates celi sic ayt<. Celum est impassibile corpus … Die Rubrik in Textualis.
      • Textus. Iste libellus qui stella clericorum intitulatur principali divisione dividitur in duo. Primo ponit prohemium … — … et videbitur deus deorum in Syon id est in celesti patria quam nobis prestare dignetur Ihesus Christus Marie filius qui in secula seculorum benedictus. Amen.
      Literatur zum Kommentar
    • (232r–250v) Textus. Quasi stella clericorum matutina in medio nebule [Sir 50,6] id est peccatorum. Proprietates huius stelle matutine possunt referri ad quemlibet doctorem fidei id est sacerdotem … — … qui vos ad tantam dignitatem elegit et gracias agite ei pro tantis beneficiis … Confiteamur nomini sancto tuo et gloriemur in laude tua in eternum. (248v–250v) Das letzte Kapitel abweichend vom Druck: Dominus transiens de mundo ad patrem … — … ergo ite periculosum est vobis stare periculosius est sedere peremptorium iacere ergo in bonis ambulate in domo domini.
      Mit Abweichungen gegenüber dem gedruckten Text, siehe unten.
      Textgeschichte: Vgl. auch Cod. ms. Bord. 43, 208ra–215rb und 233ra–247r, Cod. ms. Bord. 58E, 157ra–168va, und Cod. ms. Bord. 110, 197ra–201va.
      Druck
      • Stella clericorum edited from Wavreumont (Stavelot), Monastère St-Rémacle, MS. s.n., hrsg. von E. H. Reiter, Toronto 1997 (Toronto medieval latin texts 23), 17–47.
      • GW M43869–M43952.
      Literatur zum Text
    – 251r–v leer.
Bibliographie

Abgekürzt zitierte Literatur

Bloomfield M. W. Bloomfield, Incipits of Latin Works on the Virtues and Vices 1100–1500 A.D., Cambridge/Mass. 1979 (Publications of the Medieval Academy of America 88)
Bruylants D. P. Bruylants, Les oraisons du Missel Romain. Texte et histoire, Bd. 2: Orationum textus et usus juxta fontes, Louvain 1952, ND ebd. 1965 (Études liturgiques 1,2)
CANTUS CANTUS: A Database for Latin Ecclesiastical Chant. Indices of chants in selected manuscripts and early printed sources of the liturgical Office (http://cantus.uwaterloo.ca//)
EBDB Einbanddatenbank (http://www.hist-einband.de/, besonders die Sammlung Wolfenbüttel)
García y García Manuscritos A. García y García, Manuscritos de la "Stella clericorum", in: Scripta theologica 16 (1984), 395–404
GW Gesamtkatalog der Wiegendrucke, Bd. 1–, Leipzig 1925–1938, Stuttgart 1978–
Hamesse/Szyller Repertorium initiorum manuscriptorum Latinorum medii aevi, curante Jacqueline Hamesse, auxiliante Slawomir Szyller, 4 Bde, Louvain-La-Neuve 2007–2010 (Textes et études du Moyen-Age 42,1–4)
Krämer S. Krämer, Handschriftenerbe des deutschen Mittelalters, Bd. 1–3, München 1989–1990 (Mittelalterliche Bibliothekskataloge Deutschlands und der Schweiz, Ergänzungsband 1)
Merzdorf J. F. L. Th. Merzdorf, Bibliothekarische Unterhaltungen. Neue Sammlung, Oldenburg 1850
Mohan G. E. Mohan, Initia operum Franciscalium (XIII–XV s.), St. Bonaventure/NY. 1975–1978 (Franciscan Studies 35, 37, 38)
Petrus Lombardus Magistri Petri Lombardi Parisiensis Episcopi Sententiae in IV libris distinctae, Bd. 1–2, Editiones Collegii S. Bonaventurae ad Claras Aquas, Grottaferrata 31972–1981 (Spicilegium Bonaventurianum 4, 5)
PL Patrologiae cursus completus. Series Latina, Bd. 1–221, hrsg. von J. P. Migne, Paris 1844–1865
Ratjen H. Ratjen, Zur Geschichte der Kieler Universitätsbibliothek. Schriften der Universität zu Kiel 1862–1863, Kiel 1862–1863 (Programm zum Geburtstage Frederiks VII.)
Steffenhagen E. Steffenhagen, Die Klosterbibliothek zu Bordesholm und die Gottorfer Bibliothek. Zwei bibliographische Untersuchungen, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holstein-Lauenburgische Geschichte 13 (1883), 66–142
Stegmüller RS F. Stegmüller, Repertorium commentariorum in Sententias Petri Lombardi, Bd. 1–2, Würzburg 1947
WZIS Wasserzeichen-Informationssystem. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart (http://www.wasserzeichen-online.de/wzis/index.php)

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