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Beschreibung von Cod. Guelf. 417 Helmst. VS VS und HS
Die mittelalterlichen Helmstedter Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil 3: Cod. Guelf. 371 bis 460 Helmst. Beschrieben von Bertram Lesser. Wiesbaden: Harrassowitz, (im Erscheinen).
Handschriftentitel: Hugo von Trimberg. Freidank. Stephan von Dorpat. Der kindere hovescheit. Jansen Enikel
Entstehungsort: Northeim, Benediktinerkloster St. Blasius
Entstehungszeit: um 1425
Katalognummer:
  • Heinemann-Nr. 452
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer, 32412267,T
Beschreibstoff:
Umfang: 192 Bl.
Format: 29 × 21,5 cm.
Seitennummerierung: Bleistift- und Tintenfoliierung modern: 1199, Vorsatzbl. vorn und hinten Teil der ersten bzw. letzten Lage, ungez., Zählfehler: Zählung springt von Bl. 150 auf Bl. 160. Auf Bl. 125–162 parallele, neu einsetzende moderne Tintenfoliierung auf dem Fußsteg: 132.
Lagenstruktur: 6 VI (71)! V–1 (80). 2 VI (104). V (114). VII (128). 3 VI (173)! VII (187). VII–1 (199)! Reklamanten und Kustoden in arabischen Zahlen auf dem Fußsteg der letzten Versoseite, vor Lage 8 durch Beschnitt verloren, ab dieser Lage auch Lagensignaturen in Minuskelbuchstaben. Lagenmitte jeweils mit Pergamentfalzen verstärkt.
Seiteneinrichtung: Schriftraum: 22 × 15,5 cm, zweispaltig (Spalten jeweils 7 cm breit), 35–47 Zeilen.
Hände:
  • Haupttext von einer Hand in einer sehr regelmäßigen Bastarda mit einigen kursiven Merkmalen;
  • Besitzvermerke und Textüberschriften von einer zweiten Hand.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
  • Rubriziert, rote Lombarden.
  • Auf Bl. 1ra schlichte Initiale E in Unzialform über 8 Zeilen als littera duplex im Kopfstempelschnitt von Rot und Braun gespalten.
Einband:
  • Spätgotischer Holzdeckelband mit braungefärbtem Schweinslederbezug. Streicheisenlinien. Einzelstempel Pelikan mit Jungen: EBDB s003422. Rosette, ein Blattkranz, fünfblättrig: EBDB s006617, EBDB s006645. Sämtlich der Werkstatt "Pelikan 50/51" in Northeim (EBDB w000255) zugeordnet. Stern, sechsstrahlig: EBDB s008831, der Werkstatt "Pelikan 52" in Northeim (EBDB w000979) zugeschrieben, die beide ins Northeimer Blasiuskloster gehören. Vier Doppelbünde, dazwischen alternierend drei einfache Zierbünde ohne Heftfunktion. Kapital an Kopf und Schwanz mit ungefärbten Lederstreifen umflochten. Zwei Langriemenschließen bis auf Riemenreste und Gegenbleche verloren. Außerdem fehlen auf VD und HD jeweils vier Schonernägel, vermutlich in Hut- oder Halbkugelform, sowie die Mittelbeschläge vorn und hinten, die nach den Ausmaßen der Spuren mit den aus einer quadratischen, am Rand gekerbten Platte getriebenen Hohlbuckeln auf Cod. Guelf. 255 Helmst. bzw. 271 Helmst. identisch gewesen sein dürften. Zu weiteren ähnlichen Einbänden aus der gleichen Werkstatt vgl. die Liste bei Cod. Guelf. 296 Helmst.
  • Der vermutlich durch häufigen Gebrauch schon früh im Gelenk gebrochene Vorderdeckel wurde zusammen mit dem Rückenüberzug und den originalen Spiegelfragmenten abgelöst und mittels eines auf den Spiegel geklebten, an der oberen und unteren Kante taschenartig umgeschlagenen und um den Rücken geführten zweitverwendeten Einbandüberzugs neu befestigt. Dieser weist eine vollständige Verzierung aus Platten- und Rollenstempeln auf, vergleichbar ist u. a. EBDB r003480. Anschließend wurden die originalen Spiegelfragmente erneut aufgeklebt. Obwohl in den erhaltenen Bibliotheksrechnungen eine derartige Reparatur nicht explizit nachzuweisen ist, dürfte sie aufgrund des verwendeten Materials in der Universitätsbibliothek Helmstedt vorgenommen worden sein; vgl. ähnliche bestandserhaltende Einbände bei Cod. Guelf. 13 Helmst. und 213 Helmst.
Hauptsprache: Schreibsprachen mitteldeutsch (thüringisch mit einzelnen mittelniederdeutschen Elementen) und mittelniederdeutsch.
Inhalt:
  1. Ir Titelvermerk des 17. Jh. (vom Helmstedter Bibliothekar C. Schrader ?): Hug von Trymberg (übereinstimmend mit dem Katalogeintrag, s. oben). Daneben unter Benutzung dieses Schriftzuges eine Inhaltsangabe des 19. Jh. von der Hand des Wolfenbütteler Bibliothekars C. P. C. Schönemann. Darunter folgender Vermerk: Diese Handschrift des Renners enthält nur einen Auszug und wichtige Stellen fehlen. Verglichen mit der Frankfurter Hs. hat diese etwa 7000 Verse weniger. Göttingen im Dec. 1831. Wilhelm Grimm. – Iv bis auf den Besitzvermerk (s. oben) leer.
  2. 1ra–b Hugo von Trimberg: Von der Jugend und dem Alter (lat.-dt.).
    En iuventus per eventus mea cerno studia
    Nunc benigne nunc indigne vite ducens gaudia
    … — …
    Ouch mir weret daz mich erret wan ich gen sal vcz vnd yn
    Godis gůte mich behůte vnde wende von mir der helle pyn.

    Hauptsprache: Schreibsprachen lateinisch sowie mitteldeutsch mit niederdeutschen Einflüssen.
    Wie in mehreren anderen Hs. als Einleitung ohne erkennbare Zäsur dem anschließenden "Renner" vorangestellt.
    Textgeschichte: In der lateinisch-deutschen Fassung mit oberdeutschen Sprachstand auch in Cod. Guelf. 6.2 Aug. 2°, 1va–b, ebenfalls vor dem Renner; nur die (ober)deutschen Verse auch in Cod. Guelf. 86.3 Aug. 2°, 1r–39v, hier 14r–v (der Wolfenbütteler Überlieferungszeuge der "Tafel der christlichen Weisheit", vgl. 2VL 9, 574–576).
    Edition
    • Der Renner von Hugo von Trimberg, hrsg von G. Ehrismann, Tübingen 1991, ND mit einem Nachwort und Ergänzungen von G. Schweikle, 4 Bde., Berlin 1970 (Deutsche Neudrucke, Reihe 1: Texte des Mittelalters, 1–4), hier Bd. 4, 1–3 (ohne diese Hs.);
    • Das Registrum multorum auctorum des Hugo von Trimberg. Untersuchungen und kommentierte Textausgabe, hrsg. von K. Langosch, Berlin 1942 (Germanische Studien 235), ND Nendeln/Liechtenstein 1969, 269–272 (ohne diese Hs.);
    • R. K. Weigand, Der 'Renner' des Hugo von Trimberg. Überlieferung, Quellenabhängigkeit und Struktur einer spätmittelalterlichen Lehrdichtung (Wissensliteratur im Mittelalter 35), Wiesbaden 2000, 377–379 (378 Nr. 30 Hs. genannt, Sigle Wo4).
    Dazu u. a. Walther I 5401; 2VL 4, 268–282, hier 276f.
  3. 1rb–78va Hugo von Trimberg: Renner.
    Tichtens hatte ich mich vorlobt
    Von der zit sint her myn hobt
    So manegerleye done gewan
    … — …
    Des sol man ym sagen dang
    Wa iz sprach her Fridang
    Vffe erden ist nicht se vollen komen
    Dae ez dem wandel sye benomen.
    Der Text ist etwa um die Hälfte auf ca. 12400 Verse gekürzt, an einigen Stellen aber auch ergänzt. Im einzelnen sind enthalten (die fehlerhafte Auflistung der Lücken bei Mallach, s. unten, ist jeweils korrigiert): Verse 1–9, 13–284, 286–290, 295–328, 331–352, 355–356, 361–366, 369–396, 435–466, 493–504, 573–612, 649–660, 677–682, 685–692, 707–758, zwei Zusatzverse:
    Vnd mit yme atz vnde dranck
    Davon sprach her Frygedanck
    , 759–766, 779–788, 791–794, 803, 805–822, 855–866, 895–918, 931–934, 943–944, 947–950, 953–960, 973–980, 999, 1000, 1007–1022, 1035–1042, 1127–1150, 1159–1162, 1227–1242, 1309–1312, 1417–1421, 1425–1456, 1315–1338, 1467–1679 (die letzten Verse stark verändert:
    Nummer vul vnde alle ouel
    Selden vrome schugen ploich
    Loue nicht vnde nummer noich
    ). Anschließend folgende fünf Zusatzverse:
    Tosla dat slot stel den kelk
    Drink beir vor gude melk
    Leddige den budel besu den schrin
    Recke den telgen beide utz vnd yn
    Soik den Busch und iaghe den gast
    , 1700, 1701 (beide passend modifiziert), 1680, 1702–1704, 1711, 1712, 1835–1864, 1867, 1868, 1871–1886, 1897–1928, 1999–2002, 2023–2032, 2039–2044, 2063–2074, 2081–2112, 2135–2138, 2149–2166, 2187–2192, 2213–2220, 2245–2262, 2269–2280, 2303–2310, 2329–2336, 2339, 2340, 2343–2346, 2351–2354, 2359–2388, 2393–2412, 2449–2461, 2463, 2465–2514, 2653–2660, 2693–2704, 2726–2728, ein Zusatzvers: Der mit deynste sich ernert, 2729–2746, 2759–2771, 2773–2796, 2804–2816, 2863–2874, 2887–2892, 2917–2930, 3005–3042, 3047–3054, 3091–3104, 3115–3130, 3159–3162, 3233–3242, 3359, 3360, 3364–3378, 3405–3440, 3645–3654, 3757–3762, 3745–3746, 3771–3774, 3859–3862, 4001–4016, 4041–4044, 4183–4202, 4269–4272, 4281–4284, 4305–4310, 4325–4354, 4407–4416, 4429–4438, 4455–4464, 4467–4470, 4473–4476, 4495–4500, 4511–4542, 4565–4573, 4575–4608, 4793–4854, 4873–4876, 4887–4918, 4925, 4926, 5037–5040, 5069–5090, 5183–5196, 5205–5214, 5221–5228, 5235–5256, 5279–5334, 5343–5384, 5421–5440, 5507–5518, 5537–5554, 5649–5680, 5701–5712, 5719–5728, 6025–6045, 6047–6064, 6161–6204, 6207, 6208, 6243–6264, 6325–6330, 6351–6388, 6437–6446, 6477–6484, 6511–6522, 6601–6612, 6671–6694, 6727–6758, 6853–6894, 7083–7094, 7105–7108, 7129–7224, 7391–7442, 7551–7574, 7587–7604, 7609–7624, 7723–7786, 8220–8242, 8275–8306, 8323–8348, 8351–8394, zwei Zusatzverse:
    Vnde rechter warheit selden gern
    Wenne sye dat vnrecht schone verkern
    , 8395–8410, 8415–8422, 8445–8470, 8475–8480, 8501–8514, 8517–8536, 8559–8564, 8575–8592, 8595–8598, 8601–8604, 8667–8671, ein Zusatzvers: So moit her mannege lůgen liegen, 8675–8683, 8685–8706, 8709–8714, 8745–8776, 8781–8792, 8839–8846, 8851–8854, 8879–8897, 8899–8924, 8943–8974, 9019–9052, 9113–9163, 9165–9180, 9199–9203, 9205–9210, 9212, 9213, 9216, 9224–9273, 9276–9299, 14741–14780, 14793–14820, 14829–14837, 14839–14864, 14875–14894, 9487–9490, 9525–9534, 9541–9554, 9569–9607, 9609–9622, 9627–9632, 9699–9735, 9737, 9738, 9829–9860, 9871–9874, 9923–9958, 9961, 9962, 9911–9922, 10001–10010, 10035–10044, 10065–10100, 10117–10132, 10139–10142, 10149–10152, 10177–10200, 10206–10228, 10233–10308, 10355–10358, 10361–10384, 10389–10390, 10387, 10388, 10391–10394, 10397–10408, 10445–10464, 10625–10636, 10639, 10640, 10649–10660, 10673–10684, 10693–10696, 10685–10688, 10745–10766, 10783–10786, 10807–10824, 10907–10956, 11069–11080, 11083–11086, 11093–11100, 11187–11198, 11209–11216, 11233–11250, 11253–11264, vier Zusatzverse:
    Wer lachet da eyn toter lit
    Der frowet sich eyner kurtzen zit
    Her weiz ouch nicht wanne in der tod
    Bringet zů der selben not
    , 11281–11312, 11341–11352, 11358, 11357, 11359–11364, 11383–11398, 11401–11482, 11485–11496, 11501–11518, 11727–11738, 11743–11750, 11753–11760, 11770, 11769, 11771–11798, 11805–11934, 11939–12006, 12041–12046, 12057–12060, 12067–12097, 12099–12150, 12153–12293, 12295, 12296, ein Zusatzvers: Daz her an oer daz hette erkorn, 12297–12372, 12387–12390, 12393–12398, 12415–12450, 12497–12514, 12559–12574, 12589–12594, 12605–12620, 12623–12654, 12699–12706, 12755–12764, 12771, 12772, 12791–12814, 12817–12830, 12835–12960, 12963–12970, 12975–12986, 13005–13008, 13013–13016, 13037–13048, 13051–13060, 13065–13084, 13105–13114, 13121–13156, 13195–13234, 13237–13272, 13309–13318, 13325–13336, 13397–13404, 13415–13422, 13425–13430, 13435–13440, 13451–13454, 13459–13472, 13507–13528, 13537–13552, 13669–13680, 13721–13760, 13762–13786, 13817–13824, 13833–13846, 13959–13962, 13965–14016, 14019–14038, 14041–14058, 14060–14066, 14069–14072, 14081–14086, 14091–14102, 14115–14134, 14137–14154, 14157–14163, 14167–14177, 14179–14188, 14191–14244, 14265–14322, 14383–14424, 14431–14438, 14447–14464, 14467–14476, 14479–14494, 14531–14556, 14561–14608, 14609/10, 14611–14622, 14635–14688, 14691–14712, 14733–14740, 14895–14902, 14917–14924, 14945–15082, 15103–15130, 15151–15170, ein Zusatzvers: Mich wundert sere in mynem sin, 15180–15206, 15209, 15210, 15207, 15208, 15211–15256, 15267–15300, 15303–15350, 15355–15359, 15361–15364, 15367–15388, 15395–15398, 15439–15474, 15479–15490, 15495–15504, 15507–15522, 15529–15544, 15549–15618, 15639–15650, 15677–15684, 15689–15752, 15761–15769, 15771–15804, 15807, 15808, 15805, 15806, 15809–15896, 15901–15912, 15919–15944, 15947–15967, 15970, 15969–16020, 16023, 16024, 16021, 16022, 16025, 16026, 16029–16040, 16049–16072, 16123–16135, 16136/37, 16138–16164, 16171–16178, 16183–16278, 16313–16324, 16329–16334, 16353–16370, 16377–16382, 16393–16430, 16465–16488, 16507–16554, 16565–16576, 16581–16600, 16637–16640, 16665–16676, 16691–16694, 16709–16712, 16715–16756, 16761–16774, 16783–16882, 16931–16996, 17065–17086, 17088, 17091, 17092, 17115–17126, 17153–17160, 17163–17202, 17227–17256, 17285–17292, 17349–17363, 17365–17367, 17369–17406, 17409–17458, 17461, 17462, 17459, 17460, 17463–17480, 17491–17522, 17535–17552, 17559–17584, 17597–17622, 17631–17690, 17697–17704, 17707–17714, 17729–17752, 17757–17780, 17783–17792, 17855–17864, 17869–17928, 17947–17992, 17995–18084, 18165–18274, 18287–18290, 18292, 18291, 18293–18296, 18303–18414, 18425–18546, 18549–18554, 18575–18594, 18599–18628, 18631–18648, 18655–18660, 18665–18678, 18687–18816, 18859–18944, 18955–18964, 18971–18996, 18999–19016, 19023–19058, 19091–19100, 19103–19248, 19251–19258, 19269–19384, 19389–19496, 19517–19562, 19579–19639, 19641–19644, 19647–19654, 19659–19670, 19685–19706, 19719–19722, 19781–19821, 19823–19865, 19867, 19868, 19871–19906, 19911–19930, 19935, 19936, 19941–19956, 20005–20026, 20039–20070, 20077–20082, 20097–20256, 20259–20312, 20317–20356, 20365–20378, 20380–20392, 20431–20522, 20533–20552, 20573–20580, 20619–20628, 20641–20680, 20719–20742, 20745–20772, ein Zusatzvers: In eynem bůche ich daz laz, 20844–20892, 20899–20910, 20915–20916, 20923–20936, 20945–20966, 21009–21050, 21067–21092, 21119–21218, 21233–21252, 21311–21314, 21317–21322, 21325, 21326, 21349–21360, 21367–21372, 21375–21380, 21397–21402, 21441–21464, 21473–21476, 21491–21502, 21555–21578, 21603–21618, 21663–21678, 21683–21718, 21821–21832, 21837–21862, 21885–21890, 21905–21916, 21955–21968, 21989–22004, 22006, 22005, 22023–22072, 22511–22532, 22563–22568, 22597–22602, 22611–22616, 22623–22630, 22636, ein Zusatzvers: Desse wort sint nicht lang, 22637–22800, 22839–22852, 22880–22884, 22863–22866, 22885–22966, 22989–23004, 23007–23092, 23105–23128, 23133–23142, 23189–23218, 23223–23234, 23240, 23239, 23241–23260, 23265–23274, 23377–23388, 23427–23454, 23467–23474, 23481–23500, 23513–23573, ein Zusatzvers: Verzern. Nů merket eben, 23595–23608, 23587–23594, 23609–23622, 23651–23665, 23667, 23668, 23666, 23669–23682, 23689–23770, 23787–23794, 23771–23782, 23795–23800, 23803–23818, 23822, 23821, 23823–23834, 23879–23890, 24085–24134, 24137–24318, 24333–24461, 24464–24465, zwei Zusatzverse
    Mozzen scheiden in den tot
    Daz wir nicht hielden din gebot
    , 24494–24523, 24526–24581, 16645–16658, 24606–24611. Auf dem Kopfsteg von Bl. 57rb–61vb zu den Versen 19161–20264 (Tiere und Naturerscheinungen) mehrere Anmerkungen (Incipit de animalibus, der elephant, der lebarte, der panthirs, der einhorn, der ber, der beber, Adelar | kroniche | hauich, nachtegal, karadrius, der leuerich, Epyrus, Galander, Eyn ey, Eyn han, ameysen | Grillen, de wesel | de Salmander, de kreift, van water).
    Hauptsprache: Schreibsprache: "…mitteldeutsch mit niederdeutschen Einflüssen, thüringisch" (Weigand Der 'Renner', s. oben, 133).
    Textgeschichte: Gehört zur Textfassung Az (gekürzter Text der Fassung Ay2, Einordnung nach Weigand Der 'Renner' , s. oben, 133f.). Andere Textfassungen in Cod. Guelf. 6.2 Aug. 2°, 1vb–148ra (Sigle Wo2, Gruppe Ax); 44.15 Aug. 2°, 1r–191v (Sigle Wo1, Gruppe Bz2); 78.4 Aug. 2°, 1va–159vb (Sigle Wo3, Gruppe Ay3). Größere Abschnitte auch in der sog. "Wolfenbütteler Priamelhandschrift" Cod. Guelf. 2.4 Aug. 2°, 90va–91ra, 106ra–119ra, 125vb–126vb, 130vb, 204va–206ra und 236vb–241vb. – Eine sprachlich modifizierte Abschrift von Bl. 1ra–78va dieser Hs. von der Hand des Braunschweiger Arztes und Sprachreformers K. F. A. Scheller (1773–1842) in Cod. Guelf. 706 Novi, p. 1–426, überschrieben in seiner neu erfundenen Orthographie (Ir): Hug fan Trymberg Sassish. Handshrivt des XIV. Jârhunderdes aveshreven dorg K. F. A. Scheller 1828. Zu Scheller vgl.
    • H. Blume; Karl Friedrich Arend Scheller und das "Sassische", in: Braunschweigisches und Ostfälisches. Gedenkschrift für Werner Flechsig, hrsg. von M. Wiswe, Braunschweig 1992, 51–68 (62 beide Hss. genannt);
    • BBL 2, 517.
    Edition
    • Der Renner. Ein Gedicht aus dem XIII. Jahrhunderte, verfasst durch Hugo von Trimberg, Magister und Rector der Schulen in der Theuerstat vor Bamberg, hrsg. vom Historischen Vereine daselbst, H. 1–3, Bamberg 1833–1835 (H. 1, unpag. Vorrede, Nr. 23 Hs genannt);
    • Der Renner von Hugo von Trimberg, hrsg von G. Ehrismann (s. oben), Text in Bd. 1–3 (mit dieser Hs., Sigle H), Bd. 4, 135 Nr. 51, 342 und 351 (jeweils Hs. unter der Sigle H genannt, Einordnung als zur Textklasse II, Gruppe VIβ, gehörend).
    Literatur
    • P. J. Bruns, Helmstädtische Handschrift des Renners von Hugo von Trimberg, in: Bragur. Ein literarisches Magazin der teutschen und nordischen Vorzeit, Bd. 6, 2. Abth. (= Braga und Hermode oder Neues Magazin für die vaterländischen Alterthümer der Sprache, Kunst und Sitten, Bd. 3, 2. Abth.), Leipzig 1800, 206–229;
    • Lexikon deutscher Dichter und Prosaisten, hrsg. von K. H. Jördens, Bd. 2, Leipzig 1807, 480–488 (487 Hs. genannt);
    • C. Janicke, Quaestionis de vita et scriptis Hugonis Trimbergensis specimen, Diss. Halle-Wittenberg, Halle 1856 (13f. Nr. 34, 28–31 Hs. genannt, mit Aufstellung der in dieser Hs. ausgelassenen Verse gemäß der Bamberger Erstausgabe);
    • E. J. Wölfel, Untersuchungen über Hugo von Trimberg und seinen Renner, in: ZfDA 28 (1884), 145–206 (179 Nr. 43 Hs. genannt, Sigle H);
    • G. Ehrismann, Das Handschriftenverhältniss des Renner, in: Germania 30 (1885), 129–153 (149f. Hs. genannt, Sigle H);
    • J. Mallach, Der Auszug z des Renner von Hugo von Trimberg, Phil. Diss. Univ. Greifswald, Greifswald 1910 (nur diese Hs., pass. genannt, Sigle H, 7–9 Aufstellung der in dieser Hs. ausgelassenen Verse gemäß der kritischen Ausgabe von Ehrismann);
    • 2VL 4, 268–282, hier 271–274 und 11, 698f.;
    • Weigand Der 'Renner' (s. oben, 32 Anm. 188, 64 Anm. 64, 133f., 143–152, 159f., 207, 218, 220, 224f. jeweils Hs. genannt, Sigle Wo4).
    – 78vb–80vb leer.
  4. 81ra–104vb Freidank: Bescheidenheit.
    Ich byn genant bescheidenheit
    De aller tůgende crone treit
    … — …
    Daz ist vil dicke geschen
    Daz han wi beide gehort vnde gesehn etc.
    Der insgesamt 3775 Verse umfassende Text ist gekürzt und entspricht in seiner Abfolge über weite Strecken der von Myller (s. unten) abgedruckten, 1870 verbrannten Straßburger Handschrift N. Im einzelnen sind enthalten (fortlaufende Verszählung nach Myller, die dort fehlenden Zusätze dieser Hs. gemäß der Abschnitts- und Verszählung nach Bezzenberger, s. unten, dort auch 264–280 die Konkordanz beider Verszählungen): Verse 1–52, 175.18–19, 53–230, 10.5–6, 231–292, 297–654, 36.27–37.1, 655–692, Zusatzverse dieser Hs. 53.12–13 (Bezzenberger, 235), 693–717, Zusatzvers: We recht tut de ist unverlorn, 718–1012, 65.12–13, 1013–1044, 117.26–27, 1045–1056, 85.23–24, 1057–1126, 113.14–15, 1127–1177, 1180–1218, 1221–1254, 1257, 1258, 1255, 1256, 1259–1466, 1469, 1470, 1467, 1468, 1471–1498, 1501–1574, 1577–1774, 1777–1780, 1775, 1776, 1781–1792, 2435, 2436, 2439, 2440, 1793–1878, 65.8–9, 1879–1884, 70.26–27, 71.1–6, 1885–1892, 1895–1966, 133.1–2, 1967–1974, 1979–2048, 176.20, 2049–2141, 56.17–18 und 15–16, 2142–2147, 73.2–3, 2150–2183, 73.22–23, 2184–2200, 2205–2226, 47.18–19, 2227–2268, 89.22–23, 2269–2374, 114.7–8, 91.20–21, 2375–2404, 2407–2428, 2431–2478, 67.13–14, 2479–2534, 2537–2550, 2553–2616, 144.21, 2617–2679, 2682–2703, 118.1–2, 2704–2771, 101.23–24, 2772–2805, 2842–2849, 104.16–17, 2806–2835, 101.15–16, 2836–2841, 2850–2915, 103.13–14, 2916–2955, 2958–2961, 2956, 2957, 2962–3003, 3006–3069, 3074–3097, 3100–3157, 3160–3181, 151.3, 3182–3228, 3231–3262, 3265–3315, 3318–3321, 3324–3343, 67.3–4, 3344–3383, 122.15–16, 3384–3412, 3415–3427, 13.23a–b, 3428–3439, 3754, 3755, 3440–3467, 3470–3529, 3538–3665, 3670–3673, 3682–3691, 3666–3669, 3692–3713, 3728–3743, 3714–3719, 3744–3753, 3720–3727, 11.15–20, 79.5–6, 12.9–12, 57.10–11, 78.3–4, 102.12–15, Zusatzverse dieser Hs. 102.16–17 (Bezzenberger, 236). Der Text ist unregelmäßig durch rubrizierte Zwischenüberschriften gegliedert, auf Bl. 91rb in marg. bei den Versen 1695, 1714 und 1715 Nota-Vermerke. 98vb in Vers 2798 beim Wort mynnen interlinear leben superskribiert, ebenso bei Vers 2818 durch liebe ersetzt.
    Hauptsprache: "Mundart: Mischung mitteldeutsch/niederdeutsch…", so B. Jäger, Durch reimen gute lere geben. Untersuchungen zu Überlieferung und Rezeption Freidanks im Spätmittelalter, Göppingen 1978 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 238), 46.
    Textgeschichte: Das Fragment einer vollständigen Abschrift mit ähnlicher Schreibsprache in Cod. Guelf. 404.9 Novi (15), ehemals Spiegelbl. von Cod. Guelf. 544 Helmst. Größere Auszüge in der sog. "Wolfenbütteler Priamelhandschrift" Cod. Guelf. 2.4 Aug. 2°, 91rb–99rb, 119rb–125va, 130vb–131vb, 133vb–142va, 206va, 212ra–b und 244vb–245rb; kleinere Versfolgen (meist Zwei- oder Vierzeiler) in Cod. Guelf. 1140 Helmst., 6r; 127a Blank., 83r–86r; 535.16 Novi, 26r, 33v–36v und 51r–53r.
    Druck
    • Sammlung deutscher Gedichte aus dem XII. XIII. und XIV. Jahrhundert, Bd. 2, hrsg. von C. H. Myller, Berlin 1785, 1–33 (hier bis 30, separate Paginierung);
    • Freidank, hrsg. von W. Grimm, 2. Ausgabe, Göttingen 1860, 1–114 (mit dieser Hs., VI–VII genannt, Sigle M);
    • Frîdankes Bescheidenheit, hrsg. von H. E. Bezzenberger, Halle 1872, ND Aalen 1962, 67–232 (mit dieser Hs., 49 Nr. 13 genannt, Sigle M).
    Literatur
    • J. J. von Eschenburg, Über das Spruchgedicht FREIDANK, in: Denkmäler altdeutscher Dichtkunst, beschrieben und erläutert von Dems., Bremen 1799, 81–118 (92 Hs. genannt);
    • H. Beckers, Bruchstücke einer westfälischen Freidankhandschrift vom Ende des 13. Jahrhunderts, in: Jahrbuch des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung 94 (1971), 83–98 (97 Hs. genannt);
    • B. Jäger, Durch reimen gute lere geben (s. oben, 46, 83, 154, 156, 217, 290 Hs. genannt);
    • 2VL 2, 898–903 und 11, 461;
    • D. Bertagnolli, Freidank. Die Sprüche über Rom und den Papst, Göppingen 2013 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 775), 35 u.ö., 197–200 (jeweils Hs. genannt, Sigle M).
    – 105ra–vb leer.
  5. 106ra–123va Stephan von Dorpat: Cato.
    • (106ra–b) Versprolog (mnd.).
      Got here vorluchte mynen sin
      Vnde ghut de wisheyt al dar in
      … — …
      Des spreket in godes namen
      Alle mit mir Amen.
      Auf dem Kopfsteg von Bl. 106r der Vermerk: Heir heuet sich an Chatho.
    • (106rb–va) Praefatio (mnd. mit der lat. Epistula).
      Et was eyn gut man hir tovoren
      De hadde eynen sone also gi mogen horen
      … — …
      Wente lesen vnde nicht vornemen
      Dat is nu vorsumenisse vnd na eyn scheme.
    • (106va–108vb) Breves sententiae (lat.–mnd.).
      Itaque deo supplica. To de ersten scal men eren gode
      Also vns witlik dot sine gebode
      … — …
      Dat du denkest vmme my
      Vnde ok din levent redelik si.
      Enthalten sind (in dieser Reihenfolge) die Sentenzen Nr. 1, 2, 10, 5, 7, 27, 23, 49, 3, 4, 6, 8, 11–15, 20, 28, 29 (die nd. Verse enthalten die Sentenzen 29 und 45), 33, 16, 17, 21, 34, 25, 18, 22, 19, 24, Exerce Studium (vgl. dist. IV, 21, mit 6 nd. Versen), 38, 31, 44, 41, 43, 42, 40, 35–37, 47, 52, 54, 51, 50, 53 und 56.
    • (108vb–123va) Liber Ⅰ–Ⅳ (lat.–mnd.).
      Si deus est animus ut nobis carmina dicunt
      Hic tibi precipue sit pura mente colendus
      Is got eyn got also vns demœt
      … — …
      Dat scaltu maken sere recht
      Sů so bistu godes knecht etc.
      Enthalten sind (in dieser Reihenfolge) die Distichen mit mnd. Übersetzung und Kommentierung Liber Ⅰ, dist. 1–22, 23 (nur mnd.), 24–40, mnd. Versepilog; Liber Ⅱ, praef., dist. 1–9, 10 (nur mnd.), 11–29, 31, 30; Liber Ⅲ, praef. Z. 1–2, dist. 1, praef. Z. 3–4, dist. 2–7, 9, 8, 10–16, 18, 17, 19–24; Liber Ⅳ, praef., dist. 1–6, 8, 10 (fälschlich mit dem lat. Distichon Ⅳ 9), 11–49.

    Hauptsprache: Grundtext der Disticha Catonis lateinisch, Schreibsprache mittelniederdeutsch (ostfälisch) mit einzelnen oberdeutschen Worten, vgl. Baldzuhn Schulbücher (s. unten), Bd. 1, 169.
    Textgeschichte: Die Wolfenbütteler Parallelüberlieferung anderer Cato-Übersetzungen ist bei Baldzuhn Schulbücher (s. unten), Bd. 2, 922–992, verzeichnet.
    Edition
    • P. Graffunder, Mittelniederdeutscher Cato, in: Jahrbuch des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung 23 (1897), 1–50, Text 12–50 (nur der mnd. Text der Verse 1–1655 nach dieser Hs., 1 genannt, Sigle W);
    • Ders., Meister Stephans Mittelniederdeutscher Cato, in: Jahrbuch des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung 25 (1899), 1–33, Text 13–33 (nur der mnd. Text der Verse 1656–2345 mit dieser Hs., Sigle W);
    • Disticha Catonis, recensuit et apparatu critico instruxit M. Boas, Amsterdam 1952, 4–261 (lat. Text).
    Literatur
    • F. Zarncke, Der deutsche Cato. Geschichte der deutschen Übersetzungen der im Mittelalter unter dem Namen Cato bekannten Distichen bis zur Verdrängung derselben durch die Übersetzung Sebastian Brants am Ende des 15. Jahrhunderts, Leipzig 1852 (155–160 Hs. genannt und beschrieben, Beginn und Ende des Textes abgedruckt);
    • B. Claussen, Die Rostocker Bruchstücke des mittelniederdeutschen Cato, in: Wissenschaftliche Zeitschrift der Universität Rostock, Gesellschafts- und sprachwissenschaftliche Reihe, Sonderheft 17 (1955/56), 217–227 (pass., bes. 217 und 227 Hs. genannt);
    • 2VL 9, 290–293 (292 Hs. genannt);
    • M. Baldzuhn, Schulbücher im Trivium des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Die Verschriftlichung von Unterricht in der Text- und Überlieferungsgeschichte der 'Fabulae' Avians und der deutschen 'Disticha Catonis', 2 Bde., Berlin, New York 2009 (Quellen und Forschungen zur Literatur- und Kulturgeschichte 44/1,2), Bd. 1, 168–171; Bd. 2, 943 (jeweils Hs. genannt, Sigle: S-Wol);
    • Ders., 'Disticha Catonis' – Datenbank der deutschen Übersetzungen (online);
    • C. Benati, Stephan von Dorpat and his Low German translation of the Disticha Catonis, in: Medieval German Textrelations: Translations, Editions, and Studies (Kalamazoo Papers 2010–2011), hrsg. von S. Jefferis, Göppingen 2012 (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 765), 15–39 (17f., 35 Hs. genannt, Sigle W).
  6. 123vb–124vb Der kindere hovescheit.
    Wer his von guder art si
    Deme tucht vnde ere wone bi
    Den bidde ik dorch de doget sin
    Dat he hore de lere myn
    … — …
    Dit is der kindere hovescheit
    Vil mer vort an der papheit
    Dusse scrift vorbetere eyn itlik man
    De der minscheit gůdes gan etc.

    Hauptsprache: Schreibsprache: Mittelniederdeutsch (ostfälisch), mit lateinischen Rubriken.
    Direkt darunter Besitzvermerk (s. oben).
    Textgeschichte: Der Text entspricht im Hauptteil weitgehend der oberdeutschen "Rossauer Tischzucht" und bildet in diesem Codex eine Ergänzung zum vorausgehenden Cato-Text. Eine leicht abweichende Fassung auch in Gandersheim, StiB, Hs. 264, 98r–v (Gandersheim, 63).
    Edition
    • M. Geyer, Altdeutsche Tischzuchten, Altenburg 1882 (Programm des Friedrichs-Gymnasiums Altenburg 1882), 12–14;
    • E. Sievers, Der kindere hovescheit, in: ZfDA 21 (1877), 60–65 (nach dieser Hs.);
    • Höfische Tischzuchten. Nach den Vorarbeiten Arno Schirokauers hrsg. von T. P. Thornton, Berlin 1957 (Texte des späten Mittelalters 4), Berlin 1957, 75 Nr. 6.c und 49–53 Nr. 6c (nach dieser Hs., 75 genannt).
    Literatur
    • 2VL 9, 941–947 (943 Hs. genannt).
  7. 125ra–199va Jansen Enikel: Weltchronik.
    Got aller dinge eyn vbercraft
    Gib mynen mut die meisterscaft
    Also daz myn zunge
    Allerre ordenunge
    Vnd ou von von diner gotheit
    Da nimmer zu ende wirt von geseit
    … — …
    Vnd dar zů zwu nacht
    Als im got het gedacht.
    Hi hat daz bůch ein ende
    Got an vnserm ende
    Daz wir alle komen dar
    In daz wert himmelrich
    Vnd daz besitzen ewigklich.

    Hauptsprache: "Die sprache ist mitteldeutsch mit niederdeutschen elementen, genauer thüringisch; gelegentlich schimmert die bairisch-österreichische vorlage … durch" (Jansen Enikels Werke, s. unten, XX).
    Der mit rubrizierten Zwischenüberschriften versehene Text reicht von der Einleitung und Schöpfungsgeschichte bis zum Tode Moses’ (Verse 1–9396), die zusätzlichen 10 Schlussverse sind nur hier nachgewiesen. Über dem Textbeginn die nachträgliche Notiz: Heir geit de bibel an. Auf Bl. 164rb nach dem Vers Die stymme hort Jacoben an (4446) folgende Zufügung von der Hand des Schreibers: Etcetera rintfleisch kol vnd arweiz. Ein ähnlicher Schlussvers auch in einer verlorenen Handschrift aus dem Augustiner-Choherrenstift Neuwerk in Halle, zitiert bei Gudenus, 569 Nr. LXVII.
    Textgeschichte: Eine sprachlich modifizierte Abschrift des Textes von der Hand des Braunschweiger Arztes und Sprachreformers K. F. A. Scheller (s. oben) in Cod. Guelf. 707 Novi, p. 3–288, überschrieben in seiner neu erfundenen Orthographie (Ir): De Bibel fan Johans, heren Janse en Enkel, Sassish. Na ener handshrivt des XIV Jârhunderdes dorg K. F. A. Scheller. (1828 un 1829).
    Edition
    • Jansen Enikels Werke (Weltchronik, Fürstenbuch), hrsg. von P. Strauch, Hannover 1900 (MGH Deutsche Chroniken 3), 1–574, hier 1–180 (mit dieser Hs., Zahlensigle 8, XX genannt und beschrieben).
    Literatur
    • Rep. font. 6, 514;
    • 2VL 2, 565–569;
    • D. Klein, Heinrich von München und die Tradition der gereimten deutschen Weltchronistik, in: Studien zur 'Weltchronik' Heinrichs von München, Bd. 1: Überlieferung, Forschungsbericht, Untersuchungen, Texte, hrsg. von H. Brunner, Wiesbaden 1998 (Wissensliteratur im Mittelalter 29), 1–112 (97 Nr. 105 Hs. genannt).
    – 199vb–*Ivb leer.
Entstehung der Handschrift: Der Codex wurde um 1425 offenbar nach mehreren Vorlagen, die nicht nur aus dem näheren Umfeld, sondern auch aus dem mitteldeutschen Raum stammen, im Benediktinerkloster St. Blasius Northeim geschrieben, vgl. die Besitzvermerke auf Bl. Iv; Dut Bouck hoert sancti Blasii in Northeym (wiederholt 124vb und 199v) sowie 78va: Liber sancti Blasii in Northeym. Der beschädigte und erneuerte Einband und die abgegriffenen Stellen auf dem Fußsteg der Hs. lassen auf einen langen und intensiven Gebrauch schließen. Ob dies im schulischen Kontext geschah, aus dem einige der enthaltenen Texte stammen, ist aufgrund der wenigen Benutzerspuren (beispielsweise auf Bl. 46va ein Nota-Vermerk mit Trifolium als Marginalie zum "Renner"-Vers 16803: Schůler von tůgenden sint genannt) zwar zu vermuten, aber nicht eindeutig nachweisbar. Der Codex fehlt im Northeimer Bücherverzeichnis von Johann Letzner.
Erwerb der Handschrift: Zusammen mit der übrigen Konventsbibliothek am 3.2.1624 in die Universität Helmstedt überführt (Germania Benedictina 6, 379). 1644 im Handschriftenkatalog der Universitätsbibliothek (Cod. Guelf. 27.2 Aug. 2°, 30r) unter den Miscellanei MSSti in folio als Hugen von Trymberg Teutsche Reimen von Tugendt vndt Untugendt beschrieben, im Handschriftenverzeichnis von 1797 (BA III, 52) unter Nr. 289 aufgeführt.
Bibliographie
Handschriftenteil: VS
Entstehungsort: Norddeutschland
Entstehungszeit: um 1150
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 1 Bl.
Format: 13,5 × 8 cm.
Zustand: Das Fragment besteht aus zwei Streifen eines Bl., die jeweils 13–13,5 x 4 cm messen; ein Streifen ist kopfständig eingeklebt.
Seiteneinrichtung: Schriftraum: 13,5 × 8 cm, einspaltig, noch 10 blindliniierte Zeilen erkennbar.
Hände: Carolino-Gothica von einer Hand.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck: Rubriziert, rote Lombarden und Satzmajuskeln.
Inhalt:
1. VS Psalterium. Zu erkennen sind Textreste aus Ps 65,10–66,4.
Textgeschichte: Makulatur aus dem gleichen Codex befindet sich auch in Cod. Guelf. 597 Helmst.
Handschriftenteil: VS und HS
Entstehungsort: Norddeutschland
Entstehungszeit: 14. Jh.
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 2 Doppelbl.
Format: 29 × 16–20 cm.
Zustand: Die beschnittenen Einzelbl. messen jeweils 20,5 x 16 cm; auf dem VS wurde ein großes, unregelmäßiges Stück aus der Mitte entfernt.
Seiteneinrichtung: Schriftraum: 18 × 13 cm, einspaltig, max. 25 Zeilen erhalten.
Hände: Textualis von einer Hand.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck: Rubriziert, rote Lombarden.
Inhalt:
1. VS, HS Aelius Donatus: De partibus orationis ars minor (spätmittelalterlicher Normaltext). Erhalten sind auf dem VS Teile von cap. 27 sowie cap. 33 (Schluss) und 34 (Beginn); auf dem HS Teile von cap. 24 sowie cap. 34 (Schluss) und 35 (Beginn). Druck: Schwenke Donat- und Kalender-Type, 44, 47, 43, 48.

Korrekturen, Ergänzungen:
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer hinzugefügt (schassan, 2019-08-20)
  • Normdaten ergänzt bzw. korrigiert. (schassan, 2015-09-04)

Abgekürzt zitierte Literatur

BBL 2 Braunschweigisches Biographisches Lexikon: 19. und 20. Jahrhundert, hrsg. von H.-R. Jarck und G. Scheel, Hannover 1996
EBDB Einbanddatenbank (http://www.hist-einband.de/, besonders die Sammlung Wolfenbüttel)
Ebert F. A. Ebert, Bibliothecae Guelferbytanae Codices Graeci et Latini Classici, Leipzig 1827 (Die Bildung des Bibliothekars 2 = Zur Handschriftenkunde 2)
Gandersheim Die Handschriften der Stiftsbibliothek zu Gandersheim, beschrieben von H. Härtel, Wiesbaden 1978 (Mittelalterliche Handschriften in Niedersachsen 2)
Germania Benedictina Germania Benedictina, hrsg. von der Bayerischen Benediktiner-Akademie München in Verbindung mit dem Abt-Herwegen-Institut Maria Laach, Bd. 1–, St. Ottilien 1994–
Gudenus V. F. von Gudenus, Codex diplomaticus sive anecdotorum res Moguntinas… maxime illustrantium, Bd. 2, Frankfurt/M., Leipzig 1747
Heinemann O. von Heinemann, Die Helmstedter Handschriften, Bd. 1–3, Wolfenbüttel 1884–1888, Nachdruck Frankfurt/M. 1963–1965 (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Die alte Reihe 1–3)
Krämer S. Krämer, Handschriftenerbe des deutschen Mittelalters, Bd. 1–3, München 1989–1990 (Mittelalterliche Bibliothekskataloge Deutschlands und der Schweiz, Ergänzungsband 1)
MGH Monumenta Germaniae Historica inde ab anno Christi quingentesimo usque ad annum millesimum et quingentesimum … , Hannover u. a. 1826–
Rep. font. Repertorium fontium historiae medii aevi, Bd. 1–12, hrsg. vom Istituto Storico Italiano per il Medio Evo, Rom 1962–2007
Schönemann Merkwürdigkeiten 2 C. P. C. Schönemann, Merkwürdigkeiten der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel, Bd. 2: Zweites und drittes Hundert, Hannover 1852
Walther I H. Walther, Initia carminum ac versuum medii aevi posterioris Latinorum, Göttingen 1959 (Carmina medii aevi posterioris Latina 1)
WZIS Wasserzeichen-Informationssystem. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart (http://www.wasserzeichen-online.de/wzis/index.php)

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