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Beschreibung von Cod. Guelf. 1006 Helmst.
geplant: Die mittelalterlichen Helmstedter Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil 5: Cod. Guelf. 931 bis 1160 Helmst., beschrieben von Bertram Lesser.
Handschriftentitel: Kanonistische Sammelhandschrift
Entstehungsort: Avignon
Entstehungszeit: 1380–1390
Beschreibstoff:
  • Papier
  • Wasserzeichen: Buchstabe A in Unzialform, zwischen zwei Bindedrähten (zwei Typen, nicht nachweisbar).
Umfang: 59 Bl.
Format: 19,5 × 13,5 cm
Seitennummerierung: Bleistiftfoliierung modern: 159.
Lagenstruktur: IV+1 (9). VIII (25). IV (33). IV–7 (34). VII+1 (49). IV+2 (59).
Zustand: Im gesamten Codex Schwemmränder eines schweren Wasserschadens, z. T. mit Blatt- und Textverlusten. Die vermutlich bei der Restaurierung und Neubindung hergestellte gegenwärtige Lagenstruktur entspricht nicht der ursprünglichen, die vermutlich aus regelmäßigen Quaternionen bestand. Das jetzt an die dritte Lage geheftete Bl. 34 ist das Überbleibsel eines fast vollständig verlorenen Quaternios.
Seiteneinrichtung: 13,5–14 × 9–11 cm, einspaltig, je nach Hand 23–33 Zeilen.
Hände: Jüngere gotische Kursive (mit einer Ausnahme) von mindestens 10 Händen,
  • Hand 1: 1r–v, 2v–5r, 7v–9r, 10r–12v, 32r–39r, 40r–v, 42r–49r, 50r–56r ;
  • Hand 2: 5v–7v;
  • Hand 3: 12v–13r;
  • Hand 4 (Guilelmus de Sesana?): 13v–20r;
  • Hand 5: 20r–32r;
  • Hand 6: 41r–v;
  • Hand 7: 56v–57r;
  • Hand 8: 58v;
  • Hand 9: 59r;
  • Hand 10: Nachtrag 59v in älterer insularer gotischer Kursive (Anglicana).
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
  • Keinerlei Rubrizierung.
  • 14r federgezeichnete Initiale P in Unzialform über vier Zeilen in Tintenfarbe, der Buchstabenkörper mit weißen Schaftaussparungen (gewellt und im Kopfstempelschnitt), im Binnenfeld rektilineares schleierartig parallel angeordnetes Fadenwerk mit Perlenbesatz. Gleichartig gestaltete Initialen bzw. Satzmajuskeln, allerdings sämtlich ohne Fleuronnée, am Beginn einiger Einzeltexte des Prozessberichts (18v, 23v, 25r, 26v, 27v ). 35r Satzmajuskel S in Umrisszeichnung mit konturbegleitendem Besatz aus großen gekernten Perlen. Die unterschiedliche Gestaltung der Initialen zeigt, dass sie wohl ausnahmslos von den Schreibern selbst angefertigt worden sind.
Einband:
  • Schlichter Koperteinband des 14. Jh., Umschlag und Verschluss abgetrennt, die originale Befestigung der Lagen ist nach Restaurierung nicht mehr erkennbar.
  • Da Buchblock und Einband starke Wasserschäden aufwiesen, ließ der kommissarische Direktor der Wolfenbütteler Landesbibliothek, Heinrich Schneider, die Hs. durch den Braunschweiger Buchbinder Alfred Stein zwischen dem 26.10.1925 und dem 15.3.1926 restaurieren und mit einem neuen Pergamentumschlag versehen der über den originalen EInband gelegt und ohne weitere Verstärkung direkt durch den Rücken geheftet wurde; zusätzlich erhielt die Hs. einen Schuber. Vgl. dazu die Notiz Schneiders auf dem HS: Im November 1925 durch den Buchbindermeister Alfred Stein in Braunschweig ausgebessert und neu gebunden. Schneider 17.3.1926, sowie den entsprechenden Schriftverkehr in der Akte BA IV, 195 E III. Gleichartig restauriert und gebunden wurde vorher der ebenfalls aus Schottland stammende Cod. Guelf. 411 Helmst.
Entstehung der Handschrift: Der Codex wurde von mehreren professionellen Schreibern im letzten Viertel des 14. Jh. geschrieben; die Wasserzeichen der verwendeten Papiere und inhaltliche Kriterien wie die Datierung der Notariatsinstrumente und der im Gebetsnachtrag genannten Personen erlauben eine Eingrenzung der Entstehungszeit auf das Jahrzehnt zwischen 1380 und 1390. Inhalt und Anlage der Hs. lassen darauf schließen, dass sie an der päpstlichen Kurie in Avignon hergestellt wurde, zweifellos für einen schottischen Interessenten. Ob es sich dabei bereits um den bislang nicht näher identifizierbaren John Ker handelte, der auf dem VS als Besitzer genannt ist: Iste papirus est Johannis Ker, kann nicht mehr entschieden werden. Zwei weitere, aufgrund des Wasserschadens nur noch fragmentarisch erhaltene Besitzvermerke darunter Iste liber pertinet qui[sic] Thome [?] bzw. 9r: Iste liber est … Iste liber pertinet Thome Kynkerd [?] … . Der nicht mehr eindeutig lesbare Namensträger ist ebensowenig zu ermitteln wie seine Stellung in der Provenienzkette des Codex.
Provenienz der Handschrift:
  • John Ker verkaufte den Band vor 1421 an Bischof Gilbert Greenlaw von Aberdeen; vgl. 57v den Kaufvermerk: Iste liber est Gilberti episcopi Aberdonensis emptus per ipsum a Johanne de Ker. Gilbert Greenlaw (1354–1421) amtierte 1389–1421 als Bischof von Aberdeen und beanspruchte außerdem 1402–1403 die Anwartschaft auf das Erzbistum St. Andrews; vgl. zu ihm Eubel 1, 63; J. Dowden, The Bishops of Scotland. Being notes on the lives of all the bishops, under each of the sees, prior to the reformation, Glasgow 1912, 30 und 118–120; Fasti Ecclesiae Scoticanae Medii Aevi ad annum 1638, Revised edition, edited by D. E. R. Watt and A. L. Murray, Edinburgh 2003 (Scottish Record Society, N.S. 25), 3 und 382. —
  • Der Codex gelangte schließlich zu einem unbekannten Zeitpunkt in das schottische Benediktinerkloster Arbroath Abbey; 57v entsprechende Besitzvermerke: Iste est liber sancte[sic] martiris de communi almariolo[sic], darunter: Iste est liber sancte[sic] Thome martiris de Abyrbrothote de communi almariolo[sic]. Zum Konvent vgl.
    • D. E. Easson, Medieval religious houses: Scotland. With an appendix on the houses in the Isle of Man, London u.a. 1957, 58;
    • The heads of religious houses in Scotland from twelfth to sixteenth centuries, ed. by D. E. R. Watt and N. F. Shead, Edinburgh 2001, 3–10.
  • Zusammen mit dem ebenfalls aus Arbroath Abbey stammenden Cod. Guelf. 499 Helmst. von Marcus Wagner im Jahre 1553 auf einer Schottlandreise für Matthias Flacius Illyricus erworben (Hartmann, 64f., 110f.). Der von der gleichen Hand wie in den meisten Codices Flaciani geschriebene Inhaltsvermerk auf Bl. 1r: Processus contra Johannem Gudulchi & Franciscum de Archita hæreticos tempore In[no]cen[tii] VI[I papæ] stammt von einem bislang nicht näher identifizierbaren Mitarbeiter oder Sekretär der Centuriatoren, jedoch nicht, wie bislang vielfach angenommen, von Matthias Flacius selbst. Die gemeinsame Erwerbung der beiden Codices durch Wagner in Arbroath Abbey falsifiziert die von Heinemann Nr. 1108 und danach von Burdach Briefwechsel, Bd. 2 (s. unten), 294, rekonstruierte Provenienzkette der Hs.
Erwerb der Handschrift: Diese kaufte Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Lüneburg mit der übrigen Bibliothek des Matthias Flacius am 20.4.1597. 1614im Gesamtkatalog des Liborius Otho (Cod. Guelf. A Extrav., p. 306 [301]) unter Nr. A.a 19 der Papalia miscellanea als Processus contra Johannem Gudulchi et Franciscum de Archita hæreticos tempore Innocentii septimi papæ aufgeführt. 1618 aus Wolfenbüttel nach Helmstedt überführt. 1644 im Handschriftenkatalog der Universitätsbibliothek (Cod. Guelf. 27.2 Aug. 2°, 17r) unter den Theologici MSSti in quarto als Processus contra Johannem de Gudulchi de Castellione et Franciscum de Archita Hæreticos per Guilielmum Epicopum Tusculanum cardinalem beschrieben, im Handschriftenverzeichnis von 1797 (BA III, 52) unter Nr. 659 aufgeführt.
Inhalt:
  1. 1r–v Anselmus Cantuariensis: Oratio VIII ad sanctum Johannem Baptistam (ultima pars tantum). (Text setzt ein) … me video horror est intolerabilis si non video, mors est inevitabilis malum hinc nimis peius inde nimis malum undique … — … tu valde potens apud ipsum. Tu summe bonus deus et tu valde bonus amicus eius qui est in eternum misericors et benedictus Amen.
    Druck
    Literatur
  2. 1v Suffragium ad sanctum Johannem Baptistam. >Ad beatum Johannem Baptistam<. Beatissime precursor et martyr domini nostri Ihesu Christi Johannes Baptista sanctissime qui meruisti salvatorem mundi tuis sanctis manibus in Jordanis flumine baptizare … — … et militare illi cui est laus virtus et gloria et imperium per infinita secula seculorum Amen. Dem Gebet vorangestellt sind die Antiphon: Puer qui natus est nobis plus quam propheta est hic est de quo salvator ait inter natos mulierum non surrexit maior Johanne Baptista (CAO 4412) und der Versikel: Fuit homo missus a deo cui nomen erat Johannes (CAO 8075).
    Textgeschichte: Mit identischem Initium, jedoch ohne Antiphon und Versikel u. a. in München, UB, 8° Cod. ms. 192, 54v; 8° Cod. ms. 214, 37r (München UB 4, 134 und 146).
  3. 2r–5r Ps.-Bernardus Claraevallensis: Epistula de cura rei familiaris. > Epistola sancti Bernhardi ad quendam militem de cura et modo rei familiaris utilius gubernande et qualiter paterfamilias se debet habere<. Gracioso et felicissimo militi domino Raymundo domino castri Ambrosii Bernhardus in senium deductus salutem. Doceri petis a nobis de cura et modo rei familiaris utilius gubernande et qualiter paterfamilias debet habere … — … doloris calicem quem optavit. Ad quem perducat eam sua dampnabilis senectus fiat fiat Amen. 2r wurde von Schreiberhand der Beginn der Rubrik ausgeführt, dann jedoch abgebrochen und gestrichen. Wie in den meisten unten genannten Hss. ist der Text durch Rubriken gegliedert.
    Textgeschichte: Auch in Cod. Guelf. 185 Helmst., 229r–v; 708 Helmst., 139v–141v; 715 Helmst., 215va–216va; 784 Helmst., 165r–167r; 840.1 Helmst., 32va–34va; 1197 Helmst., 91v–93v; 75.3 Aug. 2°, 83r–v; 23.28 Aug. 4°, 201v–203v; 24.5 Aug. 4°, 112r–114v; 91 Gud. lat., 147ra–148rb; 230 Gud. lat., 62v–64r. Niederdeutsche Übersetzungen in Cod. Guelf. 78.4 Aug. 2°, 169ra–172ra; 79.1 Aug. 2°, 411v–413v; 24.5 Aug. 4°, 114v–118r.
    Drucke
    • GW 39603981;
    • PL 182, 647A–651A Nr. CDLVI;
    • C. D. M. Cossar, The German Translation of the Pseudo-Bernhardine Epistola de cura rei familiaris (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 166), Stuttgart 1975, 97–102.
    Literatur
    • Janauschek, VI (unzutreffende Zuschreibung an Bernardus Silvestris);
    • Glorieux Pour revaloriser Migne, 70.
  4. 5v–9r Bonaguida Aretinus: Tractatus de dispensationibus et privilegiis (partim). Attendens ego Bonaguida de Arecio licet insufficiens canonici iuris professor quod de canonibus in quibus possunt episcopi dispensare cotidie dubitatur et necessarie queritur … — … Solus papa dispensat cum eo qui in contemptum clavium prophanat divina de cle[rico]ex[communicato] capitulo 'Latores' [X 5.27.4] et capitulo 'Clerici' [X 5.27.3] et ibi non expresse in glossa … (Text bricht ab). Die Abschrift endet mit § 74 des Drucks; weshalb der Schluss nicht kopiert wurde, ist nicht mehr feststellbar.
    Druck
    • Tractatus Universi Iuris Duce & Auspice Gregorio XIII. Pontifice Maximo in unum congesti…, Vol. XIV: De censuris ecclesiasticis, Venedig 1584, 173va–174vb, hier bis 174va § 74.
    Literatur
    Unter dem Text von späterer Hand weitgehend unleserlicher Besitzvermerk (s. oben).
  5. 9v–32r Processus contra Johannem Gudulchi de Castellione et Franciscum de Arquata haereticos fratres OFM.
    • (9v) Initium instrumenti notarii publici. Incipit processus factus tempore Innocencii pape VIImi[sic] contra fratres Johannem Gudulchi de Castellione et Franciscum de Archata hereticos factos per reverendissimum … (Text bricht ab.) Darunter: In nomine Domini Amen. Per hoc presens publicum instrumentum universis et singulis pateat evidenter, quod anno eiusdem Mo CCCo LXXXo primo indictione VIIIa die Iovis primo die mensis Maii pontificatus ser[enissimi] in Christo patris ac domini domini Clementis divina providencia pape VII anno secundo … (Text bricht ab.) Die hier folgende Abschrift der Prozessakten ist demnach einem in Avignon unter dem Pontifikat Clemens VII. ausgestellten Notariatsinstrument entnommen. Die Datierung ist fehlerhaft, da der angegebene Wochentag, die Indiktion und das Pontifikatsjahr nicht zum explizit genannten Datum (1.5.1381) passen.
    • (10r–32r) Textus. >Processus factus tempore Innocencii pape VIti. Incipit processus contra fratres Iohannem Gudulchi de Castellione et Franciscum de Archata hereticos factus per reverendissimum in Christo patrem et dominum dominum Guilelmum episcopum Tusculanum sancte Romane ecclesie cardinalem<. In nomine domini nostri Iesu Christi Amen. Anno nativitatis eiusdem Mo CCCo LIIIIto indictione VIIa die veneris secunda die mensis Madii … reverendissimus in Christo pater et dominus dominus Guilelmus dei gracia episcopus Tusculanus sancte Romane ecclesie cardinalis commissariusque unicus ad infrascripta per memoratum dominum nostrum papam specialiter deputatus precepit nobis … — … ab istis et aliis hereticis ut destructis erroribus universis libere perveniamus ad vitam beatam quam nobis concedat etc. Amen. Die gesamte Prozessmaterie besteht aus folgenden, nur z. T. durch Rubriken getrennten Stücken: (10r–11v) Beginn des Prozessberichts, (11v–12r) Confessio aliquorum pauperum tempore pape Johannis, (12r–13v) Martyrologium fratrum pauperum, (14r–23v) Fortsetzung des Prozessberichts mit den Verhörprotokollen des Johannes Gudulchi (15r–18r) und des Franciscus de Arquata (18v–23v, hier Version A, mit der eingefügten Confessio des Beschuldigten 19r–20r), (23v–24v) Sentencia contra fratrem Johannem de Castillione ordinis minorum presbyterum hereticum obstinatum et impenitentem, (24v–26v) Degradation des Johannes Gudulchi, (26v–27r) Urteilsspruch gegen Fraciscus de Arquata und (27v–33r) Guilelmus Curte: Sermo 'Attendite a falsis prophetis' [Mt 7,15] contra duos haereticos. – 12r in marg. nur noch stellenweise lesbare, durch Papierschaden verstümmelte Glosse von anderer Hand zu Petrus Johannis Olivi: Nota Petrum Iohannem postea Nycholaum quartum appellatum favente Lodovico et Francisco deprivato [?] Johanne XXIIo ac per eum heretico dicto in Gallia … creavit cardinalem … Bonifacius creatus … Pisano … ad Iohannem … vero Avinione … duxit ibique … positus et tunc mortuus est. … 15r auf dem Fußsteg der Name eines Schreibers (?): Guilelmus de Sesana. 16r in marg. Hinweis auf die im Text zitierten Dekretalen, gleiche Hand wie 12r und in den übrigen Marginalien: quatuor decretales J[ohannis] pape XXII; 20r Korrektur in marg.; 30r in marg.: Nota articulos quos tenebant contra; 32v in marg.: Numerus ut asserunt hii … martirizati CXIII … .
    Edition
    • A. Patschovsky, R. Lerner, Der Kurienprozeß gegen Giovanni Gudulchi di Castiglione und Francesco d’Arquata 1354 ($Arbeitstitel?). Kritische Edition, in Vorbereitung, mit dieser Hs., Sigle G. Ich danke Herrn Prof. Patschovsky sehr herzlich dafür, dass er mir den Text der Edition und Teile der Einleitung bereits vor der Drucklegung zur Verfügung gestellt hat.
    Literatur
    • J. Perarnau i Espelt, Noves dades de beguins de Girona, in: Annals de l'Institut d'Estudis Gironins 25/1 (1979), 237–248 (241 Hs. genannt);
    • L. A. Burnham, So great a light, so great a smoke. The heresy and resistance of the beguins of Languedoc, PhD Diss. Nothwestern University 2000, 315–320 (Edition des Martyrologs nach dieser Hs.);
    • L. A. Burnham, Just talking about god: Orthodox prayer, among the heretical beguins, in: Franciscans at prayer, hrsg. von T. J. Johnson, Leiden, Boston 2007 (The medieval Franciscans 4), 249–270 (256 Hs. genannt);
    • L. A. Burnham, So great a light, so great a smoke. The beguin heretics of Languedoc, Ithaca, N.Y., London 2008 (Conjunctions of religion and power in the medieval past), 82f. (Hs. genannt);
    • J. Perarnau i Espelt, Beguins de Vilafranca del Penedès davant el tribunal d'inquisició (1345–1346). De captaires a banquers?, in: Arxiu de Textos Catalans Antics 28 (2009), 7–210, hier nach der Separatausgabe Rom u.a. 2010 (Nuovi studi storichi 85 = Corpus scriptorum Cataloniae, ser. B/2), 21, 62, 64, 146 (jeweils Hs. genannt).
  6. 32r–33r Innocentius VI papa: 'Quia sicut nobis innotuit' (Avignon, 29.1.1359). Ad perpetuam rei memoriam. Quia sicut nobis innotuit multi hactenus a nonnullis predecessoribus nostris Romanis pontificibus per importunam instanciam in multis et diversis ecclesiis atque locis … — … quavis auctoritate scienter vel ignoranter contigerit attemptari. Nulli ergo omnino etc. nostre revocacionis cassacionis irritacionis et vacuacionis ac voluntatis infringere etc. Datum Avinione IIII kalendas februarii pontificatus nostri anno primo.
    Textgeschichte: Auch in Cod. Guelf. 75.2 Aug. 2°, 72v–74r.
    Edition
    • A. Meyer, Regulae, ordinationes et constitutiones Cancellariae apostolicae: Innozenz VI., Online-Edition (8.4.2016), 9–13.
    Literatur (Regesten)
    • Nova Alamanniae. Urkunden, Briefe und andere Quellen besonders zur deutschen Geschichte des 14. Jahrhunderts, hrsg. von E. E. Stengel und K. Schäfer, Bd. 2/2, Hannover 1976, 933 Nr. 1598;
    • Innocent VI. (1352–1362), Lettres secrètes et curiales, publiées ou analysées d'après les registres des archives Vaticanes par P. Gasnault et M.-H. Laurent, Bd. 1,1, Paris 1959 (Bibliothèque des Écoles Françaises d'Athènes et de Rome 3/4), 34 Nr. 102.
    – 33v mit Ausnahme einiger Majuskelbustaben in Textualis als Federproben (wie unten, 57v) leer.
  7. 34r–35r Nicolaus Laurentii: Edictum de summo imperio populi Romani (Rom, 1.8.1347, ultima pars tantum). (Text setzt ein) … zelator Ytalie amator orbis et tribunus Augustus. Volentes et desiderantes donum spiritus sancti quod pridem a nobis post assumptum tribunatus officium Romanus populus … — … domino Matheo de Reate iudice domino Nicholao Nichole domino Urbaldo Pictoris[sic] domino Ugiucione Petri domino Zuicio Biaccarene de Eugubio etc.
    Edition
    • Epistolario di Cola di Rienzo, a cura di A. Gabrielli, Roma 1890 (Fonti per la storia d'Italia 6), ND Torino 1966, 48–51 Nr. XVII, hier ab 49 Z.12;
    • Briefwechsel des Cola di Rienzo, hrsg. von K. Burdach und P. Piur, Bd. 3: Kritischer Text, Lesarten und Anmerkungen, Berlin 1912 (Vom Mittelalter zur Reformation 2,3), 100–106 Nr. 27, hier ab 101 Z. 12 (mit dieser Hs., Sigle H).
    Literatur
    • Briefwechsel des Cola di Rienzo, hrsg. von K. Burdach und P. Piur, Bd. 5: Nachlese zu den Texten, Kommentar, Berlin 1929 (Vom Mittelalter zur Reformation 2,5), 186–197 Nr. 27.
  8. 35r–39r Nicolaus Laurentii: Epistula ad Clementem VI papam (Rom, 11.10.1347). >Alia litera Tribuni Plebis<. Sanctissime pater et domine deus michi tribuat auditorem et desiderium meum omnipotens audiat ut sanctitati vestre non sint gravia verba mea … — … concedat vobis deus feliciter experiri que devocior et fidelior sedi apostolice gens existat Ytalie vel alterius nacionis. Datum in capitolio in quo regnante iusticia recto corde vigemus die XI mensis Octobris prime indictionis libertatis rei publice anno primo. >Candidatus spiritus sancti miles Nicholaus Tribunus Augustus<.
    Edition
    • Epistolario di Cola di Rienzo (s. oben), 71–80 Nr. XXV:
    • Briefwechsel des Cola di Rienzo Bd. 3 (s. oben), 158–172 Nr. 43 (mit dieser Hs., Sigle H).
    Literatur
    • Briefwechsel des Cola di Rienzo Bd. 5 (s. oben), 244–252 Nr. 43.
    – 39v Federproben (Ps 129,3, wiederholt, außerdem die bislang nur hier nachgewiesenen Verse: Ca capuam capiet utero Romam robore rodet
    Lus lustrum lustro lustrabat theutonicorum
    ), sonst leer.
  9. 40r–v Tractatus de iudiciis et ordine iudiciorum ex Summa Rolandina depromptus. Iudicium prout presentis operis supponit intencio est actus legitimus trium personarum scilicet actoris rei et iudicis unde hoc modo dicitur iudicium iusticia sive ordinacio cause facta coram iudice … — … non potest iudicio interesse nisi castrensis vel quasi castrensi peculio si non est emancipatus potest patrem vel libertatis patronum in ius vocare venia petita … (Text bricht ab). Es handelt sich um einen bearbeiteten, hier offenbar durch Blattverlust fragmentierten Auszug aus der populären "Summa artis notariae" von Rolandinus de Passageriis, cap. 9: De iudiciis et ordine iudiciorum.
    Textgeschichte: Weitgehend texidentisch mit analoger Gliederung in der Hs. Prag, NKCR, VIII.D.1, 82r86r (Prag 1, 551f. Nr. 1496).
    Druck (u.a.)
    • Rolandina cum Nevizano. Summa Rolandina artis notarie maioris auctoritatis per dominum Petrum de Boaterijs ipsius Rolandini conciuem Bononiensen[sic] facili breuique commento declarata…, Lugduni 1538, LXXIra–LXXIIra.
  10. 41r–v Urbanus V papa: 'Quamvis super reformatione' (Avignon, 28.8.1364, prima pars tantum). Urbanus episcopus servus servorum dei Archiepiscopo Senonensi eiusque suffraganeis salutem et apostolicam benedictionem. Quamvis supra reformacione regimine ac cura zenodochiarum leprosariarum et elemosinariarum seu hospitalium … fuerit utiliter sacro consilio approbante provisum … — … non observari illam auctoritate nostra observari facere studeatis contradictores quoslibet et rebelles per censuram ecclesiasticam appellacione … (Text bricht ab).
    Edition
    • L. Heffner, Beitrag zur Geschichte der abendländischen Lepra in Ostfranken, in: Archiv des Historischen Vereines von Unterfranken und Aschaffenburg 12 (1853), 82–110, hier 93–96 (Ausfertigung für den Bischof von Würzburg);
    • Lettres d'Urbain V. (1362–1370), Bd. 1: 1362–1366, hrsg. von A. Fierens und C. Tihon, Rom 1928 (Analecta Vaticano-Belgica 9), 536–536 Nr. 1239, hier bis 537.
    Literatur
    • P. Lecacheux und G. Mollat, Lettres secrètes & curiales du pape Urbain V (1362–1370) se rapportant à la France, Bd. 1, Paris 1902 (Bibliothèque des Écoles Françaises d’Athènes et de Rome, série 3,1), 189 Nr. 1192 und 1193 (Regesten, mit weiteren Empfängern);
    • T. Frank, Spätmittelalterliche Hospitalreformen und Kanonistik, in: Reti medievali Rivista 11/1 (2010), 79–118.
  11. 42r–49r Richardus Armachanus: Propositio 'Unusquisque' contra fratres mendicantes (Avignon, 5.7.1350). >Proposicio domini Ricardi archiepiscopi Ardmachani Hibernie primatis solempnis in sacra theologia doctoris ex parte prelatorum et omnium curatorum tocius ecclesie coram domino Clemento[sic] papa VIto in publico consistorio Anno domini Millesimo CCCCmo Lmo mensis julii die quinta<. Unusquisque in quo vocatus est frater … [I Cor 7,24]. Pater sanctissime loqui prohibeor et tacere non possum, loqui prohibeor quia timeo precaros amicos meos fratres offendere … — … que ad practicam pertinent et ad iura dominus meus Traguriensis hic presens vestre sanctitati seriosius si vestre sanctitati placuerit propalabit. >Expliciunt proposita per dominum Ardmachanum contra peticiones fratrum minorum quatuor ordinum mendicancium tempore pape Clementis VIti<.
    Edition
    • L. L. Hammerich, The Beginning of the strife between Richard Fitzralph and the mendicants. With an edition of his autobiographical prayer and his proposition Unusquisque (= Det Kongelige Danske Videnskabernes Selskab. Historisk-filologiske Meddelelser 26/3), Kopenhagen 1938, 53–73 (krit. Text, mit dieser Hs., 47–53 genannt, Sigle H).
    Literatur
    • Schneyer 5, 155 Nr. 59;
    • Sharpe, 480 Nr. 1329.8 (Hs. genannt);
    • A. Gwynn, The Sermon Diary of Richard Fitz Ralph, Archbishop of Armagh, in: Proceedings of the Royal Irish Academy 44C, Dublin 1937, 1–57, hier 47 (Hs. genannt), 57 Nr. 90;
    • K. Walsh, Archbishop FitzRalph and the Friars at the Papal Court in Avignon 1357–1360, in: Traditio 31 (1975), 223–245, bes. 228–232;
    • K. Walsh, A Fourteenth Century Scholar and Primate. Richard Fitz Ralph in Oxford, Avignon and Armagh, Oxford 1981, 349–376, 422–428;
    • M. J. Haren, Richard FitzRalph and the Friars: The Intellectual History of a Curial Controversialist, in: Roma, magistra mundi. Itineraria culturae medievalis. Mélanges offerts au Père L. E. Boyle, 3 Bde., hrsg. von J. Hamesse, Louvain-la-Neuve 1998 (Textes et Études du Moyen Age 10, 1–3), Bd. 1, 349–367.
    – 49v mit Ausnahme des wiederholten Schreiberverses Ne scribam vanum duc pia virgo manum (Colophons 22603, vgl. Walther II 16093a) leer.
  12. 50r–56r Formulae instrumentorum diversorum de electione et confirmatione episcopi. Die kleine Formelsammlung enthält 9 durch Tilgung der Aussteller und Empfänger anonymisierte Urkunden und andere Dokumente zu diversen Aspekten der Bischofswahl und ihrer päpstlichen Anerkennung, die inhaltlich der kurialen Kanzlei zugeordnet werden können:
    • (50r) Formula petendi consensum cuiusdam electi episcopi ad electionem eius. In nomine domini Amen. In presencia etc. personaliter constituti coram dicto electo discreti viri N tales canonici ipsius etc. petierunt suppliciter et instanter ut idem electus electioni de se facte consentire deberet … — … cuius vocabulo predicta ecclesia nuncupatur seu extitit consecrata. Acta. Das zugrundeliegende Originaldokument ist aufgrund der konsequenten Anonymisierung nicht mehr zu ermitteln.
    • (50r) Formula dispensationis cuiusdam electi episcopi propter absentiam. In nomine domini Amen. Anno etc. In presencia etc. personaliter constitutus venerabilis vir electus N in episcopum et pastorem ecclesie dicte N qui tamen propter senectutem … quod apud sedem apostolicam infra tempus statutum … non poterat personaliter comparere … — … ab eis si necesse fuerit appellandi appellacionem seu appellaciones prosequendi et generaliter etc. Promittens etc. Et volens etc. Datum etc. Das zugrundeliegende Originaldokument ist aufgrund der konsequenten Anonymisierung nicht mehr zu ermitteln.
    • (50v) Instrumentum notarii publici. In nomine domini Amen. In presencia mei notarii etc. venerabilis vir talis N electus in episcopum et pastorem talis ecclesie N et tales canonici N ecclesie fecerunt constituerunt et ordinaverunt … — … et debilitate dicti electi ac infirmitate alium vel alios etc. Si generaliter etc. Promittentes etc. Actum etc. Das zugrundeliegende Originaldokument ist aufgrund der konsequenten Anonymisierung nicht mehr zu ermitteln.
    • (50v–51r) Formula de absentia electi episcopi inserta auctoritate cuiusdam medici. In nomine domini Amen. In presencia etc. venerabilis vir N electus N asseruit se tum propter senectutem et debilitatem … non posse apud sedem apostolicam infra tempus in constitucione predicta comprehensum personaliter comparere … — … testificaciones et dicta publicavi et redegi in forma publica presentis instrumenti Actum etc. Presentibus etc. Der Text enthält außerdem eine ärztliche Bestätigung über den Hinderungsgrund, ausgestellt von Magister Johannes de N medicus et in medicinali sciencia ydoneus.
    • (51r–v) Formula instrumenti praesentationis procuratorum cuiusdam electi episcopi. In nomine domini Amen. In presencia mei notarii etc. constituti discreti viri talis N et talis N procuratores et nuncii spirituales talis electi ad presentandum se coram domino summo pontifice seu quibuscumque ad hoc deputandum ab eo necnon ad petendum confirmacionem electionis predicte … — … coram nobis per ipsos procuratores presens publicum instrumentum. Actum etc. Das zugrundeliegende Originaldokument ist aufgrund der konsequenten Anonymisierung nicht mehr zu ermitteln.
    • (51v–52r) Formula instrumenti praesentationis procuratoris cuiusdam electi episcopi apud portam Palatii Apostolici. In nomine domini Amen. In presencia mei notarii etc. venerabilis vir talis N procurator et instructor ac nuncius spiritualis electi ac talium N canonicorum de N eiusdem ecclesie procuratoris nomine pro eis ac vice et nomine dicti electi et pro eo constitutis apud portam Palatii domini nostri pape coram P eiusdem domini pape hostiario … — … et prosequentur ipsum electionis negocium cum effectu. Actum etc. Das zugrundeliegende Originaldokument ist aufgrund der konsequenten Anonymisierung nicht mehr zu ermitteln.
    • (52r–54r) Formula seu doctrina de electione episcopi per viam compromissi seu scrutinii. >Decretum compromissi<. Sacris canonibus novimus esse cautum ut ultra tres menses pontifice proprio non vacet ecclesia cathedralis ne lupus rapax gregem pro defectu pastoris invadat … — … quam in presencia omnium duxi solempniter publicandam. Dictam vero electionem ut supra usque in finem. Enthält inserierte Urkundenformulare für die Bischofswahl per viam scrutiniii und per viam compromissi. Regest: Public notaries and the papal curia X: A calendar and a study of a Formularium notariorum curie from the early years of the fourteenth century, ed. by G. Barraclough, London 1934, 178 Nr. 121.
    • (54r–56r) Formula appellationis contra electionem. >Tenor cuiusdam appellacionis in causa electionis<. In nomine domini Amen. Anno eiusdem incarnacionis Mo CCCo per presens publicum omnibus notum fiat quod in presencia mei notarii publici et testium subscriptorum apud N in capitulo ecclesie de N venerabilis vir P de M decanus ecclesie de N appellavit … — … appellacioni vestre non duximus deferendum et hec vobis loco apostolorum credimus. Actum in capitulo ecclesie de N presentibus etc. Enthält ebenfalls ein inseriertes Dokument; Aussteller und Empfänger anonymisiert, nicht mehr zu ermitteln. Unter dem Text von späterer Hand als Federprobe die bislang nur hier nachgewiesenen Verse: Vir vigiane[sic] valens vita venerande vale
      Iamque valens servis mala cuncta tuis removeto.
    Textgeschichte: Ähnliche Sammlungen finden sich z. B. in den weit verbreiteten Notariatstraktaten wie der "Summa artis notariae" von Rolandinus de Passageriis (vgl. oben, 40r–v) oder in der als Studienhilfsmittel konzipierten Textsammlung "Modus legendi abbreviaturas in utroque iure"; vgl. ein ähnliches Formular in München, UB, 4° Cod. Ms. 262, 71v–75v (München UB 5, 131).
  13. 56v Tabula servitiorum sive reddituum omnium episcopatuum regni Scotiae. >Hec est antiqua taxatio omnium reddituum omnium episcopatuum Regni Scocie exceptis possessionibus episcoporum et possessionibus exemptorum<. Episcopatus Sanctiandree VIIIM XVIII libras III solidos. Episcopatus Glasgonensis IIIIM XXIIII libras XII solidos II denarios … — … Episcopatus Rossensis IIIC libras XIII solidos VIII obolos. Episcopatus Catanensis IIC IIIIXX VI libras XIIII solidos X obolos. Darunter folgen Erläuterungen zur Gesamtsumme der Steuern in Silbermünzen (wohl schottischer Währung: libra, solidus, denarius und obolus und in Avignoneser Kurrentwährung): Summa omnium factorum XVIIIM VIC LXI libras VI obolos exceptis possessionibus episcoporum et exemptorum ut supra. Quando denarius datur de marca factus summe tunc est summa taxacionis CXVI libras XII solidos VIII denarios. – Die Liste umfasst alle Abgaben, vermutlich Servitien, die aus den schottischen Bistümern St. Andrews (Sanctiandree), Glasgow (Glasgonensis), Argyll (Ergadiensis), Galloway (Galoydiensis), Dunblane (Dunblanensis), Dunkeld (Dunkeldensis), Brechin (Brechenensis), Aberdeen (Abirdenensis), Moray (Moraniensis), Ross (Rossensis) und Caithness (Catanensis) an die Kurie zu entrichten waren. Quelle für die Aufstellung war vermutlich ein päpstlicher "Liber taxationum"; in den bisherigen Ausgaben der kurialen Taxbücher sind zwar die Einnahmen aus den Servitien der schottischen Bistümer verzeichnet, jedoch nicht in der vorliegenden Form, vgl. G. Coelestinus, Historia comitiorum anno MDXXX Augustae celebratorum…, Bd. 3: Complectens confutationem pontificiorum, Principum protestantium scripta…, Francofurti ad Oderam 1597, Bl. 113r–127r; Taxa S. Cancellariæ Romanæ In lucem emissa … à L. Banck, Franekeræ 1651, 151–242; I. Döllinger, Beiträge zur politischen, kirchlichen und Cultur-Geschichte der sechs letzten Jahrhunderte, Bd. 2: Materialien zur Geschichte des fünfzehnten und sechszehnten Jahrhunderts, Regensburg 1863, hier nach dem ND Frankfurt/M. 1967, 1–276. Zu den päpstlichen Taxbüchern vgl. E. Goeller, Der Liber taxarum der päpstlichen Kammer. Eine Studie über seine Entstehung und Anlage, in: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken 8 (1905), 113–173, 305–343. Zu den Münzsorten und ihren Umrechnungen vgl. ausführlich: Vatikanische Quellen zur Geschichte der päpstlichen Hof- und Finanzverwaltung 1316–1378, Bd. 2: Die Ausgaben der apostolischen Kammer unter Johann XXII. Nebst den Jahresbilanzen von 1316–1375, mit darstellender Einleitung herausgegeben von K. H. Schäfer, Paderborn 1911, 73*f.
  14. 56v Versus de expugnatione Bervici civitatis. M semel et C ter semel X semel V dabis I ter … — … Capto Bervico sit laus et gloria Christo Amen. 4 hexametrische Memorialverse auf die Eroberung von Berwick-upon-Tweed durch schottische Truppen unter Sir James Douglas (1286–1330) am 1.4.1318 während des First War of Scottish Independence (1296–1328), vgl. dazu M. Brown, Bannockburn. The Scottish War and the British Isles 1307–1323, Edinburgh 2008, 150f. Von anderer Hand in Schottland nachgetragen; Druck: Heinemann Nr. 1108, dazu Walther I 10548 (nur diese Hs.).
  15. 57r Hadrianus IV papa: 'Laudabiliter et fructuose' (Rom, Mai 1155). Adrianus episcopus servus servorum dei karissimo in Christo filio illustri regi Anglie salutem et apostolicam benedictionem. Laudabiliter et fructuose de glorioso nomine propagando in terris et eterne felicitatis premio cumulando in coelis … — … taliter ordinentur ut a deo sempiterne mercedis cumulum con[sequi merearis et] in terris gloriosum nomen valeas obtinere in celis.
    Druck (u.a.)
    • PL 188, 1441a–1442B.
    Literatur
    • Jaffé Regesta Nr. 10056.
    – 57v Besitz- und Kaufvermerke (s. oben) und gezeichnete Majuskeln in Textualis als Federproben wie oben, 33v, die neben Einzelbuchstaben den Satz God help and haf al vnthrifty ergeben. Ob die Schreibsprache als Mittelenglisch oder Scots zu klassifizieren ist, kann hier nicht entschieden werden.
  16. 58v–59r Innocentius VI papa: 'Tanta amaritudine' (Avignon, 3.10.1356, partim). (Text setzt ein) … de conamine vel ministerio humano pene diffisi ad eum attollimus attenuatam meroribus eciam [sic, recte: aciem] ad eum desolate mentis erigimus oculos ad eum devotas preces et oraciones effundimus … — … ut ipsius ex parte nostra relatibus adhibeas plenam fidem. Datum [Avinione] V nonas octobris pontificatus nostri anno IIII. Der Beginn des Textes fehlt durch Blattverlust infolge des Wasserschadens.
    Druck
    • Raynaldus Annales 26, 6;
    • Innocent VI. (1352–1362), Lettres secrètes et curiales. Publiées ou analysées d'après les registres des archives Vaticanes par P. Gasnault et N. Gotteri, Bd. 4/1, Rom 1976 (Bibliothèque des Écoles Françaises d'Athènes et de Rome, 3e Série: Lettres des papes d'Avignon 4), 201f. Nr. 2407.
  17. 59v Rogationes III pro ecclesia universali regnoque Scotorum.
    • Deprecamur deum patrem omnipotentem pro ecclesia sancta et et pro … universalis ecclesie toto orbe terrarum nec non pro beatissimo papa nostro … — … Salvos fac servos tuos … veniam tuam etc. Text am Schluss durch Überschreibungen und Wasserschaden unleserlich. Direkt im Anschluss:
    • Omnipotens sempiterne deus qui facis mirabilia … deprecamur etc. pro statu Romani imperii ac fidelis populi christiani … — … pretende domine famulis et famulabus ineffabilem misericordiam tuam etc. Der Beginn ähnlich Deshusses 1308, im Text Fürbitten … precipue pro salubri statu regis nostri Roberti … (König Robert II. von Schottland, 1316–1390, regierte ab 1371) und … precipue pro salubri statu domini Archi[baldi] de Douglas et domine Jo[anae] sponse sue domino et patrono nostre ecclesie … ; aufgrund der namentlichen Nennung der Ehefrau zu identifizieren mit Archibald Douglas, 3. Earl of Douglas (1328–1400), verheiratet seit 1362 mit Joan Moray. Diese Daten grenzen die Enstehung des Nachtrags auf das 4. Viertel des 14. Jh. (vor 1390) ein. Direkt darunter ein weiteres Gebet (Item deprecamur ut deus et dominus noster), das allerdings aufgrund der erheblichen Beschädigung der Seite nurmehr fragmentarisch erkennbar ist. Die Texte sind ungedruckt und bislang nur hier nachgewiesen.
Bibliographie

Korrekturen, Ergänzungen:
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Abgekürzt zitierte Literatur

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