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Beschreibung der Handschrift Kiel, Universitätsbibliothek, Cod. ms. Bord. 13d
Die Bordesholmer Handschriften der Universitätsbibliothek Kiel, beschrieben von Kerstin Schnabel. Wolfenbüttel 2020
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Programms Erschließung und Digitalisierung handschriftlicher und gedruckter Überlieferung
Handschriftentitel: Petrus Lombardus. Commentum in quartum librum sententiarum
Entstehungsort: Lübeck (?)
Entstehungszeit: um 1464
Katalognummer: Katalog von 1488, B xxii
Beschreibstoff:
Umfang: 328 Bl.
Format: 29 × 21 cm
Seitennummerierung: Bleistiftfoliierung aus dem 19. Jh. mit Auslassung, ergänzt durch moderne Foliierung 1–323. Zählfehler durch übersprungene Bl., jetzt mit Buchstaben gekennzeichnet: 112a, 112b, 248a, 256a, 267a, 295a. In der Zählung wurde die 50 ausgelassen.
Lagenstruktur: 15 VI (179)! VI–7 (184). 11 VI (312). VI–1 (323). Bogenzählung jeweils recto auf den ersten sechs Bl. einer Lage unten rechts, Kombination aus Buchstabe und Zahl a1–a6. Deutlich sichtbar bis o1–o6 sowie auf den letzten beiden Lagen.
Seiteneinrichtung:
  • Bl. 1r–184r mit 18–19 × 12 cm. 23–27 Zeilen.
  • Bl. 185r–322r mit 22 × 14 cm. 40–45 Zeilen.
Hände: Von sechs Händen in Bastarda geschrieben.
  • Hand 1: 1r–97v, ebenfalls in Cod. ms. Bord. 13a (Hand 1), 13b (Hand 2),
  • Hand 2: 98r–184r,
  • Hand 3: 185r–300v. Diese Hand schrieb auch die Kommentare in Cod. ms. Bord. 13a, 13b und 13c.
  • Hand 4: 301r–322r,
  • Hand 5: Marginalkommentar 1r–24v. Diese Hand auch in Cod. ms. Bord. 13a (Hand 4), 13b (Hand 5) und 13c (Hand 4).
  • Hand 6: Kurze Randbeschriftungen in schwarzer und roter Tinte. Auch in den zuvor erwähnten Bänden vorkommendn sowie in Cod. ms. Bord. 15a und 15b.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck: Rote Lombarden über zwei bis drei Zeilen. Auf den Bl. 1r, 24v, 25r und 26r Buchstaben mit Schaftaussparungen und ineinandergreifenden Farbflächen, Fleuronné in Blau. Überschriften mit roter Tinte. Am Anfang Distinktionen und Kapitelnummerierung am Rand in roter Tinte.
Einband: Spätgotischer Holzdeckeleinband mit rotem Lederbezug, vorn stark abgerieben, zerkratzt, mit Fehlstelle im Leder. Streicheisenlinien. Einzelstempel der Werkstatt "Help got en Maria" (EBDB w0078212): Dreiblatt: EBDB s037784. Evangelistensymbol Johannes / Adler: EBDB s037786. Evangelistensymbol Lukas / Stier: EBDB s037785. Lilie, Mittelblatt rhombisch: EBDB s037788 und EBDB s037787. Rosette mit einem Blattkranz: EBDB s037790. Schrift, einzelne oder mehrere Wörter: EBDB s037791 und EBDB s037792. Schwan: EBDB s037793. Auf dem VD oben Abdruck eines Signaturschildes, ca. 1,4 × 4,3 cm. Darunter ein teilweise erhaltenes Titelschild aus Papier, 2,5 × 14,5 cm. Darunter der Abdruck und geringe Papierreste eines weiteren Schildes, 2 × 2,5 cm. Signaturschild aus dem frühen 17. Jh., 4,9 × 5,2 cm, Aufschrift Superioris Classis / Scamni Secundi / Lateris Primi / Liber XVI. Am oberen Rand des HD vier Löcher von der Befestigung der entfernten Kettenöse. Darüber ein zusätzlicher Kantenbeschlag. 2 x 4 Eck- und Kantenbeschläge. 2 x 5 Löcher mit einem Durchmesser von 0,3 cm sowie Abdrücke von Buckeln mit einem Durchmesser von ca. 1,5 cm. Rot gefärbte, spitz zulaufende Lederstreifen als Blattweiser nach jeweils fünf Distinctiones auf 16, 28, 47, 78, 101, 116, 132, 145, 162, 179, 202, 219, 246, 258, 269, 288, 287, 297, 314. Vier Doppelbünde, an Kopf und Schwanz einfache Kapitalbünde. Zwei Fensterlager nordelbischen Typs mit halboffenen Zierbohrungen sowie Zierkerben am Rand. Bohrungen mittig in Dreipassform darunter eine textile Hinterlegung in blauer Farbe. Schließenriemen und -haken verloren, geringe Riemenreste und Gegenbleche mit vier randständigen, z. T. offenen Löchern vorhanden.
Zusatzmaterial: Fragmente: Teile des VS und HS, ehemals in Kapsel C der UB Kiel (ohne Signatur), seit 2018 unter den Signaturen Cod. ms. Bord. 13d-Bei-1 und -Bei-2. 1. VS Pergament. 29 × 11,5 cm, mit einem Umschlag von ca. 2,5 cm. Frühes 13. Jh.Textualis. Oberer Teil eines Doppelblattes mit jeweils einer Spalte. Schriftraum: 7,5 × 10 cm (beschnitten). 12 Zeilen. Rote Satzmajuskeln. Recto wurde das Pergament von Papier überklebt. Vermerk mit Bleistift 13d. Verso ein Signaturschild aus Papier Cod. MS. K. B. ohne Individualsignatur. Auf dem Umschlag ein Stempel Kieler Universitätsbibliothek. Abdrücke vom Holz und dem umgeschlagenen Einbandleder. VSr Abgeschnittene Zeilen der Verse auf dem verbliebenen Teil des VS, siehe Nr. 3. VSva Mt 5,11–12. Deshusses Nr. 3260 und 3261. VSvb Ordo ad faciendam aquam benedictam. Exorcizo te creatura aque in nomine patris omnipotentis et in nomine Ihesu Christi … Druck: Lippe Missale Romanum 1, XXV. Franz Benediktionen 1, 170f. 2. HS Pergament. 29 × 9,5–10 cm mit einem Umschlag von ca. 2,5 cm. Aus demselben Codex wie der VS. Löcher von den Stiften der Kettenbefestigung. Recto großflächige Überklebung mit Papier. Vermerk mit Bleistift 13d. Teil eines nachgezeichneten Wasserzeichens (Ochsenkopf). 15. Jh. Bastarda. De indulgentiis ibidem … Der Rest abgeschnitten. Verso Signaturschild wie oben. Zwei Stempel wie oben. Abdrücke von Holz und Leder. HSva nur einige Buchstaben erkennbar. HSvb Fortsetzung des Ordo ad faciendam aquam benedictam. Oratio. Deus qui ad salutem … Lippe Missale Romanum 1, XXVI. VS und HS mit Schriftabklatsch von den entfernten Teilen der Spiegelblätter, quer zur Leserichtung und seitenverkehrt auf dem Innendeckel. 3. Vorderer und hinterer Innendeckel sind zur Hälfte mit Spiegelblättern aus Papier beklebt, deren zweite Hälften abgerissen wurden. VS mit unvollständig erhaltenen Versen: Qui mihi dicit ave mox a me tollitur … Semper sit sine ve qui mihi dixit ave. Sicut pernecca[sic] dependet ab arbore … Vgl. Vokabulare 1, 317. 4. Hinterer Innendeckel mit Notizen beschrieben von der Hand des Marginalkommentators und des Rubrikators. Ein mit Tinte nachgezogenes Wasserzeichen (Ochsenkopf) zur Hälfte erhalten. Quer zur Leserichtung auf einem separaten Papierstreifen: Item eyne vruwe was en damlr [?] dat … Der Text bricht ab. Datumsstempel 28.2.39 5. Fünf Rückenhinterklebungen aus Pergament. 4,5–5 cm hoch, auf dem Deckel eine Breite von ca. 3 cm, über den Rücken umlaufend auf den HS, dort ebenfalls ca. 3 cm verklebt. Mit Schriftabklatsch des verlorenen Spiegelblattes (wie oben) sowie mit ursprünglichem Text (nicht ausreichend für die Bestimmung). VS Mt 5,3–4. HS nicht ausreichend für die Textbestimmung.
Entstehung der Handschrift: Zusammen mit Cod. ms. Bord. 13a, 13b und 13c wahrscheinlich um 1464 (vgl. die Datierung in Cod. ms. Bord. 13c) in Lübeck entstanden. Der Kommentar wurde in Bordesholm bearbeitet, siehe Cod. ms. Bord. 11.
Erwerb der Handschrift: Im Katalog von 1488 (Cod. ms. Bord. 1a) unter der Signatur B xxii mit dem folgenden Titel aufgeführt: Quartus sententiarum cum commento. Im Verzeichnis von 1606 (Cod. ms. Bord. 2a) Quartus liber sententiarum cum commentario. Um das Jahr 1665 (Cod. ms. Bord. 1b) benannt mit IV. liber sententiarum cum commentario.
Inhalt:
  1. 1r–184r Petrus Lombardus: Sententiarum liber IV. >Incipit liber quartus sententiarum. Distinctio I quarti libri. Capitulum primum<. Samaritanus wulnerato enim appropians … — … per media ad pedes usque via duce pervenit. >Et sic est finis pro quo deus etc. Explicit quartus sententiarum magistri Petri<.
    Edition
    Literatur
    – 184v leer.
  2. 185r–322r Commentum in quartum librum sententiarum. >Samaritanus enim vulnerato appropians cura etc.< Iste est liber quartus sententiarum qui sic ad precedentes continuatur. Postquam primo libro tractatum est de deo essentialiter in se … — … que consistit in dei beatifica visione et fruitiva dilectione quam nobis omnibus post hanc vitam miseram misericorditer tribuat dominus noster Ihesus Christus dei et hominis filius nunc et in eternum laudabilis et gloriosus. Amen.
    Textgeschichte: Der Text diente als Vorlage für Cod. ms. Bord. 11, 115ra–184ra.
    Literatur
    – 322v–323v leer.
Bibliographie

Abgekürzt zitierte Literatur

Deshusses J. Deshusses, Le sacramentaire Grégorien. Ses principales formes d'après les plus anciens manuscrits, 3 Bde., Fribourg 1971–1982 (Spicilegium Friburgense 16, 24, 28)
EBDB Einbanddatenbank (http://www.hist-einband.de/, besonders die Sammlung Wolfenbüttel)
Franz Benediktionen A. Franz, Die kirchlichen Benediktionen im Mittelalter, Bd. 1–2, Freiburg/Br. 1909, Nachdruck Graz 1960
Franz Benediktionen A. Franz, Die kirchlichen Benediktionen im Mittelalter, Bd. 1–2, Freiburg/Br. 1909, Nachdruck Graz 1960
Krämer S. Krämer, Handschriftenerbe des deutschen Mittelalters, Bd. 1–3, München 1989–1990 (Mittelalterliche Bibliothekskataloge Deutschlands und der Schweiz, Ergänzungsband 1)
Lippe Missale Romanum Missale Romanum Mediolani 1474, hrsg. von R. Lippe, 2 Bde., Nachdruck der Ausg. 1899 und 1907, Woodbridge 2010 (Henry Bradshaw Society 17 und 33)
Merzdorf J. F. L. Th. Merzdorf, Bibliothekarische Unterhaltungen. Neue Sammlung, Oldenburg 1850
Petrus Lombardus Magistri Petri Lombardi Parisiensis Episcopi Sententiae in IV libris distinctae, Bd. 1–2, Editiones Collegii S. Bonaventurae ad Claras Aquas, Grottaferrata 31972–1981 (Spicilegium Bonaventurianum 4, 5)
PL Patrologiae cursus completus. Series Latina, Bd. 1–221, hrsg. von J. P. Migne, Paris 1844–1865
Ratjen H. Ratjen, Zur Geschichte der Kieler Universitätsbibliothek. Schriften der Universität zu Kiel 1862–1863, Kiel 1862–1863 (Programm zum Geburtstage Frederiks VII.)
Steffenhagen E. Steffenhagen, Die Klosterbibliothek zu Bordesholm und die Gottorfer Bibliothek. Zwei bibliographische Untersuchungen, in: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holstein-Lauenburgische Geschichte 13 (1883), 66–142
Stegmüller RS F. Stegmüller, Repertorium commentariorum in Sententias Petri Lombardi, Bd. 1–2, Würzburg 1947
WZIS Wasserzeichen-Informationssystem. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart (http://www.wasserzeichen-online.de/wzis/index.php)

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