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Beschreibung von Cod. Guelf. 45 Weiss. (Heinemann-Nr. 4129)
Butzmann, Hans: Die Weissenburger Handschriften. - Frankfurt am Main: Klostermann, 1964. - (Kataloge der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Neue Reihe, Bd. 10), S. 169174
Handschriftentitel: Martyrologium, Consuetudines monasticae und Benediktinerregel
Entstehungsort: Weissenburg
Entstehungszeit: XII. Jh., 1. Drittel?
Katalognummer:
  • Heinemann-Nr. 4129
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer, 90237357,T
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 190 Bl.
Format: 29,5 × 20,5 cm.
Lagenstruktur: Quaternionen. Erhaltene Lagensignaturen a–b, e–g, i–k, m, untere Mitte des letzten Blattes.
Seiteneinrichtung: Schriftraum 22,5 × 14 cm. 22 Zeilen, jedoch nicht alle Seiten ganz beschrieben; 122v–126v 45 Zeilen.
Hände:
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
    Alle Initialen des Martyrologiums sind Monatsbilder.
  • 1r Initiale K (7,2 cm). Auf gelbem und blauem weiß gepunktetem Grunde braun-roter Buchstabe; ein Stamm, aus welchem Zweige nach unten und oben bogig hervorwachsen; die Zweigenden, zu Blättern sich entfaltend, rollen und verschlingen sich. In der unteren Blattspirale stehend und sich auf die Äste, da, wo sie auseinandertreten, leicht lehnend, die Gestalt des Januar als Jäger, doppelgesichtig als Janus, Bogen und Pfeile in der Linken haltend, über den rechten Arm ein erlegter Vogel herabhängend.
  • 11v Februar. Initiale K (7 cm). In roter Umriß Zeichnung auf blauem und grünem gepunktetem Grunde; gespaltene Schäfte, im übrigen gebildet wie das vorige K, nur reichere Verästelung und Durchdringung der Zweige. Ein nach links ausschreitender Mann ergreift einen der Zweige und beschneidet ihn mit einem großen gekrümmten Messer.
  • 20v März. Initiale K (12,6 cm). In demselben Baumornament ein nach rechts schreitender, bärtiger Mann, der mit einem langen Haumesser einen größeren Zweig abhackt. Hinter ihm ein Vogel im Nest.
  • 29r April. Initiale K (6,9 cm). Grabender Mann, nach rechts gewendet, den Spaten in die Erde stoßend und mit dem Fuße nachdrückend.
  • 41r Mai. Initiale K (7,8 cm). Stehender, bärtiger Mann in Vordersicht, der Baumäste und Ranken an eine waagerechte Stange bindet; er knüpft eine Schlinge, indem er die Enden des Bindeseiles in beiden vor die Brust gehobenen Händen hält. Das Haupt ist leicht auf die Arbeit gebeugt. Auf dem Hauptschaft des K ein Vogelnest mit Jungen, die gefüttert werden. (Abb. bei Heinemann.)
  • 52r Juni. Initiale K (8,8 cm). Mann mit Hacke, halb nach links gewendet. Er ruht sich von der Arbeit aus, indem er den linken Ellenbogen auf den Hackenstiel, den er mit der rechten Hand festhält, stützt, und sein Kinn auf der linken Hand ruhen läßt.
  • 61v Juli. Initiale K (8,8 cm). Langsam nach links schreitender bärtiger Mann, der über der rechten Schulter eine Sense trägt. An der rechten Hüfte ein gekrümmtes Messer in Tasche. Aus der Tunika herabhängend hosenartiges Bekleidungsstück sichtbar. Pantoffelartige Fußbekleidung.
  • 75r August. Initiale K (10,8 cm). Nach links schreitender bärtiger Mann, der an den Enden einer links geschulterten Stange zwei Garben trägt, unter der Last etwas geduckt; in der linken Hand, zur Schulter gehoben, eine Sichel.
  • 84v September. Initiale K (6,6 cm). Nach links laufender Mann, der in der Rechten eine Schleuder hochschwingt. Das Ziel des Schleuderers ist ein großer Vogel, der auf einem Aste (oberer Schenkel des K) eine Traube verschlingen will.
  • 94r Oktober. Initiale K (10,6 cm). Sich auf die Zehenspitzen hebender Mann, der, mit der Linken nach links hinauflangend, eine Traube faßt, während die rechte Hand mit einem Messer den Stiel durchschneidet.
  • 105r November. Initiale K (10,5 cm). Jäger, der nach links unten gewendet mit beiden Händen einen Jagdspeer gegen einen heranstürmenden Wildeber vorstreckt, indem er mit dem etwas vorgedrückten linken Knie die linke Hand unterstützt. An der rechten Hüfte ein Jagdhorn.
  • 115v Dezember. Initiale K (9 cm). Stehender bärtiger Mann, der zwischen Daumen und Zeigefinger der Linken einen Feuerstein hält, aus dem er mit der Rechten mit Hilfe eines bügelartigen Metallinstrumentes Feuer schlägt. Ober der Tunika Pelzumhang, auf dem Kopfe Pelzmütze.
  • 152r Initiale M in Capitalis (6,4 cm). Gespaltene Schäfte in roter Umrißzeichnung; desgl. Ranken von beiden Hauptschäften nach der Mitte zu aufsteigend und sich überschneidend. In den oberen gegenständigen Rankenvoluten Vögel, sich gegenübersitzend.
  • 155r Initiale A (7,6 cm). Bräunlich-rotes A in Capitalis, schwarzer Umriß. Die von den Füßen der Schäfte aufsteigenden blauen Ranken auf rosa Grund verzweigen sich nach oben und unten. In den unteren Rankenvoluten zwei gegenständige grüne Vögel, sich schnäbelnd.
  • 135v Initiale Q (10,5 cm). An den Verdickungen gespaltenes Rund in roter Umrißzeichnung. Als Kauda ein rotgeflügelter grüner Drache, aus dessen Rachen das Rankenwerk hervorsprießt, das das Innere des Buchstabens füllt und links und rechts durch die Spalten des Schaftes dringt. Auf dem Scheitel der Mittelvolute gegenständige grüne Vögel mit rötlichen Flügeln. Die Räume zwischen den Ranken konzentrisch graublau, grün und himmelblau mit weißen Tupfen.
  • 140r Initiale P (10 cm). Körper grünlich-blau schattiert. Der Bogen läuft in einen Drachenkopf aus, dessen Rachen eine rote Zunge entwächst. Auch seitlich des Schaftes sprießt eine Ranke auf.
  • 145v Initiale H (8 cm) in Unzialis. Ähnlich wie 155v. Der blaue Drache, aus dessen Rachen die Rankenvolute der Mitte hervorgeht, hockt in dem Winkel zwischen geradem Schaft und Bogenschaft, sich mit den Krallen festklammernd.
  • 145r Initiale D (6,5 cm) in Capitalis. Blauer Vogel auf dem letzten Ausläufer der Ranke in der Mitte des Innenraumes sitzend.
  • 147v Initiale A (6 cm) in Capitalis. Wie 155r, einfacher, ohne Vögel.
  • 150r Initiale S (7 cm). Rotbrauner Schaft, grüne Ranken, blauer Grund. An der dicksten Stelle des Schaftes, wie aus einer Tasche hervorgehend, der seitlich nach rechts gebeugte nackte Oberkörper eines Mannes, der die Arme nach oben und unten weit ausstreckt und die Enden des Buchstabens ergreift, wie um sich in ihrer Krümmung zu erhalten. Kopf und Blick wie in mühseliger Anstrengung nach oben gerichtet.
  • 150v Initiale S (8,5 cm). Rote Umrißzeichnung. Auch der geteilte Schaft besteht aus Ranken mit reichem nach innen gerichtetem Blattwerk.
  • 255v Initiale O (7,5 cm). Ähnlich 145r. Im Zentrum des inneren Rankenwerkes aufgerichteter löwenähnlicher Hund in Vorderansicht.
  • 155v Initiale C (5,5 cm). Blauer Schaft und Ranken werk, in dem Inneren Vogel. Rotbraune Blattausläufer und Schaftringe.
  • 159v Initiale O (6,9 cm). Rotbrauner Körper, grüne Mittelranke, in der Volute Pfau in blau, rot und grün. Blauer Grund.
  • 162v Initiale N (6,7 cm). Rote Umrißzeichnung, Rankenvolute, den gespaltenen Mittelschaft durchdringend. Blauer und grüner Grund.
  • 164r Initiale L (5,9 cm). Blauer Schaft, heller blauer Grund, grüne Ranke, darin ausgespart in brauner Umriß Zeichnung und leicht braun schattiert ein lebhaft bewegter Hund, der in die Ranke, den Kopf wendend, beißt.
  • 170v Initiale S (8,5 cm). In Form einer gewundenen grünen Schlange mit Bart und Hörnern. Blaue Ranken auf blauem Grunde wachsen aus Rachen und Schwanz der Schlange hervor. Auf der Mitte der Schlange sitzt rittlings mit gekreuzten Beinen ein nackter bärtiger und auf einem Horn blasender Mann, der sich mit der Linken am spitzen Bart der Schlange festhält, während die Rechte das Horn umfaßt.
  • 174v Initiale I (12,7 cm) in Gestalt eines Benediktinerabtes in blau-schwarzem Habit mit Buch und Abtstab. Ohne Kopfbedeckung; der ton-surierte Scheitel über Rasur später nachgetragen (Abb. bei Prochno, s. o.).
  • 176r Initiale S (7 cm). Blauer Körper. Grüner Grund, darin ausgespart Ranken in roter Umriß Zeichnung.
  • 177r Initiale A (6,5 cm) in Capitalis. Der rechte Schenkel wird von einem blauen Drachen mit braunen Flügeln gebildet, dessen Hals an den linken Schenkel gebunden ist; dieser ist braun-grau, und es geht eine ausgesparte Ranke in brauner Umriß Zeichnung aus ihm hervor. Grüner und blauer Grund.
  • 180v Initiale R (11,8 cm), deren Bogen und Abstrich von zwei blauen Drachen gebildet wird. Der aufrechte Schaft ist braun-grau, auch Ranke und Grund wie 177r.
  • Die schwarzen Initialen des Martyrologiums sind rot gefüllt.
Inhalt:
  • 1r >Incipit Martyrologium. Januarius habet dies XXXI<. Circumcisio domini nostri Iesu Christi. Rome nativitas sancti Almachii martiris. Am Schluß. (121r) Tafel der Sonnenepakten, Mondregularen und der Ostergrenze, letztere mit neumierten Merkzeilen. None aprilis norunt quinos. In den Zwischenräumen des Martyrologiums Notizen über den Tod von Klosterangehörigen und Gönnern des Klosters nebst Nachrichten über deren Schenkungen: Necrologium Wissenburgense; adgedr. in: Archiv des Hist. Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg, Bd 15, 1855, H. 5, S. 50–67, Nekrologische Einzeichnungen.
  • Consuetudines monasticae. (122v) Capitulare monasticum Aquisgranense 817. Sog. kürzere Fassung; Collectio capitularis sive Regula Benedicti Abbatis Anianensis.
    • Vgl. J. Semmler, Zur Überlieferung der monastischen Gesetzgebung Ludwigs des Frommen, in: Deutsches Archiv f. Erforschung des Mittelalters 16, 1960, S. 541 f.
    • Consuetudines monasticae ed. B, Albers 5, 1907, S. 116 bis 142, Nr. 18.
  • 124r Traditio infantium. Cum legaliter sanctitum antiquitus teneatur.
    • Herrgott, Vetus disciplina monastica, 592.
    • Consuet. mon. ed. Albers 5, S. 185-86.
    • MGH LL Sect. 5,2. S. 571 (Nr. 52).
    Petitio novitiorum. Ego N. initio conversionis.
    • Mabillon, ASS. OSB 5, 1755, S. 695.
    • MGH LL Sectio 5,2. S. 570 (Nr. 51).
    Daran anschließend ohne Absatz.
  • 124v Formula promissionis. Ego N. promitto stabilitatem. E. de Roziere, Recueil 555, § 2. MGH a. a. O. S. 570 (Nr. 50). Capitula monachorum Ludovici Imperatoris = Capitula novitiarum. vel iniuncta sibi subeant.
    • Mabillon, ASS. OSB 5, S. 697.
    • MGH Epistulae 5, 1899, S. 305-04.
    • Consuetudines ed. Albers 5, S. 95-105.
  • 125r Ältester Ordo monasticus von Montecassino. (Mitteilung von J. Semmler). >Qualiter hi, qui in arca regulari pollere satagunt, ordinem regularem observare nituntur sicut in nonnullis cenobiis visum est habere … < In primis ut a vespertinis horis usque ad capitulum, quod fit post primam
  • 126r >Qualiter observationes sacrae in nonnullis monasteriis habentur.< Ut patres cenobiorum studiose sanctam regulam observare cum summa cura decertent … — … animabus studiose invigilent.
    • Fortsetzung unter der Überschrift: Dehinc qualiter infra claustra cenobii conservantur intimandum. In oratorio summum silentium. Consuetudines ed. Albers 5, S. 112–14, Nr. 24.
    • >Benedictus Anianensis, Excerptus diversorum modorum penitentiae a Benedicto abbate nuper distinctus de regula ipsius.< Plurimi nequaquam pleniter intelligentes.
      • PL 105, 1417–20.
      • Albers 5, S. 145-49, Nr. 26.
  • 127r Regula Benedicti. Prolog, Capitula, Text. Kap. 69 von der Hand des Schreibers mit Verweisungszeichen auf Bl. 181v nachgetragen.
    Textgeschichte: Der nicht interpolierten Fassung nahestehend, verwandt mit den Hss. G 1 – G 4 Hansliks (St. Gallen-Reichenau-Gruppe). Viele Stellen sind später im Sinne der Interpolation verbessert, die meisten von einer Hand des XIII. Jhs., die auch neue Interpunktionszeichen eingefügt hat. Das erste Blatt (Schmucktitel mit Anfangswort) fehlt.
    Ed. R. Hanslik CSEL 75
  • 180v Decretum über Gedächtnisfeiern für Klosterangehörige vom Juli 777 unter Abt Erembert, Bischof von Worms. Regnante in perpetuum redemptore animarum domino nostro Jesu Christo filio dei anno nono regni domni nostri excellentissimi et gloriosissimi Karoli regis contigit nobis quadam die post lectionem sanctę regulae habere memoriam fratrum nostrum … — … noticiam autem huius conventus nostri atque consensus omnes unanimiter una cum reverentissimo patre nostro Eremberto episcopo stabilem et hoc decretum firmum in perpetuum esse cum summa obsecratione et postulamus et demandamus pręsentibus et successoribus nostris.
  • 182r leer.
  • 182v Notizen über Stiftungen des Abtes Samuel.
  • 183r Calendarium necrologicum Wissenburgense. Das Nekrologium Bl. 183 ff. läuft von 701-1100. Im Kalender sind Bischof Ulrich (kanonisiert 995) und Symeon von Trier (kanonisiert 1042) als neueste Heilige aufgenommen.
    • Abdr. des Necrologiums in: Archiv des Histor. Vereins für Unterfranken 13, H. 3, S. 3–43.
    • Das Wichtigste daraus bei Boehmer, Fontes rerum germanicarum 4, S. 310–14.
    • Nur das Kalendar: Freiburger Diözesan-Archiv 3. F., Bd 10, 1958, S. 90 bis 92.
    • Neben VI Id. Jan. Rasur. Darüber Urkunde des XII. Jhs. (Hand des XIV. Jhs.?) Abdr. in: Archiv des Histor. Vereins für Unterfranken 15, 5, S. 46.
  • 190v Urkunde des Abtes Samuel vom 25. Februar 1072. Abdr. Archiv des Histor. Vereins für Unterfranken 15, 3, S. 48–49.
Entstehung der Handschrift: Die Handschrift ist direkt verwandt mit Cod. Zürich Zentralbibliothek Rh. hist. 28, XI. Jh., geschrieben auf der Reichenau. (Mitteilung von B. Bischoff und J. Semmler.) 1r Liber in … Wissenburg ordinis sancti Benedicti. … (Das Wort Wissenburg wurde von jüngerer Hand nochmals nachgezogen, wobei das 170W ornamental vergrößert wurde).
Provenienz der Handschrift:
  • An einigen Stellen, z. B. 175r und 177v Korrekturen von der Hand, welche den Besitzvermerk schrieb; auch einige Paragraphenzeichen und Marginalien aus dem XV. Jh. Bl. 6v am Rande (XV. Jh.) neben dem Namen Dagobertus Nota bene nomen primi fundatoris monasterii in Wissenburg.105r mit Bleistift b e s (Druckervermerk?).
  • Wiener Liste 2°57.
  • 1r und 190v Stempel der Bibliotheque Imperiale.
Bibliographie

Korrekturen, Ergänzungen:
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer hinzugefügt (schassan, 2019-08-20)
  • Normdaten ergänzt oder korrigiert. (schassan, 2015-09-07)

Abgekürzt zitierte Literatur

CSEL Corpus scriptorum ecclesiasticorum Latinorum, Wien 1866–
Heinemann O. von Heinemann, Die Helmstedter Handschriften, Bd. 1–3, Wolfenbüttel 1884–1888, Nachdruck Frankfurt/M. 1963–1965 (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Die alte Reihe 1–3)
PL Patrologiae cursus completus. Series Latina, Bd. 1–221, hrsg. von J. P. Migne, Paris 1844–1865

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