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Beschreibung von Cod. Guelf. 73 Weiss.
Die illuminierten Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil 1: 6. bis 12. Jahrhundert, beschrieben von Stefanie Westphal (in Bearbeitung)
Handschriftentitel: Augustinus, Varia opera et epistulae
Entstehungsort: Fulda
Entstehungszeit: um 850
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 95 Bl.
Format: 25 × 17,8 cm.
Seitennummerierung: Neuere Tintenfoliierung.
Lagenstruktur: 10 IV (80). VI-3 (89). IV-2 (95). I* Nachblatt (ungezählt).
Zustand: Feuchtigkeitsspuren auf den letzten Blättern.
Seiteneinrichtung: Schriftraum: 20 × 13,5 cm, einspaltig, 27 Zeilen.
Hände: Karolingische Minuskel von mehreren Händen.
Eine der Hände auch in Cod. Guelf. 86 Weiss. I* Nachblatt: Sakramentarfragment von einer Weißenburger Hand aus dem 2. Drittel des 10. Jahrhunderts. Zugehörige Fragmente in Cod. Guelf. 148 Gud. lat. (Vorsatzblatt) und Cod. Guelf. 75 Weiss. (2 Streifen, hintere Einbandmakulatur). Zu den Fragmenten vgl. Hoffmann Schreibschulen Südwesten, 306, 315, 316.
Schrift: Textüberschrift in roter und tintenfarbiger Capitalis Rustica. Unverzierte, tintenfarbige Federinitialen zu Beginn der Textpassagen.
Textüberschrift in roter und tintenfarbiger Capitalis Rustica. Unverzierte, tintenfarbige Federinitialen zu Beginn der Textpassagen.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
    Eine Initiale. Eine Blindzeichnung und eine Randzeichnung (Nachträge).
  • Initiale:

    Auf 72v zum Textbeginn eine unkolorierte Federinitiale. Im Binnenfeld als Initialstammendung ein Fabelwesenkopf mit zurückgebogenen Schnabelenden (Entenschnabel), der in den Initialkörper beisst (1,7.).
  • Blindzeichnung und Randzeichnung (Nachträge):

    1r ein Initialendbandgeflecht mit seitlich anschließendem Bogen als Skizze (Blindzeichnung; 10 × 9 cm.). 59r Auf dem seitlichen Blattrand eine Palmette mit Stiel (3.).
  • Farben: Initiale und Randzeichnung in Tintenfarbe.

Einband: Roter Ledereinband (Nigerziegenleder; Neubindung 1964).
Inhalt:
  • 1r Inhaltsverzeichnis.
  • 1v-29v Augustinus: De fide et operibus (PL 40, 197-230; CSEL 41, 35-97; Kurz 5/1, 120).
  • 29v-45r Augustinus: De cura pro mortuis gerenda (PL 40, 591-610; CSEL 41, 621-660; Kurz 5/1, 77, 78).
  • 45r-61r Augustinus: De continentia (PL 40, 549-572; CSEL 41, 141-185; Kurz 5/1, 75 ).
  • 61r-72r Augustinus: De duabus animabus contra Manichaeos, liber 1 (PL 42, 95-112; CSEL 25, 1, 51-80; Kurz 5/1, 45).
  • 72v-85v Augustinus: Epistulae. 72v-74r Epistula 25. Paulinus Nolanus ad Augustinum. Ep. 4 (PL 55, 101-105; PL 61, 164-167); 74r-77r Epistula 27. Ad Paulinum (PL 55, 107-111; CSEL 54, 1, 95-102); 77r-85v Epistula 164. Ad Evodium (PL 33, 709-718; CSEL 44, 521).
  • 85v-88v Interrogationes vel Responsiones.
  • 85v-95r Hieronymus: Epistula 22. Ad Eustochium. Auszüge aus cap. 29 und 50 (PL 22, 415-417).
  • 95v leer.
Geschichte der Handschrift: Die Handschrift wird von Bischoff paläographisch nach Fulda gegeben und um die Mitte des 9. Jarhunderts datiert (Bischoff Katalog 3, Nr. 7418). Der spärliche Initialschmuck mit dem Fabelwesentierkopf gliedert sich in das Formenespektrum des Fuldaer SKriptoriums und findet sich auch in weiteren Handschriften aus deutsch-insularen Schulen. Vorbilder stammen aus dem südenglischen Raum (Zusammenstellung der Beispiele vgl. 496a Helmst.). Die Flechtbandblindzeichnung auf 1r zeigt die Skizze eines Initialendgeflechts, wie es in karolingischen Schulen gebräuchlich ist. Die auffälig spitz zulaufenden unteren Enden des Geflechts begegnen u. a. in Weißenburger Handschriften des 9. Jahrhunderts (vgl. 48 Weiss., 20r und 77 Weiss., 1v), so dass die Skizze eine Weißenburger Hinzufügung bereits aus diesem Zeitraum sein könnte.
Provenienz der Handschrift: Kloster Weißenburg. 2r Signaturenbuchstabe .F. (14. Jh.). 1r Codex monasterii Petri et Pauli apostolorum in Wißenburg. Für das 10. Jahrhundert in Weißenburg belegt (I* Nachblatt: Sakramentarfragment von einer Weißenburger Hand aus dem 2. Drittel des 10. Jahrhunderts, s.u.), für das 9. Jahrhundert nicht auszuschließen (vgl. Flechtband Blindzeichnung auf 1r). Wiener Liste 4°7.
Bibliographie

Abgekürzt zitierte Literatur

CSEL Corpus scriptorum ecclesiasticorum Latinorum, Wien 1866–
Kurz 5/1 R. Kurz, Die handschriftliche Überlieferung der Werke des heiligen Augustinus, Bd. 5/1: Bundesrepublik Deutschland und Westberlin, Werkverzeichnis, Wien 1976 (Veröffentlichungen der Kommission zur Herausgabe des Corpus der lateinischen Kirchenväter 9 = Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-historische Klasse, Sitzungsberichte 306)
Kurz 5/2 R. Kurz, Die handschriftliche Überlieferung der Werke des heiligen Augustinus, Bd. 5/2: Bundesrepublik Deutschland und Westberlin, Verzeichnis nach Bibliotheken, Wien 1979 (Veröffentlichungen der Kommission zur Herausgabe des Corpus der lateinischen Kirchenväter 10 = Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-historische Klasse, Sitzungsberichte 350)
Lesne E. Lesne, Histoire de la proprieté ecclésiatique en France, Lille 1938
PL Patrologiae cursus completus. Series Latina, Bd. 1–221, hrsg. von J. P. Migne, Paris 1844–1865

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