de :: en
Permalink: PURL

Suche

Anzeigen als: XML :: Print

Beschreibung von Halberstadt, Domschatz, Inv.-Nr. 388
Katalog der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften in Halberstadt. Verzeichnis der Bestände der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Domschatz zu Halberstadt, und des Historischen Archivs der Stadt Halberstadt, bearbeitet von P. Carmassi, Wiesbaden 2018
Handschriftentitel: Henricus de Bitterfeld
Entstehungsort: Halberstadt
Entstehungszeit: 15. Jh.
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 2 Bl.
Format: 63,5 × 52,5 cm (Blätter). 65 x 106,5 × 4 cm (Holzfassung).
Lagenstruktur: Die Blätter sind einseitig beschrieben, und durch Holzleisten festgehalten.
Zustand: Risse, Löcher, Flecken durch Feuchtigkeit und Schimmel im Pergament. Schrift gelegentlich verblasst oder verschwommen; bei fol. IIa zum großen Teil mit dunkler Tinte nachgeschrieben. Restaurierungsprotokolle von 1978/79, 2002, 2005 und 2008, mit Bilddokumentation, in der Mappe zum Objekt im Archiv des Domschatzes.
Seiteneinrichtung: Schriftraum: 60 × 46 cm. Zweispaltig. 70 Zeilen.
Hände: Textualis. Zitierte Auctoritates mit Rot unterstrichen.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
  • Rubriziert. Eine rote Linie umrahmt den Text auf beiden Bl.
  • Zu Beginn des Textes 6 cm hohe Zierinitiale: S(epties). Deckfarbenmalerei. Im Buchstabenkörper Ranken, radiert auf einem mit Blau bedeckten Silbergrund. Silber oxidiert. Ausläufer, endend mit Blattmotiv. Farben: Rot, Gelb, Blau, Grün, Weiß.
  • 1 bis 2 Zeilen hohe rote Lombarden.
Einband: Die beiden Nadelholztafeln ursprünglich durch drei Scharniere zusammengehalten und klappbar. Nur zwei Scharniere erhalten. Eine seitliche Metallschließe. Aufklappen von links nach rechts. Auf der äußeren Frontseite bei geschlossenem Zustand Bild der Veronika, das Tuch der Vera Ikon mit beiden Händen haltend, auf das Holz gemalt. Trotz der Restaurierung starker Verlust der Bildsubstanz. Die hintere Seite, die an einer Wand durch zwei Metallösen befestigt wurde, nicht bemalt. Längere Leisten original, die anderen ersetzt. Alle bemalt (von Außen nach Innen) in Orange, Gelb und Rot.
Inhalt:
  • I-II Henricus de Bitterfeld: Tractatus de horis canonicis. Septies in die laudem dixi tibi … psalmus [Ps 118,164]. Quamvis deus semper et omni tempore … — … Sic qui devote septem horas canonicas cotidie deo persolverit vitam eternam habebit quam nobis concedat pater et filius et spiritus sanctus. Zwei Einzelblätter in klappbaren Holztafeln.
    • Koudelka, Vladimír J., Heinrich von Bitterfeld O.P. († c. 1405) Professor an der Universität Prag, in Archivum Fratrum Praedicatorum 23 (1953), S. 5-65, hier S. 53-56, ohne Erwähnung dieser Handschrift.
    • Kaeppeli, 1716, ohne Erwähnung dieser Handschrift.
    • Zumkeller, 384.
    • Madre, Alois, Nikolaus von Dinkelsbühl. Leben und Schriften. Ein Beitrag zur theologischen Literaturgeschichte = Beiträge zur Geschichte der Philosophie und Theologie des Mittelalters 40,4 (Münster 1965), 12, S. 331-332, unter den unechten Werken.
    • 2VL 3 (1981), Sp. 699- 703.
    • Heinrich von Bitterfeld, Tractatus de vita contemplativa et activa, ed. Bruno Mazur - Ladislaus Seńko = Studia "Przeglądu tomistycznego" 4 (Warszawa 2003).
  • Ir >De horis canonicis dicendis<. Rubriken auf dem Kopfsteg.
  • IIr >Ingratum est spiritui sancto quidquid obtuleris neglecto eo ad quo teneris<. Druck: GW 12194-12198. Vgl. auch Bd. 10, Sp. 621a. Verglichen mit GW 12194.
Entstehung der Handschrift: Es ist nicht mehr festzustellen, wo die Tafel ursprünglich hing. Als mögliche Standorte sind Domchor oder Sakristei zu vermuten. Die Vollendung des Chorbaus des gotischen Domes datiert auf Herbst 1400 (Fitz, Die mittelalterlichen Glasmalereien, S. 74, Anm. 320). Vielleicht war die Tafel anlässlich der Weihe des neuen liturgischen Raumes bestellt worden.
Provenienz der Handschrift:

Abgekürzt zitierte Literatur

GW Gesamtkatalog der Wiegendrucke, Bd. 1–, Leipzig 1925–1938, Stuttgart 1978–
Kaeppeli T. Kaeppeli, Scriptores ordinis praedicatorum, Bd. 1–4, Rom 1970–1993
Zumkeller A. Zumkeller, Manuskripte von Werken der Autoren des Augustiner-Eremitenordens in mitteleuropäischen Bibliotheken, Würzburg 1966 (Cassiciacum 20)

Dieses Dokument steht seit dem 1.März 2013 unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz (CC BY-SA).

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (copyright information)