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Beschreibung von Göttingen, Staats- und Universitätsbibliothek, 8° Cod. Ms. theol. 294 Cim.
Lukas Wolfinger: In Vorbereitung: Katalog der mittelalterlichen volkssprachigen Handschriften der SUB Göttingen, beschrieben von Lukas Wolfinger.
Handschriftentitel: Wilhelm von Velde
Entstehungsort: Frankenthal (oder Umfeld)
Entstehungszeit: 16. Jh., 1. V. (?)
Katalognummer: Meyer-Sign. Theol. 294
Beschreibstoff:
  • Papier
  • Wasserzeichen: Ochsenkopf (WZIS DE3270-theol294_45; ähnlich: WZIS - Speyer 1520 und WZIS DE8085-PO-60240 - Udenheim 1522; die Motive mit ähnlicher Ausprägung sind alle auf Anfang der 1520er Jahre datiert); Wappen mit 'c' (WZIS DE3270-theol294_63); Wappen mit 'c' (WZIS DE3270-theol294_269; ähnlich: WZIS DE5580-Clm4009(1_31 - Augsburg; die Motivgruppe ist für die Zeit zwischen 1507-1520 nachgewiesen); Wappen mit 'c' (WZIS DE3270-theol294_193); Wappen mit 'c' (WZIS DE3270-theol294_203); Wappen mit 'c' (WZIS DE3270-theol294_263; ähnlich: WZIS DE8085-PO-128605 - Straßburg 1520; die Motivgruppe ist für die Zeit zwischen 1507-1520 nachgewiesen); Wappen mit 'c' (WZIS DE3270-theol294_123); Wappen mit 'c' (WZIS DE3270-theol294_68); Wappen mit 'c' (WZIS DE3270-theol294_56); Wappen mit 'c'(WZIS DE3270-theol294_157); Wappen mit 'c'(WZIS DE3270-theol294_257; ähnlich: WZIS DE8085-PO-128605 - Straßburg 1520); Wappen mit 'c'(WZIS DE3270-theol294_141); Wappen mit 'c'(WZIS DE3270-theol294_22); Wappen mit 'c'(WZIS DE3270-theol294_80); Wappen mit 'b'(WZIS DE3270-theol294_2); Wappen mit 'b'(WZIS DE3270-theol294_175); Wappen mit 'b'(WZIS DE3270-theol294_100; nahezu identisch mit WZIS DE3270-theol294_82, kleinere Unterschiede möglicherweise aufgrund von Verformungen des Wasserzeichens beim Schöpfprozess); Wappen mit 'b'(WZIS DE3270-theol294_217).
Umfang: IV, 271 Bl.
Format: 20 × 14 cm
8
Seitennummerierung: Bleistiftfoliierung (modern): 1-270; zw. Bl. 73 und 74 ein leeres Bl. ungezählt; zudem lageninterne Foliierung aus der Entstehungszeit der Handschrift (teilweise durch Beschnitt des Buchblocks verloren; in Lagen Nr. 10, 15, 26 durcheinander; Bl. 200 zusätzlich bzw. außerhalb der Lagenfoliierung eingefügt).
Lagenstruktur: Nach vier bei der Restaurierung neu eingefügten Vorsatzblättern folgen die Lagen: III (6). 3 V (36). 4 IV (68). III (73). 3 V (103). V-2 (111). IV (119). IV-1 (126). 3 IV (150). IV-1 (157). 4 V (197). IV+1 (206). 8 IV (270); zwischen Bl. 111 und 112 ein Bl. herausgerissen (Textverlust); letzter Teil der Hs. fehlt (mindestens eine Lage; Textabbruch; vgl. den Reklamanten auf 270v); an mehreren Stellen fehlen größere Blatt- und Textteile (Bl. 111, 120, 198, 241, 250), zudem einige leere (?) Bl. herausgeschnitten; Bl. 200 zusätzlich eingefügt (Miniaturen). Reklamanten oder Reste davon teilweise vorhanden (119v, 134v, 142v, 150v, 254v, 270v).
Seiteneinrichtung: Schriftraum: 14-15,5 × 8,3-10,5 cm; 25-31 Zeilen
Hände: ; gesamter Haupttext in schleifenloser Bastarda, regelmäßig und relativ großzügig geschrieben von einer Hand; verschiedentlich Korrekturen wohl von derselben Hand sowie spätere Einträge und Federproben
von Hand des 16. Jhs. auf 5r, 45r, 52r, 81v, 95r, 127r, 137v, 138v, 197v, 240v;
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
  • durchgehend rubriziert; zweifarbige Lombarde auf 12v (rot u. blau); am Anfang von Büchern und Kapiteln häufig Zierinitialen; v.a. zu Beginn der einzelnen Bücher und ihrer Vorreden zudem Randleistenschmuck mit Ranken-, Blatt- und Blütenwerk in Rot, Grün, Blau und Ocker (1r, 5v, 44v, 45v, 74r, 109v, 111v, 142v, 151r, 158r, 160r, 198r, 201r, 239r, 241r).

  • 3 Miniaturen: I. (3v): über die ganze Höhe der Seite reichende mittige Federzeichnung, darstellend einen Engelskopf mit Kronen der sieben Engels-Hierarchien darüber; koloriert in Rot, Grün, Braun, Blau; beidseitige textliche Erläuterungen am Rand und entsprechend beigefügte Symbole (Stern und Kreuz in Rot); Titelrubrik: Cronen . I . figur; die Beischriften rechts auf aufgeklebtem Papier (offenkundig aufgrund von Platzmangel in kleinerer Schrift nochmals geschrieben und über den bereits vorhandenen Text geklebt); II. (200r): ganzseitige Federzeichnung, koloriert (blau, braun); leere mnemonische Hand (rechts); III. (200v): ganzseitige Federzeichnung, koloriert (blau, braun); mnemonische Hand (links) mit eingeschriebenem Text (rubriziert; Auszüge aus dem Text des Kleinen Empyreals); Bl. 200 extra eingefügt und aus stärkerem Papier; ob und inwieweit die ausgeschnittenen Bl. der Handschrift weitere der im Text erwähnten Illustrationen enthielten, ist unklar (zu den Illustrationen in der lateinischen Variante des 'Kleinen Empyreals' siehe die entsprechende Handschrift: Vatikan, Biblioteca Apostolica Vaticana, Pal. lat. 1379; Heidelberg 2, S. 109-111, hier S. 110).

Einband: Spätmittelalterlicher hellbrauner Schweinsledereinband (stark abgerieben; 1987/88 restauriert) mit zwei Messingschließen (erneuert?); Streicheisenlinien und Blindstempel (1. Rosette - mit einem Blattkranz - sechsblättrig - Blätter breit, spitz gebogt, EBDB s037750; 2. Lilie - andere Formen, EBDB s037752; 3. Lilie - Mittelblatt rhombisch - unterer Abschluss nicht oder nicht eindeutig lilienförmig, EBDB s037751; 4. Adler - heraldisch, einköpfig - ohne Attribute, EBDB s037733; 5. Granatapfel - mit Hüllblättern, EBDB s037753).
Zusatzmaterial: 2 Fragmente (Pergament; Spiegelbl., aus dem Einband ausgelöst; aufbewahrt in der Fragmentesammlung der SUB, Kasten I, Nr. 482/1-2 [Fasc. V und VII,1]);

1 (ehemals VS): ca. 20 x 13,5 cm; war quer aufgeklebt; beidseitig beschrieben; Textualis, 14. Jh.; rubriziert, rote Initialen; Tintenlinierung; auf der Innenseite mittig am (oberen) Rand unidentifizierte neuzeitliche Signatur: MSti. Theolog. R. XVII.; Tinteneintrag der SUB Göttingen: 482; Text: Gregorius I, papa, In evangelia homiliae, lib. 2, homilia XXVII. Habita ad populum in basilica sancti Pancratii martyris, die natalis eius, 4 (Druck: CC SL 141, S. 232 und S. 233): Text setzt (auf Außen- bzw. Klebeseite) ein mit a dextris Dei et alius a sinistris und bricht ab mit prius bibite quod dolet. Sic sic … ; fährt (auf Innenseite) weiter fort mit … (ni)mis confortatus est principatus …, bricht schließlich ab mit … videte quantum fuerit culmen mentis … (es handelt sich hier wohl um das bei Göttingen 2, S. 475 erwähnte Fragment).

2 (ehemals HS): ca. 20 x 13,7 cm; Außen- bzw. Klebeseite: Text in prägotischer Minuskel; 2. H. 12. Jh.; Rest einer rot verzierten Initiale; Tinteneintrag der SUB Göttingen: 482; Text wohl Quodvultdeus bzw. Ps.-Augustinus, Contra Iudaeos, Paganos et Arianos sermo de symbolo, Teil von cap. XIV, 6-9 (Druck: CC SL 69, S. 245); oder Paulus Diaconus (Druck: PL 95, Sp. 1472?); setzt ein mit ait; unde michi hoc …, bricht ab mit … sed ille non se esse (clamabat dicens) … ; die Innenseite enthält nur einige Federproben sowie einen offenbar nur fragmentarisch erhaltenen (Besitz-?)Eintrag: hoc liber est a … ; fünf kleine, von Eisermann, Untersuchungen, S. 11 erwähnte Fragmentstreifen mit Buchstabenresten aus dem Inneren des Buchrückens sind nicht auffindbar.

Entstehung der Handschrift: Die Handschrift wurde im Augustiner-Chorherrenstift Frankenthal oder seinem Umkreis geschrieben, dem der Verfasser des 'Kleinen Empyreals', Wilhelm von Velde, angehörte (nach Eisermann, Das 'Kleine Empyreal', S. 14 aber wohl kein Autograph desselben; von derselben Hand stammt offenkundig auch die Handschrift Karlsruhe, Badische Landesbibl., L 97 sowie vermutlich auch Karlsruhe, Badische Landesbibl., L 84; vgl. Hürkey, Wilhelm von Velde, S. 168 und Diefenbacher, Meditatones, S. 174-175). Die von Falk Eisermann angenommene und bislang akzeptierte Entstehungszeit ungefähr zwischen 1493/95 und 1500 (vgl. Eisermann, Das 'Kleine Empyreal', S. 14 sowie Eisermann, Untersuchungen, S. 13) dürfte nach der neuen Analyse der Wasserzeichen eher nach hinten zu verschieben sein, da deren Motive am ehesten auf eine Entstehung zwischen ca. 1507 und 1525 hindeuten; gleichwohl erscheint eine frühere Datierung nicht unmöglich, da sich keine identischen Wasserzeichen oder eindeutige Varianten nachweisen ließen; Schreibsprache: Rheinfränkisch
Provenienz der Handschrift:
  • auf 95r schwer zu entziffernder alter (Besitz-?)Eintrag: dis buch ist Anshelm … ; zudem bislang nicht zuordenbare alte Signatur sowie radierter Besitzvermerk auf VS und HS (siehe Fragmente);
  • am 11. Dez. 1775 auf einer Auktion des Göttinger Buchhändlers und Verlegers Victorinus Bossiegel für die Bibliothek der Georgia Augusta erworben; 1v Besitzstempel der SUB Göttingen.
Inhalt:
1r–270v Wilhelm von Velde: Das kleine Empyreal. >Hye hebt an die gemeyne furrede in das buch, das man heyszt das cleyn Empyrreall.< Beatus quem elegisti et assumpsisti inhabitabit in attriis[sic] tuis; psalmo lxiiiio. David der heilige prophett schriebet disze lattynischen wortte … — … und verginge dez santts also cleyne, das mane kaine gesehen kunde eyn male in hundert dussent jaren. So were noch … . Mit diesen Worten bricht der Text auf 270v ab. Erkennbar ist am unteren Seitenrand noch der Reklamant die lie(b). (Textauszüge ediert bei Eisermann, Untersuchungen, S. 105-148 sowie Eisermann, Wer Bücher schreibt, S. 41-42).
Bibliographie

Abgekürzt zitierte Literatur

EBDB Einbanddatenbank (http://www.hist-einband.de/, besonders die Sammlung Wolfenbüttel)
Göttingen 2 Die Handschriften in Göttingen, Bd. 2: Universitäts-Bibliothek: Geschichte, Karten, Naturwissenschaften, Theologie, Handschriften aus Lüneburg, beschrieben von W. Meyer, Berlin 1893 (Verzeichniss der Handschriften im Preussischen Staate, Abt. 1: Hannover, Bd. 1: Die Handschriften in Göttingen, Teil 2)
Heidelberg 2 Die Quadriviums-Handschriften der Codices Palatini Latini in der Vatikanischen Bibliothek, beschrieben von L. Schuba, Wiesbaden 1992 (Kataloge der Universitätsbibliothek Heidelberg 2)
WZIS Wasserzeichen-Informationssystem. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart (http://www.wasserzeichen-online.de/wzis/index.php)

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