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Beschreibung von Cod. Guelf. 49 Weiss.
Die illuminierten Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil 1: 6. bis 12. Jahrhundert, beschrieben von Stefanie Westphal (in Bearbeitung)
Handschriftentitel: Josephus Scotus, Epitome commentariorum Hieronymi in Esaiam
Entstehungsort: Weißenburg
Entstehungszeit: um 825
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 127 Bl.
Format: 29 × 20,5 cm
Seitennummerierung: Neuere Tintenfoliierung.
Lagenstruktur: 2 IV (16). III (22). II (26). 3 IV (50). III (56). 3 IV (80). II (84). 2 IV (100). III (106). III-1 (111). 2 IV (127). Lagenbezeichnung in tintenfarbigen römischen Zahlen am Lagenende, Blattmitte unten. 84v III fol.111v V fl. Auf dem ersten Lagenblatt Namenangaben der Schreiber. Die Einträge sind radiert, außer 35r nand- (Nandeger?) und 81r Notker.
Zustand: Guter Zustand. Blattverlust am unteren Blattrand: Bl. 14 und 80. 1969 die ersten Blätter durch Radierer und Schaber aufgehellt. Blätter geglättet.
Seiteneinrichtung: 22,5 × 17 cm, zweispaltig, 27 Zeilen.
Hände: Karolingische Minuskel von mehreren Händen.
Schrift: Incipits und Explicits der Bücher in schwarzer und roter Capitalis Rustica. Hervorgehobene Textpassagen in roter Minuskel.
Incipits und Explicits der Bücher in schwarzer und roter Capitalis Rustica. Hervorgehobene Textpassagen in roter Minuskel.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
    4 Initialen
  • Initialen:

    Zu den Textabschnitten vereinzelt kleine Initialen (1v, 11v, 17v, 22v, 101r; 1,2-3). Davon zwei einfache unkolorierte Hohlbuchstaben (17v, 22v). Als Füllmotive die Schlange (11v; ausgespart) und das Stufenband (1v). Im Besatz die Palmette (1v, doppelt konturiert mit Rückensteg, 101r) und das am Faden hängende Kleeblatt (1v).
  • Farben:

    Rote und schwarze Schreibfarbe, keine zusätzliche Kolorierung.
Einband: Roter Ledereinband (Nigerziegenleder; Neubindung 1969).
Geschichte der Handschrift: Die von dem Angelsachsen Josephus Scotus redigierte Fassung des Hieronymus Jesaja-Kommentar gilt aufgrund von übereinstimmender Anordnung des Textes und der Initialen (vl. Textbeginn) als Vorlage für die Handschrift St. Gallen, StiB, Cod. 254, entstanden um 860 zur Zeit des Abtes Grimald (841-872), der 847-870 ebenfalls Abt von Weißenburg war (Cimelia Sangallensis. Hundert Kostbarkeiten aus der Stiftsbibliothek St. Gallen, beschrieben von K. Schmuki, P. Ochsenbein und C. Dora, St. Gallen 1998, 84, 85.). Die namentlichen Anweisungen für die Schreiber Nandeger (?) und Notker (35r, 81r, s.o.) verweisen auf Namen, die in St. Gallen häufig belegt sind (vgl. Butzmann Weißenburg, 186.). Die Initialausstattung der Handschrift gleicht der von Codices der sogenannten, nach Butzmann definierten Waldmann-Schule (vgl. u.a. 4 Weiss., 19 Weiss., 63 Weiss. und 64 Weiss.). Der Codex wurde von Butzmann jedoch nicht genauer paläographisch bestimmt und von ihm, bei Weißenburger Lokalisierung, in die 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts gegeben. Bischoff Katalog 3, Nr. 7398 nennt bei gleicher Lokalisierung das 1./2. Viertel des 9. Jahrhunderts. Bei den Motiven des Weißenburger Repertoires in 49 Weiss. handelt es sich um die gefüllte Palmette (49 Weiss., 101r; vgl. 4 Weiss., 74v; 63 Weiss., 10v; 46 Weiss., 170v; 22 Weiss., 197v und 60 Weiss., 78r), die I-Initiale mit dem Schlangenmotiv (49 Weiss., 1v); vgl. 4 Weiss., 11v und 19 Weiss., 3r), das Stufenband (49 Weiss., 1v; vgl. 18 Weiss., 25r) und das am Faden hängende Kleeblatt (49 Weiss., 1v; vgl. 4 Weiss., 133v).
Provenienz der Handschrift: Kloster Weißenburg, Besitzvermerk. 1r Codex sancti Petri in Wyßenburg. Oberer Rand Expositio Ysaie excerpta ex dictis sancti Jeronymi (15. Jahrhundert). 1v Signaturenbuchstabe .C. (14. Jh.). Wiener Liste 2°27.
Inhalt:
  • 1r Grabgedicht für einen Diakon Heinrich, verstorben am 23. Januar (wahrscheinlich 11. Jahrhundert, vgl. Hoffmann Schreibschulen Südwesten, Bd. 1, 312.; Butzmann Weißenburg, 186.; Walther I, Nr. 14149).
  • 1v-127v Josephus Scotus : Epitome commentariorum Hieronymi in Esaiam (BHL 2, 90; PL 99, 821).
  • 127vb Domine, puer meus iacet paraliticus in domo et male (Mt 8,6; 11. Jh.). Daneben Beginn eines Offiziums für Maria Magdalena (nur mit Gesangsteilen, mit Neumen des 12. Jh.), enthält allein die Vesperantiphon CANTUS 206081 und den Beginn des Invitatoriums CAO 100209. Das vollständige Officium exceptis lectionibus in 51 Weiss., 132r-132v.
Bibliographie

Korrekturen, Ergänzungen:
  • Lizenzangaben korrigiert (schassan, 2020-04-17)

Abgekürzt zitierte Literatur

BHL Bibliotheca hagiographica Latina antiquae et mediae aetatis, Bd. 1–2, hrsg. von den Socii Bollandini, Bruxelles 1898–1901, Suppl. ed. altera, Bruxelles 1911, Novum suppl. hrsg. von H. Fros, Bruxelles 1986
Bischoff Katalog 3 B. Bischoff, Katalog der festländischen Handschriften des neunten Jahrhunderts (mit Ausnahme der wisigotischen), Teil 3: Padua–Zwickau, aus dem Nachlass hrsg. von B. Ebersperger, Wiesbaden 2014
Butzmann Weißenburg H. Butzmann, Die Weissenburger Handschriften, Frankfurt/M. 1964 (Kataloge der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Die Neue Reihe 10)
CANTUS CANTUS: A Database for Latin Ecclesiastical Chant. Indices of chants in selected manuscripts and early printed sources of the liturgical Office (http://cantus.uwaterloo.ca//)
CAO R.-J. Hesbert, Corpus antiphonalium officii, Bd. 1–6, Rom 1963–1979 (Rerum ecclesiasticarum documenta. Series maior 7–12)
Grifoni C. Grifoni, Auf Otfrids Spuren in der frühmittelalterlichen Bibliothek Weißenburg, in: Marginalien in Bild und Text. Essays zu mittelalterlichen Handschriften, hrsg. von P. Carmassi und C. Heitzmann, Wiesbaden 2019 (Wolfenbütteler Forschungen, Bd. 156), 79-101
Hoffmann Schreibschulen Südwesten H. Hoffmann, Scheibschulen des 10. und 11. Jahrhunderts im Südwesten des Deutschen Reichs, 2 Bde., Hannover 2004 (MGH Schriften 53)
Kleiber Otfrid von Weißenburg W. Kleiber, Otfrid von Weißenburg. Untersuchungen zur handschriftlichen Überlieferung und Studien zum Aufbau des Evangelienbuches, Bern/München 1971 (Bibliotheca Germanica 14)
PL Patrologiae cursus completus. Series Latina, Bd. 1–221, hrsg. von J. P. Migne, Paris 1844–1865
Walther I H. Walther, Initia carminum ac versuum medii aevi posterioris Latinorum, Göttingen 1959 (Carmina medii aevi posterioris Latina 1)
Wolfenbüttel Weiss. Die Handschriften der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel, Abt. 3: Die Weissenburger Handschriften, beschrieben von O. von Heinemann, in: Die Handschriften der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel, Abt. 2 Teil 5, Wolfenbüttel 1903, 268–443

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