de :: en
Permalink: PURL

Suche


Beschreibung von Cod. Guelf. 319 Helmst.
Die mittelalterlichen Helmstedter Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil II: Cod. Guelf. 277 bis 370 Helmst. Mit einem Anhang: Die mittelalterlichen Handschriften und Fragmente der Ehemaligen Universitätsbibliothek Helmstedt, beschrieben von Bertram Lesser (im Erscheinen).
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Programms Erschließung und Digitalisierung handschriftlicher und gedruckter Überlieferung
Handschriftentitel: Breviarium Halberstadense
Entstehungsort: Diözese Halberstadt
Entstehungszeit: um 1300
Katalognummer:
  • Heinemann-Nr. 353
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer, 32412395,T
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 335 Bl.
Format: 30 × 21 cm
Seitennummerierung: Bleistiftfoliierung modern: 1334, Zählfehler: Bl. 280 doppelt gez.
Lagenstruktur: IV (8). 7 V (78). V–1 (87). V–2 (95). V (105). VI–1 (116). 21 V (325)! V–1 (334). Reklamanten, meist durch Beschnitt verloren oder fragmentiert. Doppelte Lagenzählung, Temporale (28v87v): Kustoden in römischen Zahlen IIIIX jeweils auf dem Fußsteg der letzten Versoseite jeder Lage; Sanctorale (96ra334vb): Kustoden in römischen Zahlen VIXXVII jeweils auf dem Fußsteg der letzten Versoseite jeder Lage mit Ausnahme der beiden letzten. Lagenzählung und Reklamanten setzen die des Sanctorale in Cod. Guelf. 145.2 Helmst., 257ra308v, fort. Dies belegt, dass die Sanctoralia in beiden Hss. ursprünglich als zusammenhängende pars astivalis konzipiert und in einem Zuge fertiggestellt worden waren, bevor der Umfang des Breviers die nunmehr vorliegende Trennung in Frühjahrs- und Herbstteil erforderlich machte.
Seiteneinrichtung: 21 × 15 cm, zweispaltig (Spalte jeweils ca. 7 cm breit), 26 Zeilen, Tintenliniierung.
Hände: Regelmäßige Textualis von mehreren, schwer unterscheidbaren Händen, die auch Cod. Guelf. 145.1 Helmst. und 145.2 Helmst. geschrieben haben. Alle Gesangsteile in kleinerer Schrift abgesetzt.
Musiknotationen: Über den einzelnen Zeilen der Antiphonen, Responsorien, Versikel und Psalmverse sowie teilweise über den Hymnen vierlinige Notensysteme, f-Linie rot, weitere Linie gelb, mit einer Mischform aus gotischer Choral- und Metzer Notation, fehlt 313va321vb.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck: Rubriziert, schlichte rote Lombarden ohne Verzierungen, am Beginn der einzelnen Tages- oder Festoffizien vergrößert. In den Gesangsteilen vergrößerte, cadellenartig ausgestaltete rot-schwarze Satzmajuskeln. Buchschmuck identisch mit Cod. Guelf. 145.1 Helmst. und 145.2 Helmst.
Einband: Gotischer Holzdeckelband mit ungefärbtem Schweinslederüberzug. Streicheisenlinien. Fünf Doppelbünde, überzogene Kapitale. Zwei Langriemenschließen, Ösen in der Mitte des Riemens. An VD und HD je zwei umgreifende Eck- und Kantenbeschläge aus unregelmäßig geschnittenem Messingblech, jeweils fünf Schonernägel entfernt, vermutlich in Halbkugelform. Einband identisch mit dem von Cod. Guelf. 145.2 Helmst.
Entstehung der Handschrift: Der Codex wurde zusammen mit dem zugehörigen Winter- und Frühjahrsteil (Cod. Guelf. 145.1 Helmst. und 145.2 Helmst.) um 1300 in einem nicht näher lokalisierbaren, versierten Skriptorium der Diözese Halberstadt geschrieben und stammte wie diese aus dem Besitz der von Mechthild von Warberg, 1294–1307 Priorin des Augustiner-Chorfrauenstifts Marienberg bei Helmstedt, vgl. H. Hartmann, Die Edelherren zu Warberg, Braunschweig 2001, 40, 44, 49; U. Strauss, Das ehemalige Augustinerchorfrauenstift Marienberg bei Helmstedt. Beiträge zu seiner Geschichte bis zur Reformation, Braunschweig 1983 (Beihefte zum Braunschweigischen Jahrbuch 1), 106f., 159 Nr. 4; vgl. auch in Cod. Guelf. 145.2 Helmst. den Besitzvermerk 1va. Die qualitätvollen historisierten Initialen zum Agnesoffizium in Cod. Guelf. 145.1 Helmst., 272v, 273vb, 274r , deuten darauf hin, dass das Brevier auch von Mechthilds Verwandter Agnes von Warberg-Sommerschenburg, die 1301–1307 urkundlich als Chorfrau im Konvent bezeugt ist, benutzt worden sein könnte. vgl. zu ihr Strauss. Marienberg (s. oben), 172; Hartmann. Edelherren (s. oben), 59.
Provenienz der Handschrift: Das Brevier wurde später im Augustiner-Chorfrauenstift Marienberg bei Helmstedt selbst verwahrt, vgl. den entsprechenden Besitzvermerk 1r: Ad montem beate Marie prope Helmestat.
Erwerb der Handschrift: Der Codex gelangte am 15.4.1572 mit einem Teil der Buchbestände des Stifts in die Bibliotheca Julia in Wolfenbüttel, in den Katalogen der Bibliotheca Julia von 1587 und 1614 ist er unter den nur sehr summarisch erfassten Liturgica nicht eindeutig identifizierbar. 1618 aus Wolfenbüttel in die Universitätsbibliothek Helmstedt überführt, wo auf dem VS ein Titelvermerk (17. Jh.) angebracht wurde: Lectionarium Chorale cum Responsoriis et Notis. 1644 im Handschriftenkatalog der Helmstedter Universitätsbibliothek (Cod. Guelf. 27.2 Aug. 2°, 8v) gemäß diesem Eintrag als Lectionarium Chorale cum Responsoriis & Notis in membrana in bretter, mit zwey riemen unter den Theologici [MSSti] in folio beschrieben, im Handschriftenverzeichnis von 1797 (BA III, 51) unter Nr. 71 genannt. – Die beiden vorangehenden Bände mit dem Winter- und Frühlingsteil des Breviers (Cod. Guelf. 145.1 Helmst. und 145.2 Helmst.) waren 1810 nicht mit nach Göttingen gelangt, von wo sie der Wolfenbütteler Bibliothekar K. P. C. Schönemann am 10.9.1844 zusammen mit Cod. Guelf. 483.1 Helmst. und Cod. Guelf. 499.1 Helmst. in die Herzogliche Bibliothek bringen ließ, vgl. BA III, 151, Faszikel: "Ergänzungen der Herzoglichen Bibliothek aus der Helmstedter Bibliothek 1832.33.35.38.44", ad ann. 1844, ungez.: Ferner von den schon früher herausgesuchten Manuscripta: Nro. 3 Quart[sic] Breviarium cum Responsoriis et Notis ad Montem beate Mariae prope Helmst. 2 Bände. Beide wurden danach von dem Bibliotheksregistrator T. Thies im Helmstedter Numeralkatalog marginal nachgetragen, vgl. BA I, 400, 18v.
Inhalt:
  1. 1r6v Kalendarium.
    • Nichtliturgisches Kalendar ohne Festgrade. Angegeben sind Goldene Zahl, Tagesbuchstaben und römische Tageszählung (rot) sowie rechts daneben die Zeitspannen der Nonen, Iden und Kalenden durch spaltenweise angeordnete rote litterae elongatae. Als Grundlage dient der Festkalender der Diözese Halberstadt, ergänzt durch zahlreiche Festtage aus der Erzdiözese Magdeburg und ihrer Suffragane, insbesondere Merseburg (vgl. Grotefend 2, 59–63, 109–113 und 121–125). Folgende Feste sind für die Diözese Halberstadt bemerkenswert: 28.1. Octava sancte Agnetis virginis, 5.2. Agathe virginis et martyris, 10.2. Scolastice virginis, 16.2. Juliane virginis, 26.2. Inventio capitis sancti Johannis Baptiste, 7.3. Perpetue et Felicitatis martyrum, 21.3. Benedicti abbatis, 26.3. Ludgeri, 27.3. Resurrectio domini, 17.4. Petri confessoris, 3.5. Inventio sancte crucis, 4.5. Godehardi episcopi, 6.5. Johannis ante portam latinam, 9.5. Adventus reliquiarum sancti Stephani, 13.5. Servatii episcopi et confessoris, 5.6. Bonifatii et sociorum eius, 3.7. Translatio sancti Thome apostoli, 8.7. Kiliani et sociorum eius, 13.7. Margarethe virginis, 15.7. Divisio apostolorum, 3.8. Inventio sancti Stephani, 10.8. Laurentii, 24.9. Conceptio sancti Johannis baptiste, 29.9. Commemoratio sancti Michaelis, 11.10. Translatio sancti Augustini, 19.11. Elizabeth dar Lantgrevinnen. Für die Erzdiözese Magdeburg (mit Merseburg) sind dagegen charakteristisch: 19.1. Marii et Marthe martyrum, 8.2. Helene regine, 5.3. Foce martyris, 9.3. Quadraginta militum, 16.6. Aurei et Justini martyrum, 31.7. Germani episcopi, 22.9. Mauricii et sociorum eius. Weitere spezifische Magdeburger Feste auch in den leicht abweichenden Kalendarien der beiden zugehörigen Bände Cod. Guelf. 145.1 Helmst. und 145.2 Helmst. Die vorliegende gemischte Form des Kalendars ist im Nordharzraum seit dem 11. Jh. noch mehrfach überliefert, vgl. z. B. das für das Braunschweiger Kollegiatstift St. Blasius gefertigte Rituale NLA – StA Wolfenbüttel, VII B Hs 167, 2r11r (12. Jh., 1. Viertel, vgl. Kroos Bildhandschriften, 183 Nr. 2; Divina officia 290f. Nr. 57 [H. Härtel.]) oder den Psalter Cod. Guelf. 479 Helmst., 2r7v.
    • Im gesamten Kalendar finden sich nachträgliche nekrologische Notizen, die um die Familie der Besitzerin des Breviers, die Marienberger Priorin Mechthild von Warberg (s. oben) zentriert sind. Soweit zu ermitteln, werden Todesdatum und Verwandtschaftsgrad zur Besitzerin angegeben, vgl. dazu: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der europäischen Staaten, begr. von Wilhelm Karl Prinz von Isenburg, fortgef. von Frank Baron Freytag von Loringhoven, Bd. 4, Marburg 1961, Taf. 72. Wenn nicht anders angegeben, stammen die Einträge von einer Hand des späten 14. Jh.: 21.1. Obiit dominus Arnoldus de Werberch prepositus maioris ecclesie in Hildensim (Bruder Mechthilds, † 1355), 8.3. Obiit Mechtildis de Werberch (Todesdatum der Besitzerin selbst, † nach 1307), 12.3. Obiit dominus Waltherus de Barboy (Schwager Mechthilds), 1.4. Obiit Gheuehardus de Werberch († 1366, Großneffe Mechthilds), Obiit dominus Arnoldus de Dorstat, 28.4. Obiit dominus Hermannus de Werberch, 2.5. Obiit domina Adelheydis comitissa de Sladim (Schwester Mechthilds), 27.5. Obiit Borchardus de Barboy, 2.8. Obiit dominus Hermannus de Werberch, 9.8. Obiit Luckardis de Barboy, 17.8. Obiit dominus Conradus de Werberch († 1391, Bruder Mechthilds), 7.9. Obiit dominus Gheuehardus de Barboy, 28.9. Obiit dominus Arnoldus de Dorstat, 23.10 Luckardis laica soror mea (Schwester Mechthilds, verh. mit Walther von Barby, s. oben, Eintrag von Mechthild selbst vorgenommen, gleiche Hand wie in Cod. Guelf. 145.2 Helmst.), 26.10. Obiit dominus Hermannus de Werberch, 2.11. Obiit dominus Bernardus de Dorstat, 24.11. Obiit dominus Johannes de Plote (Schwager Mechthilds), 1.12 Luckardis laica de Werberch mater mea (Mutter Mechthilds aus der Familie von Dorstadt, Eintrag von Mechthild selbst vorgenommen, gleiche Hand wie in Cod. Guelf. 145.2 Helmst.). Druck (unvollständig, z. T. fehlerhaft): O. v. Heinemann. Nekrologische Aufzeichnungen aus einer Handschrift der Wolfenbütteler Bibliothek, in: Zeitschrift des Harzvereins 15 (1882) 201–205, hier 202f. Vgl. dazu die gleichartigen, vielfach parallelen Eintragungen in Cod. Guelf. 145.2 Helmst.
    • Das Kalendar weist eine reiche Ausstattung mit komputistischen Materialien auf: Den Monaten sind jeweils die Merkverse zu den dies aegyptiaci vorangestellt, Druck: Grotefend 1, 36; dazu Schaller/Könsgen 7597 und Suppl. (= Walther I 9771 bzw. Thorndike/Kibre 651.13). Direkt darüber sind von späterer Hand 10 weitere Monatsverse hinzugefügt (November und Dezember offenbar vergessen): Baptismo Christi gaudent sollempnia Jani … — … Martirum Jude colit October Simonisque. Druck: G. Schmidt, Die Handschriften der Gymnasialbibliothek II, in: Königliches Dom-Gymnasium zu Halberstadt. Oster-Programm 1881, Halberstadt 1881, 1–32, hier 10 (nach der Hs. olim Halberstadt, Domgymnasium, Hs. 137, heute St. Petersburg, Russische Nationalbibliothek, F. 955, op. 2 Nr. 19); dazu Walther I 2062; auch in Cod. Guelf. 517 Helmst., 85v91r. Über jeder Tagesspalte sind außerdem die traditionelle Monatslänge in Sonnen- und Mondtagen (in Rot) angegeben, unter jeder Spalte die Tages- und Nachtlänge in Stunden, u. a. gedruckt in PL 94, 1147C–1158B. – 1r (Januar) von oben nach unten in den einzelnen Tageszeilen Memorialverse für die Auffindung der goldenen Zahl im 19jährigen Mondzyklus:
      Ternus undin nod o[c]to sed quinque tred ambo
      Decem doc septem quind quartus dut Jota novem
      Sep VI quad.
      Druck: W. E. van Wijk, Le Nombre d'or. Étude de chronologie technique, suivie du texte de la Massa compoti d'Alexandre de Villedieu, La Haye 1936, 87; dazu Walther I 19216. Auf dem Fußsteg Distichon zur Auffindung der Septuagesimaltermins:
      A festo stelle numerando perfice lunam
      Quadraginta dies et septuagesima fiet.
      Dazu Walther I 36. – 1v (Februar) auf dem Fußsteg Verse zur Auffindung der Quadragesimal- und Ostertermins:
      Quinque bis inde dyas bis septem bis deca tetras
      Unum cum denis bissexto communicabis.
      Nur der Hexameter bei Walther I 16019. Darunter die drei Versus de bissexto, gedruckt in PL 90, 787A, dazu Walther I 2203. – 2r (März) auf dem Fußsteg Distichon zum Ostertermin:
      Post nonas martis ubi sit nova luna requiras
      Inde dies domini tercia pascha dabit.
      Druck: Grotefend 1, 115, der Pentameter modifiziert, das Distichon fehlt in den übrigen Repertorien. Darunter weitere Osterformel: Post XIII Kal. Aprilis ubi lunam inveneris XIV ibi fac terminum Paschae. Druck: PL 90, 761B. – 4v (August) auf dem Fußsteg Vers und Angaben zu den Lesungen: In prin dat Petrus Egidi si bona crux Pe. Cum parabolis Salomonis et libro Sapiencie Job XIIII noctibus Judith Hester, zum Vers vgl. Walther I 9602. – 5r (September) auf dem Fußsteg Vers und Angaben zu den Lesungen: Hinc Ado Remigius omnes sancti quoque vidi. Cum libro Machabeorum cum XII prophetis minoribus. Der Vers ist auch in abweichender Form bekannt und meist zusammen mit dem oben beim August genannten als Distichon überliefert; die vorliegende Fassung fehlt in den Repertorien. – 6r (November) auf dem Fußsteg Notiz zur Feststellung des Adventsbeginns: Nota quecumque dominica vicinior erit festo Andree in illa iniciabitur adventus domini.6v (Dezember) auf dem Fußsteg 3 Verse und Notiz zur Ermittlung der Sonntagsbuchstaben im laufenden Lunarzyklus:
      Fert ea dux cor amat gens factor enim coluit bis
      Ars gens est de corde bono gignit ferus ensi
      Dicta beant aqua [gens] fons dat cunctis bonus auctor.
      Druck: Compotus fratris Rogeri. Accedunt Compotus Roberti Grossecapitis Lincolniensis episcopi, Massa compoti Alexandri de Villa Dei, nunc primum edidit R. Steele, Oxford 1926 (Opera hactenus inedita Rogeri Baconi 5), 230; dazu Walther I 6439. Anschließend Erläuterung: Per hos versus scitur quolibet anno cicli concurrentis que sit littera dominicalis et similiter bis[s]extus nam quecumque dictio desinit in anno cicli cui deseruit illa dictio erit bis[s]extus.
  2. 7ra334va Breviarium Halberstadense (pars autumnalis). Nokturnen zu drei, sechs und neun Lesungen. Da wie im zugehörigen Band Cod. Guelf. 145.2 Helmst. sowie in den Halberstädter Brevieren Cod. Guelf. 398 Helmst. und 506 Helmst. ein separater Hymnar fehlt, sind die Hymnen jeweils an der entsprechenden Stelle in die Offizien integriert. Im einzelnen sind enthalten:
    • (7ra10ra) Officium BMV. Nigra sum sed formosa filie Iherusalem sicut tabernacula cedar sicut pellis Salomonis … — … sit tibi exorare pro populo dei que meruisti benedicta prolem benedictam proferre mundo [Aug. serm. 194]. Das liturgisch nicht zugeordnete Offizium besteht zunächst (7ra8vb) aus 13 aneinandergereihten Antiphonen CANTUS 203248, 201821, 201253, 202662, 204603, 202528, 205117, 202622, 204814, 201258, 201255, nicht in den Repertorien nachgewiesen sind bislang die Antiphonen 7rbva: Meliora sunt dilecte mi ubera tua vino … adolescentule dilexerunt te [Ct 1,1-2] und 8va: Vox turturis audita est [Ct 2,12] … et fluent aromata illius [Ct 4,16]. Anschließend (9ra10ra) 9 Lesungen: Die Lektionen 1–3 und 7–9 sind aus gebetsartigen Passagen zusammengesetzt; verwendet wurden z. B. Kollekten und Lesungen aus den Horae BMV, die sich auch im Hildesheimer Brevier finden, vergl. GW 5362, JJ IIIIva–VIIrb. Die Lektionen 4–6 bestehen dagegen weitgehend wörtlich aus dem Reimoffizium AH 46 Nr. 130. Direkt ohne Rubrik angeschlossen:
    • (10ra18vb) Admonitiones ad vitam religiosam. Christus passus est pro nobis. Karissimi tota vita Ihesu et omnis actio eius sint nobis imitacionis exemplum … — … lavemur in novitate spiritus ut cum illo in serenissimo mane resurgamus ineffabili leticia. Ipse adiuvet ad ista omnia qui est benedictus in secula. Allegorie von Klosterleben und Kreuz Christi: Die vier Arme des Kreuzes korrespondieren mit den um den klösterlichen Kreuzgang gruppierten Gebäuden Kirche, Kapitelsaal, Dormitorium und Refektorium. Angeschlossen sind Passionsbetrachtungen für die Karwoche bis zum Ostersamstag. Offenbar als zusätzlicher Lektionsstoff gesammelt.
      Textgeschichte: Mit identischem Inicipit, aber abweichendem Schluss auch in Rostock, UB, Mss. theol. 34, 123v–140r, vgl. Die mittelalterlichen Handschriften der Universitätsbibliothek Rostock, beschrieben von K. Heydeck, Wiesbaden 2001 (Kataloge der Universitätsbibliothek Rostock 1), 207.
      Ungedruckt.
    • (19ra95vb) Proprium de tempore. Debitores sumus non carni ut secundum carnem vivamus [Rm 8,12] … — … et vie eius iudicia et gradientes in superbia potest humiliare [Dn 4,34]. Enthält die Offizien der Sonntage von Dominica VIII–XXIII post octavam Corporis Christi (Aug.–Nov.), die Zählung entspricht dem gedruckten Halberstädter Brevier. Im einzelnen sind enthalten: (19ra25vb) Dominica VIII post octavam Corporis Christi (lectio I–VI mit Responsorien und Versikel zweifach vorhanden, offenbar für die Wochentage), (25vb28ra) Dominica IX (Lektionen ohne Responsorien und Versikel), (28ra30rb) Dominica X (Lektionen ohne Responsorien und Versikel), (30rb33ra) Dominica XI (Lektionen ohne Responsorien und Versikel), (33ra37rb) Dominica XII (33rb Rubrik mit Anweisung für die Historienlesungen: Per dominicas Septembris legatur Job IIIIX[sic] dies), (37rb42ra) Dominica XIII, (42ra47rb) Dominica XIIII (lectio I–III mit Responsorien und Versikel zweifach vorhanden, offenbar für die Wochentage), (47rb54ra) Dominica XV mit lectiones per ebdomadam, (54ra66vb) Dominica XVII [sic, recte XVI] mit lectiones per ebdomadam und Hymnen (59va–b AH 51 Nr. 40, 59vb60ra AH 51 Nr. 24), (66vb69vb) Dominica XVII, (69vb72rb) Dominica XVIII (Lesungen ohne Responsorien und Versikel), (72rb75va) Dominica XIX mit lectiones per ebdomadam (Lesungen ohne Responsorien und Versikel), (75va82ra) Dominica XIX [sic, recte XX] mit Hymnen (75va–b AH 50 Nr. 7, 76ra–b AH 51 Nr. 23 Str. 1–8 und abweichende Doxologie), (82ra85rb) Dominica XXI (Lesungen ohne Responsorien und Versikel), (85rb89ra) Dominica XXII (Lesungen ohne Responsorien und Versikel), (89ra95vb) Dominica XXIII mit lectiones per ebdomadam (Lesungen ohne Responsorien und Versikel).
      Druck (u.a.)
      • GW 5348, vol. II (pars aestivalis), c1va–x10vb (vergl., vielfach abweichend).
    • (96ra297va) Proprium de sanctis. >De sancto Stephano<. Deus qui nos beatum Stephanum electe dei supernis dignissime et terrigenis ineffabiliter gloriose … — … cum triumpho martirii evasit minas tortorum o beata virgo ora jugiter pro reatibus supplicum tuorum. Enthält die Offizien zu den Heiligenfesten von Inventio sancti Stephani (3.8.) bis Katherine (25.11.), vielfach abweichend vom vorangestellten Kalendar. Im einzelnen sind enthalten:
      • (96ra99rb) In festo Inventionis sancti Stephani protomartyris. >De sancto Stephano<. 96va Hymnus AH 48 Nr. 79.II Str. 1, 2, Zusatzstr. im Apparat, Str. 3. – Die beide ersten Textzeilen wiederholen den in Cod. Guelf. 145.2 Helmst., 308vb ursprünglich geschriebenen Text und wurden nach der Trennung der beiden zusammenhängend geplanten Sanctoralia des Sommerteils hinzugefügt.
      • (99rb) >Sixti pape<. Nur Collecta.
      • (99rb100vb) >Felici[ssimi] et Agapiti<. Nur Collecta und sechs Lektionen ohne Gesangsteile.
      • (100vb102rb) >Oswaldi regis<. Nur Collecta und sechs Lektionen ohne Gesangsteile.
      • (102rb106vb) >Transfiguratio domini<. Mit Hymnen: 96va AH 52 Nr. 16; 106va AH 52 Nr. 18. Lectio I–VI sind bisher nicht identifizierbar und vermutlich eigens für dieses Offizium verfasst worden (s. unten), es folgen die Evangelienperikope Mt 17,1 und lectio VII–IX aus Leo I papa: Tractatus 51,1–7, Druck: CC SL 138A, 296–303, hier bis 302. Mit identischem Lektionsbestand auch in Cod. Guelf. 495 Helmst., 123v125r; mit gekürztem Lektionsbestand auch in Cod. Guelf. 506 Helmst., 143r146v (datiert 1343, beide ebenfalls aus Marienberg). Das Marienberger Offizium wurde zweifellos aus Goslar übernommen, wo der Kanoniker Friedrich von Jerxheim 1277 sowohl das Fest als auch das zugehörige Offizium nach einer Jerusalemreise eingeführt hatte, vgl. T. Lohse, Stand und Perspektiven der Liber ordinarius-Forschung, in: Liturgie in mittelalterlichen Frauenstiften. Forschungen zum Liber ordinarius, hrsg. von K. G. Beuckers, Essen 2012 (Essener Forschungen zum Frauenstift 10), 215–255, hier 232–238 zur Geschichte, 250–253 Anhang 2 die Edition des Offiziums, dessen Lektionen zwar kürzer als die hier enthaltenen sind, aber den gleichen Quellen entstammen. Die Marienberger Chorfrauen dürften von Fest und Offizium über ihre Verbindungen zum Goslarer Provinzialkapitel der Augustiner-Chorherren erfahren und die Texte aus Goslar erhalten und modifiziert haben. Vgl. dazu B. Lesser, Das Goslarer Provinzialkapitel der Augustiner-Chorherren in Nord- und Mitteldeutschland, in: Regular- und Säkularkanonikerstifte in Mitteldeutschland, hrsg. von D. M. Mütze, Dresden 2011 (Bausteine aus dem Institut für sächsische Geschichte und Volkskunde 21), 103–140, bes. 120f. Das Offizium wurde in Marienberg auch nach der Windesheimer Reform im späten 15. Jh. mit leichten Modifikationen (abweichende Collecta zur Vesper) weiterhin benutzt und tradiert, vgl. im jeweils ungez. handschriftlichen Teil der aus Marienberg stammenden Mischbände S 458.2° Helmst. und S 461.2° Helmst. mit dem 1499 gedruckten Windesheimer Brevier GW 5243 (= Bohatta Bibliographie 547) sowie QuH 37 mit dem 1519 in Antwerpen gedruckten Windesheimer Brevier (Bohatta Breviere 978). Das Offizium allein mit den Tageshoren findet sich in dem Diurnale Cod. Guelf. 621 Helmst., 159r–160r sowie im jeweils ungez. handschriftlichen Teil der Mischbände S 55.12° Helmst. und 1332.4 Theol., beide mit dem gedruckten Windesheimer Diurnale GW 8524 (= Bohatta Bibliographie 649). Zur handschriftlichen Überlieferung und Benutzung des Offiziums am Halberstädter Dom, wo eine zusätzliche Einleitung auf Friedrich von Jerxheim und die Geschichte des Festes verweist, vgl. P. Carmassi, Reise, Austausch und Fremdwahrnehmung. Beispiele von Kulturtransfer aus der Diözese Halberstadt, in: Zentrum oder Peripherie? Kulturtransfer in Hildesheim und im Raum Niedersachsen (12.–15. Jahrhundert), hrsg. von M. E. Müller und J. Reiche, Wiesbaden 2017 (Wolfenbütteler Mittelalter-Studien 32), 405–424, hier 419–421.
      • (106vb107ra) >Affre<. Nur Antiphon CAO 2954 und Collecta.
      • (107ra108va) >Donati martiris<.
      • (108va110va) Cyriaci et sociorum eius martyrum. Nur Collecta und neun Lektionen ohne Gesangsteile.
      • (110va118va) >De sancto Laurencio<.
      • (118va122ra) >Ypoliti<.
      • (122ra123vb) >De sancto Tiburcio<. Nur Antiphon CAO 3324, Collecta und sechs Lektionen ohne Gesangsteile.
      • (123vb124ra) >Eusebii<. Nur Collecta.
      • (124ra132va) In vigilia Assumptionis BMV. >Vigilia<.
      • (132va139vb) >De assumpcione [BMV]<.
      • (139vb) In octava sancti Laurentii. >Laurencii<. Nur Collecta.
      • (139vb–142rb) >Agapiti martiris<. Neun Lektionen ohne Responsorien und Versikel.
      • (142va–b) In octava Assumptionis BMV. Capitulum, Collecta und Hymnus nur anzitiert, ausgeschrieben die Antiphon CANTUS 200450.
      • (142vb) >Tymotei<. Nur Collecta.
      • (142v146rb) >De sancto Bartholomeo<. Lesungen ohne Responsorien und Versikel.
      • (146rb–148ra) >De sancto Secundo<. Nur 6 Lesungen, keine Gesangsteile.
      • (148ra158ra) In festo sancti Augustini. 149rbva Hymnus AH 52 Nr. 118. Ins Offizium eingeschoben 149ra Collecta für Hermetis martiris.
      • (158ra163rb) >Decollacio sancti Johannis baptiste<. Ins Offizium eingeschoben 158rb Collecta für Sabine.
      • (163rbvb) >De sanctis Felice et Adaucto<. Eine Lesung ohne Zusätze und Gesangsteile.
      • (163vb165vb) >De sancto Egidio<. Nur Collecta und sechs Lektionen ohne Gesangsteile.
      • (165vb171va) In vigilia Nativitatis BMV.
      • (171va) >De sancto Adriano<. Nur Collecta.
      • (171va) >De sancto Gorgonio<. Nur Collecta.
      • (171va) >Prothi et Iacincti<. Nur Collecta.
      • (171va174va) In Nativitate BMV.
      • (174va181rb) >In exaltacione sancte crucis<. 149rbva Hymnus AH 50 Nr. 223.
      • (181rb–184va) In octava Nativitatis BMV. Mit Hymnen: 184ra–b AH 51 Nr. 125; 184rbva AH 51 Nr. 122 Str. 1–4 (eingeschoben AH 11 Nr. 60 Str. 5) und Str. 5.
      • (184va) >Nicomedis<. Nur Collecta.
      • (184va186va) >Eufemie<. Nur Collecta und sechs Lektionen ohne Gesangsteile.
      • (186va188ra) >Lamberti<. Nur Collecta und sechs Lektionen ohne Gesangsteile.
      • (188ra191va) In festo Matthaei apostoli et evangelistae. 188rb Hymnus Chevalier 11385. Neun Lektionen ohne Responsorien und Versikel.
      • (191va194rb) In festo sancti Mauritii et sociorum eius. 191va192ra Hymnus aus dem Reimoffizium AH 28 Nr. 22 ad Magnificat.
      • (194rb196ra) >Cosme et Damiani<. Nur Collecta und eine ungegliederte Lektion ohne Gesangsteile.
      • (196ra204ra) >De sancto Michaele<. Mit Hymnen: 196ra–b AH 50 Nr. 146; 203ra–b AH 50 Nr. 156.
      • (204ra206rb) >De sancto Ieronimo<. Nur Collecta und fünf (!) Lektionen ohne Gesangsteile.
      • (206rb209ra) >De sancto Remigio<.
      • (209ra–211va) In festo Translationis sancti Ludgeri (3.10.). Offizium mit sechs Lektionen ohne Responsorien und Versikel, mit Hymnen: 209va–b AH 23 Nr. 400; 211va bislang nicht nachgewiesener Hymnus mit vier Strophen:
        Christe corona presulum
        Lutgeri natalicium
        Devota plebs fidelium
        … — … Salve confessor incliteCelesti fulgens stemmateDic trinitati gloriamNobiscum semper debitam Amen. Beide Hymnen zum Ludgerusfest auch in Cod. Guelf. 145.1 Helmst., 15v16r; 1341 Helmst., 234v235r; allein der erste noch in Cod. Guelf. 398 Helmst., 145rb. Typisch für die Marienberger Ludgerusoffizien sind auch die verwendeten Antiphonen CANTUS 206660 und 206677 sowie das bislang nur hier nachgewiesene und sicher für eine weibliche Gemeinschaft bestimmte Responsorium mit Versikel: R. Sancte Ludgere Christi sacerdos audi precantes servulas et impetratam celitus tu defer indulgentiam. V. O sancte Ludgere sidus aureum domini gratia famularum gemitus solita suscipe clementia. Die vier Gesangsteile finden sich auch in den übrigen Marienberger Antiphonalien zum Ludgerusfest selbst, vgl. Cod. Guelf. 145.2 Helmst., 166va–b; 483.1 Helmst., 124v–125r; 485 Helmst., 168r; 310 Novi, 120v–121r. – Das Fest der Ludgerustranslation am 3.10. ist sonst nur in der Diözese Münster nachgewiesen und fehlt auch im Kalendar der Abtei Werden, vgl. Rosenthal, 340–342, findet sich aber zum gleichen Datum in den Kalendarien der ebenfalls aus dem Stift Marienberg stammenden Windesheimer Breviere Cod. Guelf. 621 Helmst., 10r, und S 461.2° Helmst., unpag. (im gedruckten Kalendar nachgetragen).
      • (211va–213va) >De sancto Francisco<. Nur Collecta und eine (!) Lektion ohne Gesangsteile.
      • (213va–216va) >De sancto Marco<. Neun Lektionen ohne Responsorien und Versikel.
      • (216va–219ra) In festo sanctorum Gereonis et sociorum eius. Neun Lektionen ohne Responsorien und Versikel.
      • (219ra224va) In festo Translationis sancti Augustini. >De sancto Augustino<. Lektionen ohne Responsorien und Versikel, mit Hymnus: 219ra–b AH 52 Nr. 117.
      • (224va225va) >Kalixti<. Nur Collecta und eine (!) Lektion ohne Gesangsteile.
      • (225va228ra) >Galli abbatis<. Sechs Lektionen ohne Responsorien und Versikel.
      • (228ra230va) In festo sancti Lucae evangelistae. Neun Lektionen ohne Responsorien und Versikel.
      • (230va238rb) >De XI milibus virginibus<. Mit Hymnen: 230vb231ra AH 23 Nr. 502; 237va–b AH 23 Nr. 504.
      • (238rb241rb) In festo sancti Severi episcopi. Nur Collecta und drei Lektionen ohne Gesangsteile, 240rb zusätzliche Rubrik: Crispini et Crispiniani.
      • (241rb246rb) >De apostolis Symonis et Iude<. 241rbva Hymnus Chevalier 2377 (= CANTUS 830054).
      • (246rb255rb) In festo omnium sanctorum. Mit Hymnen: 247rb AH 51 Nr. 130; 254rb AH 51 Nr. 129. Unter den Antiphonen in secundis vesperis (255ra–b) zwei spezielle Augustinus-Antiphonen, 1. die in den Repertorien fehlende: Sancte pater Augustine nostris precibus intende et pro nobis ora deum qui te nobis constituit doctorem atque patronum; 2. CANTUS 204403.
      • (255rb259ra) >Eustachii et [sociorum eius]<. Sechs Lektionen ohne Responsorien und Versikel.
      • (259ra–262va) In festo sancti Willibrordi episcopi. Neun Lektionen ohne Responsorien und Versikel, keine Collecta oder Gesangsteile.
      • (262va264ra) >Quatuor coronatorum<. Nur Collecta und eine (!) Lektion ohne Gesangsteile.
      • (264ra265rb) >Theodori martiris<. Nur Collecta und eine (!) Lektion ohne Gesangsteile.
      • (265rb272va) In festo sancti Martini episcopi et confessoris. 265va ins Offizium eingefügt Collecta für Menne martiris.
      • (272va275va) In festo sancti Livini episcopi. Nur Collecta und neun Lektionen, keine Gesangsteile.
      • (275va278ra) >Brictii<. Sechs Lektionen ohne Responsorien und Versikel.
      • (278ra279rb) >Bernwardi episcopi et confessoris<. Nur Collecta und eine (!) Lektion ohne Gesangsteile.
      • (279rb285ra) >De sancta Cecilia<.
      • (285ra288rb) >De sancto Clemente<.
      • (288rb) >Felicitatis<. Nur Collecta.
      • (288rb289rb) >De sancto Crisogono<. Nur Collecta und eine (!) Lektion ohne Gesangsteile.
      • (289rb297va) >De sancta Katerina<. Mit Hymnen: 289vb AH 23 Nr. 378; 290ra–b Milchsack Nr. 21; 296vb297ra Milchsack Nr. 22.
      Druck des Sanctorale (u.a.)
      • GW 5348, vol. II (pars aestivalis), ii2rb–xx9vb (vergl., vielfach abweichend).
    • (297va323ra) Commune sanctorum. >De apostolis<. Estote fortes in bello et pugnate cum antiqua serpente et accipietis regnum eternum … — Im einzelnen sind enthalten: (297va302va) De apostolis. Mit Hymnen: 297vb298ra AH 51 Nr. 108, 302rbva AH 50 Nr. 17 Str. 1, 2, 6–8. (302va309ra) De martiribus. Mit Hymnen: 303rbva Mone Nr. 733, 308ra–b AH 50 Nr. 153. (309ra314ra) De uno martire. Mit Hymnen: 309ra AH 51 Nr. 114, 313va AH 51 Nr. 113. (314ra318ra) Commune de uno confessore. Mit Hymnen: 314ra–b AH 51 Nr. 118, 317va–b AH 51 Nr. 117. (318ra322ra) Commune de virginibus. Mit Hymnen: 318ra–b AH 50 Nr. 21, 321va–b AH 51 Nr. 121.
    • (322ra328va) Officium BMV.
      Me dignare te laudare virgo sacratissima
      Cui preclare psallunt mare tellus et altissima. O Maria
      … — …
      Recepit ac reinduit
      Splendidius quam habuit
      Virtutem et decorem. O Maria.
      Das liturgisch nicht zugeordnete Offizium besteht aus dem Reimoffizium AH 24 Nr. 14 (nach dieser Hs., p. 50 genannt) ohne die letzten beiden Responsorien, dafür mit den zusätzlichen Antiphonen (322va–b) CANTUS 200447 in primis vesperis und (328rb328va) CANTUS 204721 in secundis vesperis ad Magnificat sowie aus neun Lesungen, deren Textgrundlage bislang nicht nachweisbar ist. Die Gesangsteile allein in z. T. abweichender Reihenfolge ohne die Zusatzantiphonen auch in Cod. Guelf. 1150 Helmst., 33v38r. Direkt ohne Rubrik angeschlossen:
    • (328va334rb) Officium BMV.
      O domina clarissima
      Stella maris splendissima
      … — …
      Qui sedemus in tenebris
      Ad te directis oculis.
      Das liturgisch nicht zugeordnete Offizium besteht aus dem Reimoffizium AH 24 Nr. 13 (nach dieser Hs., p. 45 genannt) sowie aus 9 Lesungen: Lectio I–VII aus Ps.-Hugo de Sancto Victore: Sermo in assumptione BMV, Druck: PL 177, 1211A–1212D; Lectio VIII und IX aus Bernardus Claraevallensis: Homilia II super "Missus est", § 17, Druck: Bernardi opera 4, 34f. Die Gesangsteile des Offiziums allein auch in Cod. Guelf. 310 Novi, 121r123v (Antiphonale officii, ebenfalls aus Marienberg). Direkt ohne Rubrik angeschlossen (334rbva) die Antiphon CANTUS 200891 für ein nicht mehr ausgeführtes Michaelsoffizium (Text nicht notiert).
    Textgeschichte: Weitere Halberstädter Breviere, die mit Sicherheit ebenfalls aus dem Augustiner-Chorfrauenstift Marienberg bei Helmstedt nach Wolfenbüttel gekommen sind, vgl. in Cod. Guelf. 145.1 Helmst. und 145.2 Helmst. (die zu diesem Codex gehörenden partes hiemalis und vernalis), Cod. Guelf. 398 Helmst. (pars hiemalis), 489 Helmst. (pars aestivalis, Temporale), 495 Helmst. (pars aestivalis, Sanctorale), 506 Helmst. (pars aestivalis), 512 Helmst., 541 Helmst. (später im Augustiner-Chorfrauenstift Dorstadt), 583 Helmst., 1152 Helmst. (mnd. Fassung), 1156 Helmst., 1292 Helmst. und 1374 Helmst. (unvollständig).
    Drucke des Halberstädter Breviers
    • GW 53485351 (= Bohatta Bibliographie 49 und 238–240);
    • Bohatta Breviere 2257–2262.
Bibliographie

Korrekturen, Ergänzungen:
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer hinzugefügt (schassan, 2019-08-20)

Abgekürzt zitierte Literatur

V. Rose, Die Handschriften-Verzeichnisse der Königlichen Bibliotheken zu Berlin, Bd. 13: Verzeichniss der lateinischen Handschriften, Bd. 2: Die Handschriften der kurfürstlichen Bibliothek und der kurfürstlichen Lande, 1. Abteilung, Berlin 1901
AH Analecta hymnica medii aevi, hrsg. von G. M. Dreves und C. Blume, Bd. 1–55, Leipzig 1886–1922, Registerbd. 1–2, hrsg. von M. Lütolf, Bern u. a. 1978
Bernardi opera Sancti Bernardi opera, hrsg. von J. Leclercq und H.-M. Rochais, Bd. 1–9, Rom 1957–1998
Bohatta Bibliographie H. Bohatta, Liturgische Bibliographie des XV. Jahrhunderts mit Ausnahme der Missale und Livres d'heures, Wien 1911, ND Hildesheim 1961
Bohatta Breviere H. Bohatta, Bibliographie der Breviere 1501–1850, Leipzig 1937
CANTUS CANTUS: A Database for Latin Ecclesiastical Chant. Indices of chants in selected manuscripts and early printed sources of the liturgical Office (http://cantus.uwaterloo.ca//)
CAO R.-J. Hesbert, Corpus antiphonalium officii, Bd. 1–6, Rom 1963–1979 (Rerum ecclesiasticarum documenta. Series maior 7–12)
CC SL Corpus Christianorum. Series Latina, Bd. 1–, Turnhout 1954–
Chevalier Repertorium hymnologicum. Catalogue des chants, hymnes, proses, séquences, tropes en usage dans l'église latine depuis les origines jusqu'à nos jours, Bd. 1–6, ed. par U. Chevalier, Louvain u. a. 1892–1921
Grotefend H. Grotefend, Zeitrechnung des deutschen Mittelalters und der Neuzeit, Bd. 1: Glossar und Tafeln, Bd. 2, Abteilung 1: Kalender der Diözesen Deutschlands, der Schweiz und Skandinaviens; Abteilung 2: Ordenskalender, Heiligenverzeichnis, Nachträge zum Glossar, Hannover 1891–1898, Nachdruck Aalen 1984
GW Gesamtkatalog der Wiegendrucke, Bd. 1–, Leipzig 1925–1938, Stuttgart 1978–
Härtel Lamspringe H. Härtel, Lamspringe. Ein mittelalterliches Skriptorium in einem Benediktinerinnenkloster, in: Kloster und Bildung im Mittelalter, hrsg. von N. Kruppa und J. Wilke, Göttingen 2006 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 218, Studien zur Germania sacra 28), 115–153
Heinemann O. von Heinemann, Die Helmstedter Handschriften, Bd. 1–3, Wolfenbüttel 1884–1888, Nachdruck Frankfurt/M. 1963–1965 (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Die alte Reihe 1–3)
Krämer S. Krämer, Handschriftenerbe des deutschen Mittelalters, Bd. 1–3, München 1989–1990 (Mittelalterliche Bibliothekskataloge Deutschlands und der Schweiz, Ergänzungsband 1)
Kroos Bildhandschriften R. Kroos, Drei niedersächsische Bildhandschriften des 13. Jahrhunderts in Wien, Göttingen 1964 (Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen. Philologisch-historische Klasse, Dritte Folge, 56)
Milchsack G. Milchsack, Hymni et sequentiae cum compluribus aliis et latinis et gallicis necnon theotiscis carminibus … , Halle 1886
Mone Lateinische Hymnen des Mittelalters. Aus Handschriften hrsg. und erklärt von F. J. Mone, Bd. 1–3, Freiburg/Br. 1853–1855
PL Patrologiae cursus completus. Series Latina, Bd. 1–221, hrsg. von J. P. Migne, Paris 1844–1865
Rosenthal A. Rosenthal, Martyrologium und Festkalender der Bursfelder Kongregation. Von den Anfängen der Kongregation (1446) bis zum nachtridentinischen Martyrologium Romanum (1584), Münster 1984 (Beiträge zur Geschichte des alten Mönchtums und des Benediktinertums 35)
Schaller/Könsgen D. Schaller und E. Könsgen, Initia Carminum Latinorum saeculo undecimo antiquiorum, Göttingen 1977, Supplementbd. fortgeführt von Th. Klein, Göttingen 2005
Thorndike/Kibre L. Thorndike und P. Kibre, A catalogue of incipits of mediaeval scientific writings in latin, revisited and augmented edition, London 21963 (Mediaeval Academy of America publication 29)
Walther I H. Walther, Initia carminum ac versuum medii aevi posterioris Latinorum, Göttingen 1959 (Carmina medii aevi posterioris Latina 1)

  • Weitere Literaturnachweise im OPAC suchen.
  • Weitere Literaturnachweise suchen (ehem. Handschriftendokumentation)

Dieses Dokument steht seit dem 1.März 2013 unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz (CC BY-SA).

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (Copyright Information