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Beschreibung von Cod. Guelf. 68 Weiss. (Heinemann-Nr. 4152)
Butzmann, Hans: Die Weissenburger Handschriften. - Frankfurt am Main: Klostermann, 1964. - (Kataloge der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Neue Reihe, Bd. 10), S. 214215
Handschriftentitel: Kleinere Schriften des Augustinus
Entstehungsort: Weissenburg
Entstehungszeit: IX. Jh., Mitte
Katalognummer:
  • Heinemann-Nr. 4152
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer, 90237741,T
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 194 Bl.
Format: 24,5 × 17,5 cm.
Seitennummerierung: Eine ältere, im allgemeinen nur jedes zehnte Blatt berücksichtigende Zählung hat zwei Blätter nicht mitgezählt.
Lagenstruktur:
  • Die Handschrift ist aus vier Teilen aufgebaut, die gleichzeitig nach einem bestimmten Programm entstanden sind und die, zwar mit Ausnahme des vierten Teiles, in Anlage und Charakter sehr ähnlich sind, von denen aber jede wieder eigene Züge trägt. Jedenfalls wurde der dritte Teil einmal, wenn vielleicht auch nur kurze Zeit, gesondert aufbewahrt, wie die mit Lage Bl. 95102 neu beginnende, später dann radierte Lagenzählung beweist. Begrenzung der einzelnen Teile: A: 1-57, B: 58-94, C: 95-186, D: 187-194.
  • Quaternionen, zwei Ternionen (4146, 164169), eine reduzierte Ternio (90 bis 94); der Teil D, wohl nur des Formates wegen mit eingebunden, besteht aus Einzel- und Doppelblättern einer zusammengestückten Lage von 8 Bll. Erhaltene Lagensignaturen I–VII, VIllI–XIII (z. T. weggeschnitten) und I–V, VIII–XI (radiert).
  • Zustand: Auf dem ersten und letzten Blatt Löcher und Rostspuren der Buckel des letzten Weissenburger Einbandes.
    Seiteneinrichtung: Schriftraum ziemlich einheitlich etwa 19 × 12. 28 Zeilen, zuweilen auch 29. Auffällig ist, daß mit Beginn der Lage 170177 (XI) eine neue Hand die Zeilenzahl zunächst auf 26 Zeilen reduziert, weitere Hände in der Folge die Zahl weder auf 28 erhöhen.
    Hände: Die hartumrissene, kräftige, energische karolingische Minuskel, die in A vorherrscht, kehrt in B und C wieder, in B neben einer ähnlichen, breiteren und altertümlich anmutenden Hand, in C (charakteristischer Händewechsel 169v /170r) neben einer Hand wesentlich weicheren Stils, die unsicherer wirkt als alle anderen Hände. D (187r) beginnt mit einer Hand, die eine ganz abweichende Schulung verrät, sie ist rund und fällt — im Gegensatz zu den anderen Händen — durch fast unbetonte Ober-und Unterlängen auf. Die sie begleitende Hand zeigt dieses Merkmal nicht so ausgeprägt.
    Musiknotationen:
  • 1r (X. Jh.): Initien der Antiphonen eines Officiums der hl. Caecilia mit Neumen Virgo gloriosa I Cilicio Cecilia … .
  • 141v Veni sancte Spiritus mit Neumen.
  • Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
    • Überschriften in roter Unzialis in A–C verwandt, jedoch jeweils etwas anders stilisiert.

    • Die Explicitzeilen von B in schwarzer Capitalis rustica.

    • Die Überschriften von D in roten stilistisch ganz abweichenden Majuskeln.

    • In A einige Initialen (s. u.), in B und C rote und schwarze schlichte Anfangsbuchstaben in Capitalis, desgleichen kleinere rote in D.

    • 133v unterer Rand großes rotes unziales D, darin der Name Benzelinus. Ein Schreiber?

    • 22v Initiale I (4 cm): Breiter schwarzer Umriß, im Schaft ein gedrehtes rotes und weißes Doppelband. Nach links hängt von der oberen Schaftkante ein gekerbtes rotes Blatt herab

    • 1v Initiale H, kleiner, schlichter, ohne Bandverzierung.

    Spätere Ergänzungen: Einige Zusätze zum Text von breiter, lässiger, etwas jüngerer Hand am Rande, von ihr auch der Schluß von C, der wohl mit einem verlorenen Blatt abhanden gekommen war. Alte Inhaltsangabe 1r wiederum von einem anderen Schreiber des späteren IX. Jhs.; er stellte den Band zusammen. Das Inhaltsverzeichnis 1r wiederholt sämtliche Überschriften der Handschrift. Daneben (XI. Jh.): Heinricus rex idem imperator.
    Inhalt:
    • 1r Federproben: beatum virum-de sp pumice magno und drei Alphabete.
    • 1v Augustinus: De nuptiis et concupiscentia. >Liber Aurelii Augustini ecclesiae catholicae de nuptiis et concupiscentiis<. PL 44, 413–474. CSEL 42, 207-319.
    • 58r leer.
    • 58v Augustinus: De catechizandis rudibus. Petisti, ut aliquid ad te de cathezizandis . PL 40, 309-348 Révue Bénédictine 42, 1930, S. 263.
    • 95r leer.
    • 95v Augustinus: Sermo 71. >Sermo sancti Augustini de evangelica quaestione idem de spiritu blasphemiae<. PL 38, 445–467.
    • 117r Fulgentius Ruspensis: Ad Monimum lib. 1. >Liber sancti Fulgentii episcopi de praedestinatione ad Moniminem filium<. PL 65, 153–178.
    • 145v Augustinus: Sermo 82. >Sermo habitus mill v de eo, quod sciptum(l) est: Si peccaverit in te … < Neben der Überschrift von F. A. Eberts Hand: Est Cypriani. PL 38, 506-514.
    • 153r Augustinus: Adversus Iudaeos. >Sermo sancti Augustini adversus ludaeos<. PL 42, 51-64.
    • 165v >((über Rasur)) Eiusdem de eodem contra Iudaeos sermo<. Haec est doctrina christiani, humilitatis praeceptum, humilitatis commendatio … … sit gratiae non ingratus, agnoscatur medicus, nunquam se sanat egrotus.
    • 167v Augustinus: De bono viduitatis. >Sermo sancti Augustini de bono viduitatis<. PL 40, 431-450. CSEL 41, 303-343.
    • 187r Isidorus Hispalensis: Etymologiae lib. 7, cap. 2–4. >De filio dei. De spiritu sancto. De eadem trinitate<. PL 82, 264–72.
    • 192v Gennadius: Libri ecclesiasticorum dogmatum (Redactio 2), cap. 1–5. >De fide et doctrina ecclesiastica<. PL 58, 979–982. Dem Augustinus zugeschrieben. Am Rande von einer Hand des XV./XVI. Jhs.: Augustinus sumitur ex De ecclesiasticis dogmatibus in principio. PL 42, 1213–1215. Bildet auch den Anfang von Ivo Carnotensis, Panormia PL 161, 1045 bis 1047. Auch unter dem Namen des Isidorus Hispalensis. PL 83, 1227 ff.
    • 193v Ps.-Hieronymus>Hieronimi de Septem sigillis<. Legimus in Apocalypsin septem sigillis librum esse signatum … — … non contingat nihi hoc ut initiam manus meas in sanctum domini mei.
    • 194v Ein fast verloschener Text, nur noch einzelne Worte erkennbar. … ctēm /// clar /// felice /// parit /// electam /// ut sol /// mosa /// praeclara /// eius /// sic /// tis illecebris /// exhibit /// am ///
    • 194v Probatio penne incausti.
    Entstehung der Handschrift: 1r Codex monasterii in Wizenburg sanctorum Petri et Pauli in Wizenburg(durchstrichen), 1v Codex sancti Petri in Wissenburg (dick schwarz übermalt).
    Provenienz der Handschrift:
    • Am oberen Rande der Bll. 58ff. hat ein Gelehrter Hinweise auf Parallelstellen der Retractationes zu der Schrift De catechizandis rudibus eingetragen.
    • Wiener Liste 4°20.
    • 1r und 19v Stempel der Bibliothèque Impériale.
    Bibliographie

    Korrekturen, Ergänzungen:
    • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer hinzugefügt (schassan, 2019-08-20)
    • Normdaten ergänzt bzw. korrigiert. (schassan, 2015-09-07)

    Abgekürzt zitierte Literatur

    CSEL Corpus scriptorum ecclesiasticorum Latinorum, Bd. 1–, Wien 1866–
    Heinemann O. von Heinemann, Die Helmstedter Handschriften, Bd. 1–3, Wolfenbüttel 1884–1888, Nachdruck Frankfurt/M. 1963–1965 (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Die alte Reihe 1–3)
    PL Patrologiae cursus completus. Series Latina, Bd. 1–221, hrsg. von J. P. Migne, Paris 1844–1865

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