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Beschreibung von Cod. Guelf. 445 Helmst.
geplant: Die mittelalterlichen Helmstedter Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil 3: Cod. Guelf. 441 bis 615 Helmst., beschrieben von Bertram Lesser.
Handschriftentitel: Gregorius I papa. Johannes Herolt. Theodoricus Engelhusius. Navigatio sancti Brendani. Visio Tnugdali
Entstehungsort: Darmstadt
Entstehungszeit: 1453
Bemerkung:
Katalognummer:
  • Heinemann-Nr. 480
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer, 32412318,T
Beschreibstoff:
Umfang: 310 Bl.
Format: 28,5 × 20,5 cm.
Seitennummerierung: Tintenfoliierung modern: 1–310, auf Bl. 4–310 zeitgenössische Foliierung in rubrizierten römischen Zahlen: II–CCCX, Zählfehler: Zählung springt von CCCIII auf CCCVI.
Lagenstruktur: 25 VI (300). V (310).Reklamanten, Bogensignaturen in römischen Zahlen und Minuskeln, zweifach: a1–g6, setzt auf Bl. 85 erneut ein: a1–r6, in einigen Lagen durch Beschnitt verloren. Lagenmitte jeweils mit Pergamentfalzen verstärkt.
Zustand: In den ersten (1r–84v) und letzten (284r–304v) Lagen leichter Tintenfraß.
Seiteneinrichtung: Schriftraum: 20–21,5 × 13–14 cm, zweispaltig, 32–46 Zeilen.
Hände: Regelmäßige Bastarda von der Hand des Petrus Mule, Textualis als Auszeichnungsschrift.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
  • Rubriziert, rote Lombarden, Seitentitel und Blattzahlen (z. T. an Kopf- und Fußsteg Repräsentanten und Rubrikatoranweisungen erkennbar).
  • Am Beginn einzelner Werke und Abschnitte einfache rote Initialen in Unzialform über 5 bis max. 10 Zeilen. Zusätzlich 15 federgezeichnete, durch zusätzliche Rubrizierung der Konturen hervorgehobene Figureninitialen in einfachen Rahmen mit z. T. kunstvollen Schraffuren, 2vb Initiale Q über 9 Zeilen: Zwei Männer in zeitgenössischer Tracht – enganliegendes Wams (Schecke), Beinlinge und Schnabelschuhe, mi-parti rot und grün bzw. weiß und grün koloriert –, die sich gegenseitig in kunstvoller Körperbeugung an den Schuhspitzen halten, bilden den Buchstabenkörper, das nach unten gestreckte Schwert eines Mannes ergibt die Cauda; 13va Initiale F über 10 Zeilen: Ein Mann mit zurückgebogenen Beinen und Oberkörper schlägt mit einem Schwert auf einen zweibeinigen, flügellosen Lindwurm mit Knoten im Schwanz ein, der ihn an der Hüfte gepackt hat; 25vb Initiale D über 9 Zeilen: Ein aufgerichteter Hund beißt einem Mann mit zurückgebogenen Beinen und Oberkörper in den Kopf, zwei kleinere Hunde sind in das Haar des Mannes bzw. das Hinterbein des größeren Hundes verbissen (starke Ähnlicheiten zur Figureninitiale in der Schwesterhs. Berlin, SBBPK, Ms. theol. lat. qu. 348, 80v, siehe unten); 85ra Initiale Q über 10 Zeilen: Drei Drachen sind nach Art eines Ouroboros zu einem Kreis geschlungen, die herausgestreckte Zunge des einen Fabelwesenes ist mit der eines vierten, gestreckten Drachens, der die Cauda bildet, verknotet; 85va Initiale B über 9 Zeilen: Ein aufrechtstehender Mann hält hinter seinem Rücken einen Drachen am Schwanz, der wiederum einen zweiten Drachen in den Schwanz beißt; 106ra Initiale D über 9 Zeilen: Ein geflügelter Lindwurm streckt Kopf und Schwanz durch zwei Löcher eines Baumstamms; 121ra Initiale D über 10 Zeilen: Zwei Männer in Schecke und Beinlingen halten sich gegenseitig an den Füßen und bilden einen Kreis, ein heranfliegender Drache beißt in den Leib einer Figur; 136vb Initiale Q über 9 Zeilen: Drei Drachen sind an Zungen und Schwänzen zu einem Kreis verbunden, der Schwanz des unteren Drachen läuft in eine Ranke mit Blättern und einer Eichel aus, an der ein Affe emporklettert; 137rb Initiale D über 8 Zeilen: Ein Drache streckt Kopf und Schwanz durch zwei Löcher eines Baumstamms (ähnlich oben 106ra); 154vb Initiale S über 9 Zeilen: Drei quer übereinanderliegende Hunde sind mit ihren Pfoten, Zungen und Schwänzen zum Buchstabenkörper verbunden; 179ra Initiale E über 10 Zeilen: Ein Drache streckt Kopf und Schwanz durch die Äste eines Baumes, der auf einer Wiese mit Blumen steht; 201ra Initiale C über 6 Zeilen: Ein kahlköpfiger Mann in Schecke und Beinlingen stützt sich rücklings mit Hand und Fuß an einen Baumstamm; 203vb Initiale D über 10 Zeilen: Ein auf den Hinterbeinen stehendes Wildschwein leckt an einem Baum; 220va Initiale D über 8 Zeilen: Drei Männer in Wams und Beinlingen halten sich gegenseitig an den Füßen, die obere und untere Figur streckt jeweils ein Bein nach außen; 272ra Initiale C über 7 Zeilen: Ein aufrecht stehender Mann hält ein Drachen am Schwanz, der sich nach unten windet und in das Bein des Mannes beißt. Zu ähnlichen Figureninitialen aus dem 15. Jh. (sog. Berliner Alphabet, Holzschnittalphabet von 1464, Figurenalphabet des Meisters E. S.) vgl. J. A. Wurst, Das Figurenalphabet des Meisters E. S., München 1999 (Schriften aus dem Institut für Kunstgeschichte der Universität München 73), pass., bes. S. 17–52.
  • Außerdem 2 kolorierte Federzeichnungen, 2va: Auf einem bräunlichen, stilisierten Landschaftsuntergrund steht der nimbierte Papst Gregor, bekleidet mit einer Albe mit einem rechteckigen Zierstück (Parura), rotem Cingulum und einem roten Pluviale mit grünem Aurifrisium sowie den Amtsinsignien (rote Tiara mit Fasciae, Pontifikalhandschuhe und Ferula), die Linke[sic] zum Segens- bzw. Redegestus erhoben. Vor seinem Mund ein kunstvoll gewundenes Spruchband mit der einleitenden Rubrik: Dyalogus sancti Gregorii pape. 80va: ungelenk wirkende, mit roten Strichen und Schraffuren konturierte Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes in der Art zeitgenössischer Kanonbilder; insbesondere die blutenden Wundmale und die unter dem Kreuz liegenden Skelettreste Adams sind hervorgehoben.
Einband: Spätgotischer Holzdeckelband mit Schafslederbezug (Fleischseite außen), berieben, an den Kanten beschädigt, bräunlich verfärbt. Streicheisenlinien. 4 Doppelbünde, Kapital an Kopf und Schwanz mit grüngefärbten Schnüren umflochten. 2 Langriemenschließen (Schweinsleder). 2 x 5 Schonernägel in Hutform aus Messing, vorn 3 verloren. Auf dem VD Titelschild (13,5 × 4 cm, Papier): Dyalogorum [libri] sancti Gregorii pape. Item aliqua exempla. Item passio domini secundum Johannem. Item Expositio psalterii. Item peregrinatio sancti Brandani abbatis. Item visio terribilis Tungdali militis hibernensis.
Zusatzmaterial: Fragment HS: Pergament, ein Bl., 28,5 × 17 cm, dazu ein kopfständig eingeklebter Streifen, 28,5 × 3 cm. Schriftraum: 26 × 16 cm, einspaltig, 27 Zeilen. Karolingische Minuskel, spätes 11. oder frühes 12. Jh.Breviarium. Proprium de tempore. Gebete sowie in kleinerer Schrift Antiphon (CAO 5458). Notation über der Textzeile mit adiastematischen, sog. „frühdeutschen“ Neumen, Corbin, 3.59–66). Anschließend Lesung Act 1,1-11 zur ascensio domini. Aus der gleichen Hs. stammen auch die als Heftverstärkung verwendeten Pergamentfalze.
Entstehung der Handschrift: Der Codex wurde laut Kolophon 1453 von dem Deutschordenspriester Petrus Mule in Darmstadt geschrieben. Von seiner Hand stammt auch die identisch ausgestattete und illuminierte Hs. Berlin, SBBPK, Ms. theol. lat. qu. 348 (Berlin 1,2, 176–181, eine Abb. in: Glanz alter Buchkunst. Mittelalterliche Handschriften der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin, hrsg, von T. Brandis und P. J. Becker, Wiesbaden 1988 (Staatsbibliothek Preussischer Kulturbesitz, Ausstellungskataloge 33), 256f. Nr. 122).
Provenienz der Handschrift: Bei seinem Eintritt in die Kartause Eppenberg im Jahre 1475 schenkte Mule beide Codices der Konventsbibliothek (310v): Hunc librum assignavit Carthusie in Hassia Petrus Mule de Darmstat et post hoc monachus ibidem effectus est anno iubilei etc. [14]75 tercio die post festum Iohannis ante portam latinam. — 1529 verkaufte der vor der Reformation geflohene Eppenberger Kartäuser Johannes Hasen den Codex dem Benediktinerkloster St. Blasius in Northeim, wo der alte Besitzvermerk gestrichen und ein ausführlicherer daruntergesetzt wurde (ibid.): Liber monasterii Sancti Blasii in Northeym ordinis sancti Benedicti Maguntinensis diocesis. Anno domini MDXXIX emptus a patre priore a domino Johanne Hasen quondam Carthusiensis in Appenberge, sed expulsus a lantgravio Hassie qui ipsam carthusiam spoliavit personis et omnibus bonis tam spiritualibus quam temporalibus, redditibus, vineis et censibus etc., quia ipse fuit factus Martinianus hereticus et scismaticus. Insuper monasteria ordinis sancti Benedicti scilicet Hasungen et Bredenouwe et toto spoliavit tam personis quam bonis et cetera uno tempore. In Johann Letzners Northeimer Bücherverzeichnis von 1592 als Dialogus Gregorii. Passio Christi secundum Johannem. Expositio totius psalterii. Visio Tandali[sic] militis verzeichnet (Herbst Bibliothek Northeim, Sp. 68 Nr. 80–83).
Erwerb der Handschrift: Zusammen mit der übrigen Konventsbibliothek am 3.2.1624 in die Universität Helmstedt überführt (Germania Benedictina 6, 379). 1644 im Katalog der Helmstedter Universitätsbibliothek (Cod. Guelf. 27.2 Aug. 2°, 11r) ausführlich unter den Theologici in folio beschrieben; im Handschriftenverzeichnis von 1797 (BA III, 52) unter Nr. 189 nachgewiesen.
Inhalt:
  1. VS Tabula. Dialogus beati Gregorii pape. Aliqua exempla de penitencia … — … Vita sancti Brandani abbatis. Visio Thundali militis.
  2. 1ra–66va Gregorius I papa: Dialogorum libri IV.
    • (1ra–2va) Tabula. >Incipiunt capitula dyalogorum sancti Gregorii pape et sunt hic libri primi<. >Expliciunt capitula<. Kapitelübersicht aller vier Bücher, entspricht weitgehend der Ausgabe, Ausnahmen: In Buch III ist die Überschrift von Kapitel 15 als Kapitel 26 eingeschoben, in Buch 4 fehlt die Überschrift von Kapitel 23, die von Kapitel 27–29 sind zusammengefasst, so dass die Überschriften der enthaltenen Kapitelzahl entsprechen.
    • (2vb–62vb) Textus. >Dyalogus sancti Gregorii pape (als Spruchband in der kolorierten Zeichnung des Papstes, siehe oben)<. >Explicit dyalogus sancti Gregorii pape etc. Amen<. Buchgliederung durch Rubriken und Seitentitel mit Buch- und Kapitelzählung; letztere in marg. wiederholt. Der Text jedes Buches zusätzlich durch fortlaufende Spaltenzählung in Groß- und Kleinbuchstaben (A–Y) in registerrelevante Abschnitte geteilt. Kapitelteilung weicht vielfach von der Ausgabe ab: Buch I (2vb–13va): Kapitel 3,1 an Kapitel 2; Kapitel 7,1 zur Hälfte an Kapitel 6. Buch II (13va–25vb): Kapitel 8,1 zur Hälfte an Kapitel 7; Kapitel 11,3 an Kapitel 12; Kapitel 13,4 zur Hälfte und Kapitel 15 ganz an Kapitel 14 (aber als 2 Kapitel gezählt); Kapitel 33,1 an Kapitel 32; Kapitel 37,1–2 an Kapitel 36; Kapitel 38, Satz 1, an Kapitel 37. Buch III (25vb–43va): Kapitel 7,10 zur Hälfte an Kapitel 8; Kapitel 12,1 an Kapitel 11; Kapitel 14 und 15 zusammen (als ein Kapitel gezählt); Kapitel 18, Satz 1, an Kapitel 17 (Hs.: 16); Kapitel 26,7–27 als Kapitel 26 gez., Kapitel 30, 1 an Kapitel 29 (Hs.: 28); Kapitel 34 wieder als 34 gez. (33 übersprungen). Buch IV (43va–62vb): Kapitel 3,3 an Kapitel 4; Kapitel 5 geteilt: Kapitel 5,3–9 als Kapitel 6 gez., Kapitel 6 und 7 zusammengezogen, als Kapitel 7 gez.; Kapitel 22 und 23 zusammengezogen, als Kapitel 22 gez.; Kapitel 27 (Hs.: 26), 14 zu Kapitel 28 (Hs.: 27); Kapitel 28,6–29,1 als Kapitel 28 gez.; Kapitel 29,2 an Kapitel 30 (Hs.: 29); Kapitel 33,5 an Kapitel 34 (Hs.: 33); Kapitel 36 zur Hälfte an Kapitel 35 (Hs.: 34); Kapitel 37–39 zusammengezogen, als Kapitel 36 gez.; Kapitel 40,13 an Kapitel 41 (Hs.: 37); Kapitel 43,5–6 an Kapitel 44 (Hs.: 41); Kapitel 49,1 an Kapitel 48 (Hs.: 45); Kapitel 59,6 an Kapitel 60 (Hs.: 57); Kapitel 60, letzter Teilsatz, an Kapitel 61 (Hs. 58). Gottfried Wilhelm Leibniz bat am 26.2.1704 Hermann von der Hardt, diese Handschrift in Helmstedt zu prüfen, vgl. Leibniz Briefwechsel Bd. 23, 124–126 Nr. 90 (Hs. genannt). Weitere Nachrichten zur Benutzung durch Leibniz gibt es jedoch nicht.
    • (63ra–66va) Registrum. Abstinencia magna virtus est 1b. Actio Christi fuit nostra instructio 7i … — … Visio nocturna verificatur 51fg. Vocantur viventes per mortuos 51g. Alphabetisches Schlagwortregister. Die Angaben zu jeden Lemma entsprechen der Spaltengliederung. Das Register ist ungedruckt.
    Textgeschichte: Vollständig auch in Cod. Guelf. 519 Helmst., 1v–107r; 677 Helmst., 1r–158r; 32.11 Aug. 2°, 158ra–227va; 33.6 Aug. 2°, 2ra–61va. Auszüge und Fragmente in Cod. Guelf. 32 Helmst., 122r; 137 Helmst., VS; 552 Helmst., 283r–285v; 567 Helmst., 128r–v; 17.20 Aug. 4°, 162v–168r; 50.6 Aug. 4°, 40v–41v; 404.1 Novi (10).
    Druck
    • PL 77, 149–429;
    • Gregorii Magni Dialogi libri IV, hrsg. von U. Moricca, Roma 1924 (Fonti per la storia d'Italia 57), ND Roma 1966 und 1990;
    • Gregorius Dialogi Bde. 2, 3.
    – 66vb–68vb leer.
  3. 69ra–72vb Johannes Herolt: Promptuarium exemplorum (Excerpta). >Item nota aliqua exempla de penitencia et primo de canonico qui assumpsit penitenciam ex timore mortis etc. Ex discipulo<. Canonicus quidam ecclesie Parisiensis vir iuvenis et dilatatus[sic] peccatis gule luxurieque laxans … — … subitanea morte percussus est et coram omnibus miserabiliter est defunctus. >Amen<. Enthält die Exempla Nr. 117–127 aus dem Capitulum de littera P.
    Textgeschichte: Vollständig in Cod. Guelf. 42.13 Aug. 2°, 241ra–358ra.
    Druck
    Literatur
  4. 73ra–74rb >Passio domini nostri Ihesu Christi secundum Iohannem<. Leicht modifizierte Abschrift des Evangelientextes Io 18,119,42.
    Textgeschichte: Auch in Cod. Guelf. 1235 Helmst., 192r–200v; 1391 Helmst., 246r–252r.
    Direkt folgend:
  5. 74va–80ra Passio Christi abbreviata. O vos omnes … [Lam 1,12]. Considerando passionem domini nostri Ihesu Christi tunc plus flere libet quam quidquam loqui … — … nos in vera fide conservet et ut fides nostra non deficiat. Quod nobis prestare dignetur etc. >Explicit passio domini etc. ex discipulo<. Die Passionsgeschichte stellt eine verkürzende Bearbeitung des Sermo de passione domini (T26) des Johannes Herolt dar. Druck der gesamtem Homilie siehe oben, 69ra–72vb, verglichen: GW 12364, N7vbO5vb. Dazu Schneyer/Hödl: Johannes Herolt, Nr. 200.
  6. 80ra–va Sermo de quadrifaria meditatione passionis. Respice in faciem Christi … [Ps 83,10]. O homo hodie in Christo tuo quatuor te decet respicere … — … peccator convertatur facilius eum speculetur et ei compatiatur etc. >Amen<. Unter dem Textschluss kolorierte Zeichnung der Kreuzigungsgruppe (siehe oben). Ungedruckt, bislang nur hier nachgewiesen.
  7. 80vb–84vb Johannes Herolt: Sermo de animabus (S80) cum aliquot exemplis e Promptuario exemplorum adscitis. >Sermo ex discipulo de animabus<. Miseremini mei … [Iob 19,21]. Sicut hesterna die peregimus festum omnium sanctorum in celo existencium sic hodie peragimus diem omnium animarum fidelium in purgatorio existencium … — … factus est bonus homo et tandem quievit in domino. Rogemus in dominum etc. >Amen<. Der Text besteht aus der Homilie Schneyer/Hödl: Johannes Herolt, Nr. 226 (80vb–82rb) und den dort lediglich genannten, hier aber ausgeführten Exempla Nr. 94, 100, 97–99, 95, 96, 101–116 aus dem Capitulum de littera P des Promptuarium exemplorum, zu Ausgaben und Literatur siehe oben, 69ra–72vb. Druck, verglichen: GW 12364, S4vbS5vb und dd4vadd6vb.
  8. 85ra–283va Theodoricus Engelhusius: Expositio psalterii.
    • (85ra–va) Prologus. Que sine fictione didici … [Sap 7,13]. In verbis predictis tria tanguntur que requiruntur … — … quod faciunt perfecti in celo.
    • (85va–271vb) Textus. Beatus vir qui non abiit [Ps 1,1]. Iste psalmus primus dividitur in duas partes … — … vix utilia pro intellectu verbali totius libri psalmorum conscripta ad honorem sancte et individue trinitatis que sit benedicta in secula seculorum Amen. Die Gliederung der Kommentarabschnitte zu den einzelnen Psalmen durch Initialen folgt der Dreiteilung (Initialen bei Ps 1, Ps 51 und Ps 101) und der liturgischen Achtteilung eines nichtmonastischen Psalterium non feriatum (Initialen bei den Psalmen der Ferialtage Ps 1, Ps 26, Ps 38, Ps 52, Ps 68, Ps 80, Ps 97) und der Psalmen für Vesper und Laudes (Ps 109).
    • (272ra–280vb) Expositio canticorum veteris et novi testamenti. >Cantica psalterii. Canticum Isaye prophete<. Confitebor tibi domine [Is 12,1]. Incipiunt cantica psalterii et primo ponitur canticum Ysaie prophete … — … tibi in timore et reverencia servire per eum qui venturus est iudicare vivos et mortuos et seculum per ignem Amen. Enthält eine Auslegung der biblischen Cantica (Stegmüller RB 21g, 21f) und weiterer Stücke, darunter Te deum (CPL 650), Symbolum Athanasianum (CPL 167), Symbolum apostolicum und Kyrie.
    • (280vb–283va) Contra clericos concubinarios. Notandum est diligenter quod libro Judicum capitulo XVo dicitur quod Sampson adamavit mulierem Dalidam nomine que eum decepit … — … ut fructum vite percipere mereamur quod ipse prestare dignetur qui vivit et regnat cum deo patre in secula seculorum eternaliter benedictus Amen. Et sic habetur finale expositionis totius psalterii in vigilia pentecostes completum et nota aliqua dicta pulcherrima et bona in fine libri de clericorum iam in mundo vita ac Sub anno incarnationis domini Mo CCCCo LIIIo per me Petrum Darmstat ordinis Iherusalimitanorum beate Marie dei genitricis scripta de quo benedictus sit deus Amen. (Colophons 15470).
    Textgeschichte: Auch in Cod. Guelf. 380 Helmst., 133ra–238ra; 471 Helmst., 1ra–130va; 715 Helmst., 14ra–215va.
    Druck
    • GW 9308;
    • Kühne, 93–112 (kritische Teilausgabe, mit dieser Hs.).
    Literatur
    • Stegmüller RB 2021, 2022, 11723 (jeweils Hs. genannt, Zuordnung der Expositio canticorum zu Conradus de Soltau ist irrig, so bei Tříška Činnost, 112 Nr. 2, Hs. genannt);
    • 2VL 2, 559;
    • Kühne, 23–25, 32, 40f., 92 (Hs. genannt).
    – 283vb leer.
  9. 284ra–295vb Navigatio sancti Brendani. >Incipit vita sancti Brandani abbatis et consortium<. Filius Finlocna nepotis Alti de genere Eogeni stagnili regione Mumensium ortus fuit … — … inter manus discipulorum gloriose migravit ad dominum. Cui est honor et gloria in secula seculorum Amen. >Peregrinatio sancti Brandani finitur de qua deus eterna nobis largitur etc. Amen<.
    Edition (u. a.)
    • Sanct Brandan. Ein lateinischer und drei deutsche Texte, hrsg. von C. Schröder, Erlangen 1871, 3–36 (mit dieser Hs., Sigle W);
    • Navigatio Sancti Brendani Abbatis from early Latin manuscripts, hrsg. von C. Selmer, Dublin 1959, ND 1989 (116 Hs. genannt);
    • Navigatio sancti Brendani. Alla scoperta dei segreti meravigliosi del mondo, ediztione critica a cura di G. Orlandi e R. E. Guglielmetti, Firenze 2014 (Per verba. Testi mediolatini con traduzione 30), 2–110 (mit dieser Hs., CXLIV, CXLV, CCLI genannt, Sigle Wb).
    • C. Steinweg, Die handschriftlichen Gestaltungen der lateinischen Navigatio Brendani, in: Romanische Forschungen 7 (1893), 1–48 (3, 6, 17–20 Hs. genannt);
    • C. Selmer, "Brendanus" versus "Brandanus", in: Scriptorium 10 (1956), 256–259 (258 Hs. genannt);
    • M. Esposito, Sur la Navigatio sancti Brendani et sur ses versions italiennes, in: Romania 64 (1938), 328–346, ND in: Ders., Studies in Hiberno-Latin Literature, hrsg. von M. M. Gorman, Aldershot 2006 (Variorum Collected Studies Series), 328–346 (335 Hs. genannt);
    • Rep. font. 8, 133–139;
    • BHL 1437 mit Suppl. und Novum Suppl.;
    • CPPM 3, Nr. 365 (Hs. genannt).
  10. 295vb–304vb Visio Tnugdali. >Sequitur visio terribilis cuiusdam militis Hiberniensis extasim rapti<. In Hibernia insula est in ultima[sic] occidentali posita … — … qui superest cunctis que prediximus antea Ihesu Christo domino nostro cui honor est et gloria per infinita seculorum secula Amen. >Et sic est finis huius<. Der Prolog fehlt, Kapitelteilung und -überschriften entsprechen der Ausgabe.
    Textgeschichte: Auch in Cod. Guelf. 300 Helmst., 84ra–91ra; 38.7 Aug. 2°, 279ra–287vb; die niederdeutsche Fassung D in Cod. Guelf. 1233 Helmst., 1r–66v.
    Edition
    • Visio Tnugdali lateinisch und altdeutsch, hrsg. von A. Wagner, Erlangen 1882, 3–56 (hier ab 5, Z. 21);
    • B. Pfeil, Die ‘Vision des Tnugdalus’ Albers von Windberg. Literatur- und Frömmigkeitsgeschichte im ausgehenden 12. Jahrhundert. Mit einer Edition der lateinischen ‘Visio Tnugdali’ aus Clm 22254, Frankfurt/M. u. a. 1999 (Mikrokosmos. Beiträge zur Literaturwissenschaft und Bedeutungsforschung 54), *1–*57.
    Literatur
    • N. F. Palmer, "Visio Tnugdali". The German and Dutch Translations and their Circulation in the Later Middle Ages, München 1982 (MTU 76), 9 Nr. 146 (Hs. genannt);
    • 2VL 5, 1231–1233;
    • Garrigues II, 197–20 und 224–228;
    • Rep. font. 11, 374–377.
    – 305r–310r leer.
  11. 310v Rezepte. Item winter grun gesoden mit win gedruncken heylet sere. Item zindelicht bletter an krut uff die wunden geleyt ader dar in gegruset heylet sere etc.
    Hauptsprache: Schreibsprache: Rheinfränkisch.
    – Darunter die Besitzvermerke (siehe oben).
Bibliographie

Korrekturen, Ergänzungen:
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer hinzugefügt (schassan, 2019-08-20)
  • Normdaten ergänzt bzw. korrigiert. (schassan, 2015-09-04)

Abgekürzt zitierte Literatur

Berlin 1,2 Die theologischen lateinischen Handschriften in Quarto der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin, Bd. 2: Ms. theol. lat. qu. 267–378, beschrieben von G. Achten, Wiesbaden 1984 (Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz. Kataloge der Handschriftenabteilung, Reihe 1: Handschriften 1,2)
BHL Bibliotheca hagiographica Latina antiquae et mediae aetatis, Bd. 1–2, hrsg. von den Socii Bollandini, Bruxelles 1898–1901, Suppl. ed. altera, Bruxelles 1911, Novum suppl. hrsg. von H. Fros, Bruxelles 1986
Bloomfield M. W. Bloomfield, Incipits of Latin Works on the Virtues and Vices 1100–1500 A.D., Cambridge/Mass. 1979 (Publications of the Medieval Academy of America 88)
Briquet C. M. Briquet, Les Filigranes. Dictionnaire historique des marques du papier, Bd. 1–4, Leipzig 21923
CALMA C.A.L.M.A. Compendium auctorum latinorum medii aevi, hrsg. von M. Lapidge u. a., Bd. 1–, Firenze 1999–
CAO R.-J. Hesbert, Corpus antiphonalium officii, Bd. 1–6, Rom 1963–1979 (Rerum ecclesiasticarum documenta. Series maior 7–12)
Colophons Colophons de manuscrits occidentaux des origines au XVIe siècle, Bd. 1–6, ed. par les Bénédictins du Bouveret, Fribourg/Schweiz 1965–1982 (Spicilegii Friburgensis subsidia 2–7)
Corbin S. Corbin, Die Neumen, in: Palaeographie der Musik, Bd. 1,3, hrsg. von W. Arlt, Köln 1979
CPL Clavis patrum Latinorum, hrsg. von E. Dekkers, Steenbrugge u.a. 31995 (Corpus Christianorum. Series Latina)
CPPM Clavis patristica pseudepigraphorum medii aevi, hrsg. von I. Machielsen, Turnhout 1990– (Corpus Christianorum. Series Latina)
Garrigues M.-O. Garrigues, L’œuvre d’Honorius Augustodunensis. Inventaire critique, in: Abhandlungen der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft 38 (1986), 7–136 (= I); 39 (1987), 123–228 (= II) und 40 (1988), 129–190 (= III)
Germania Benedictina Germania Benedictina, hrsg. von der Bayerischen Benediktiner-Akademie München in Verbindung mit dem Abt-Herwegen-Institut Maria Laach, Bd. 1–, St. Ottilien 1994–
Gregorius Dialogi Grégoire le Grand, Dialogues, Bd. 1–3, hrsg. von A. de Vogüé, Paris 1978–1980, Nachdruck 2006 (Sources chrétiennes 251, 260, 265)
GW Gesamtkatalog der Wiegendrucke, Bd. 1–, Leipzig 1925–1938, Stuttgart 1978–
Heimerich G. Heimerich, Stift und Kartause zu Eppenberg, Fulda 1979 (Quellen und Abhandlungen zur Geschichte der Abtei und der Diözese Fulda 32)
Heinemann O. von Heinemann, Die Helmstedter Handschriften, Bd. 1–3, Wolfenbüttel 1884–1888, Nachdruck Frankfurt/M. 1963–1965 (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Die alte Reihe 1–3)
Kaeppeli T. Kaeppeli, Scriptores ordinis praedicatorum, Bd. 1–4, Rom 1970–1993
Krämer S. Krämer, Handschriftenerbe des deutschen Mittelalters, Bd. 1–3, München 1989–1990 (Mittelalterliche Bibliothekskataloge Deutschlands und der Schweiz, Ergänzungsband 1)
Kühne U. Kühne, Engelhus-Studien. Zur Göttinger Schulliteratur in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, Freiburg/Schweiz 1999 (Scrinium Friburgense 12)
MTU Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters, München 1961–, Tübingen 1994–
Piccard-Online Piccard-Online. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, J 340 (http://www.piccard-online.de)
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