de :: en
Permalink: PURL

Suche

Anzeigen als: XML :: Print

Beschreibung von Halberstadt, Domschatz, Inv.-Nr. 471 (olim M 132)
Katalog der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften in Halberstadt. Verzeichnis der Bestände der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Domschatz zu Halberstadt, und des Historischen Archivs der Stadt Halberstadt, bearbeitet von P. Carmassi, Wiesbaden 2018
Handschriftentitel: Lectionarium missae
Entstehungsort: Halberstadt
Entstehungszeit: 12. Jh. (zwischen 1131 und 1147)
Frühere Signatur: 132
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: II, 230 Bl.
Format: 28,5 × 19 cm.
Seitennummerierung: Moderne Foliierung (Bleistift).
Lagenstruktur: II Vorsatzblätter (ungez.). III (6). 28 IV (229). I (231). Verlust von einem Blatt oder einem Bifolium nach 230. Das letzte Blatt der letzten Lage diente ursprünglich als HS. In moderner Zeit abgetrennt und als Blatt 231 foliiert. Lagenzeichen: römische Zahlen.
Zustand: 57: Fußsteg abgeschnitten; 1v: Tintenfraß bei VD-Zeichen.
Seiteneinrichtung: Schriftraum: 21 × 11,3 cm. 28 (Lektionar) bis 39 Zeilen.
Hände: Carolino-Gothica. Drei Hauptschreiber. Am Rande in brauner Tinte Spuren von Textvorlagen für die Rubrizierung, häufig senkrecht zum Text. Auf dem Seitensteg Diagramme in Form eines Kreuzes oder Kreises, die die Übereinstimmung des jeweiligen Tages- mit dem Sonntagsevangelium signalisieren. Die Zeichen (Farben Rot und Braun/Schwarz) sind von den Worten dominicali/dominice zusammen mit concidens, vicinum oder concordans gebildet. Gelegentlich von einem roten Zierrahmen eingerahmt, kommentierende Anmerkungen am Rande über die Leseordnung: richtige Stelle, älterer oder gewöhnlicher Gebrauch der Perikopen (usualis, non usualis, antiquitus), Unterschiede zwischen ordo gallicanum und romanum. Randnotizen zu Übersetzungsvarianten (z. B. 159r: Lc; 225r: Sap). Gelegentlich Buchstaben A, b, I am Rande der Lesungen. In den Rubriken in zwei Fällen Verweise auf die Ebenen der Schriftexegese (104v; 108r). Interlineare Glosse a vadum vadi, zu vadabilefol. 4r. Spätere Marginalnotizen (13. Jh.) bezeugen den Versuch der Wiederherstellung der traditionellen Lesungen durch Verweise auf andere Perikopen in der Handschrift. Nachtrag am Rande: De sancta cruce (229v). 176v, Fuß- und Bundsteg: Federproben in roter Tinte.
Musiknotationen: 1v-2r: Adiastematische Neumen (deutsch); 193v: Neumen in roter Tinte (Evangelium für das Fest des Apostels Matthias). 104v, 105r, 111v, 113r-v, 114r, 115v, 132v, 133r: Incipit der Gesangsstücke (Tractus, Alleluia, Responsorium), gelegentlich mit Neumen. 155v, Bundsteg: einzelne Neumen ohne Text.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
  • Rubriziert. Auszeichnungsschriften: Unzialis und Capitalis gemischt. Gelegentlich mit karolingischem a.
  • Ausstattung: Miniaturen (ganz- und halbseitig), historisierte und Zierinitialen (Deckfarbenmalerei).
  • Historisierte Initialen: 3r: C(onsideratis). Im Binnenfeld Figur des jungen Diakons (Marcwardus), sitzend auf Stuhl, dessen hohe Lehne mit architektonischen Mustern (kleinen Bögen) dekoriert ist. Die rechte Hand weist mit Zeigegestus auf das offene Buch in der linken Hand hin. Federzeichnung in Schwarz. Hintergrund in Deckfarben Blau und Grün. Buchstabenstammfüllung in Gold. Weitere Farben: Rot, Braun, Rosa, Silber.
  • 24v: Q(ui). Im Binnenfeld auf blauem Hintergrund Adler in Profil mit Nimbus und offenen Flügeln, Kopf nach links gedreht, mit den Krallen ein geschlossenes Buch haltend. Schwarze Federzeichnung. Buchstabenkörper in Silber und Gold (nur Reste), auf grünem und ockerfarbenem Grund. Weitere Farben: Rot.
  • 28r: C(um). Im Binnenfeld die Drei Könige, nach rechts schreitend, mit Gaben in den verhüllten Händen, auf blauem, mit Blumensternen gemustertem Hintergrund. Im Himmel über ihnen ein einziger goldener Stern mit zehn Strahlen. Buchstabenkörper in Gold auf Ocker und Grün. Weitere Farben: Rot, Silber.
  • Miniaturen: 8v: Maiestas domini. Rechteckiger Rahmen aus doppelter Silberleiste mit Mäandermuster gefüllt. Deckfarbe innerhalb des Rahmens: Blau. In der Mitte Christus in der Mandorla auf goldenem Hintergrund mit Kreuznimbus, sitzend auf einem Halbkreis, mit der rechten Hand segnend, in der linken ein offenes Buch haltend (Inschrift: Ego sum A Ω: Apc 1,8), die Füße auf einem Bogen (Erde). Hinter ihm in der Mandorla, zu seiner Rechten der junge Petrus mit Schlüssel und Spruchband (Inschrift: Tu es Christus, filius dei vivi: Mt 16,16). Zu seiner Linken Paulus mit offenem Buch und Spruchband (O altitudo diviciarum sapiencie et sciencie dei +: Rm 11,33). Farben: Rot, Gelb, Blau, Grün, Rosa, Braun, Ocker, Weiß, Gold, Silber. In den Zwickeln die Büsten der vier Wesen, mit Nimbus und anthropomorphem Körper, in den Händen ein Buch haltend. Anthropomorphe Evangelistensymbole auch in Goldschmiedekunst aus dem 11. und 12. Jh., z. T. aus Helmarshausen und Niedersachsen: Vgl. Stiegemann, Christoph - Wemhoff, Matthias (Hgg.), Canossa 1077 - Erschütterung der Welt. Geschichte, Kunst und Kultur am Aufgang der Romanik = Katalog zur Ausstellung im Museum in der Kaiserpfalz, im Erzbischöflichen Diözesanmuseum und in der Städtischen Galerie am Abdinghof zu Paderborn vom 21. Juli - 5. November 2006 (München 2006), 2, Inv.-Nr. 459, 497, 510.
  • 21v: Christi Geburt und Verkündigung an die Hirten. Doppelminiatur, in zwei Kompartimente geteilt. Siebenzeilig hoher Rahmen in roter Federzeichnung mit Gold- und Silberfüllung. Auf der linken Seite Christi Geburt: Joseph mit der linken Hand das Kinn stützend. Er und Maria weisen mit der rechten Hand auf das Kind in der Mitte hin. Hinter Jesus Ochs und Esel. Ockerfarbener Hintergrund. Weitere Farben: Rot, Blau, Grün, Braun, Rosa, Grau, Weiß, Gold. Auf der rechten Seite Verkündigung an die Hirten. Engel herabfliegend aus rosaroter Wolke mit Spruchband in der linken Hand. Auf den Engel schauend und weisend, zwei Hirten mit Stöcken oder Zweig in der Hand. Schafe zu ihren Füßen. Hintergrund: Blau. Weitere Farben: Rot, Grün, Braun, Rosa, Weiß, Gold.
  • 116r: Frauen am leeren Grab. Siebenzeilig hoher Rahmen in schwarzer Konturzeichnung mit Knickbandmuster gefüllt. Rechts und links des Grabes zwei Engel, sitzend jeweils auf dem weggeschobenen Steindeckel und auf dem Grab, mit Spruchbändern in der Hand (Ecce precedet vos in Galileam: Mt 28,7; Quem queritis surrexit non est hic: Vgl. Mc 16,6). Im Grab gefaltetes Tuch. Hinter dem Grab drei Frauen mit goldenem Nimbus und Gefäßen in der Hand. Vor dem Grab zwei Soldaten mit goldenem Schild, mit der Rechten das Kinn haltend. Hintergrund: Blau. Weitere Farben: Rot, Grün, Braun, Rosa, Ocker, Grau, Weiß, Gold, Silber. 129v: Christi Himmelfahrt. Zwölfzeiliger hoher Rahmen in schwarzer Federzeichnung mit Repetitionsmuster (Zickzackblattfries) gefüllt. Der Hintergrund geteilt in zwei Kompartimente: Oben rechts und links zwei Engel mit Spruchbändern, auf Christus in der Mitte hinweisend. Der rechte Engel weist zusätzlich mit der linken Hand auf seine eigenen Augen. Christus in der Mandorla auf goldenem Hintergrund, die obere Körperhälfte schon von einer Wolke verdeckt. Unten: Maria mit goldenem Nimbus und Orantengestus steht in der Christusachse. Rechts und links jeweils sieben Männer, ohne Nimbus, auf Christus weisend. Zwei davon ohne Bart, drei mit Buch oder Rolle in der Hand. Hintergrund: Hellbraun und Grün. Weitere Farben: Rot, Gelb, Blau, Braun, Ocker, Rosa, Grau, Weiß, Gold.
  • 133v: Pfingsten. Vierzehnzeiliger hoher Rahmen in schwarzer Federzeichnung mit Silberfüllung. In der oberen Hälfte in einem Halbkreis auf goldenem Hintergrund Büste des herrschenden Christus mit Kreuznimbus, mit der erhobenen Rechten segnend, in der Linken ein Buch haltend. Unten die zwölf bärtigen Apostel mit goldenem Nimbus; sie sitzen auf treppenartigen Mauerbank mit architektonischer Dekoration (kleinen Bögen) bis auf vier, die hinter der Wand stehen. Sie halten ein Buch und unterhalten sich paarweise mit Lehrgesten. Hintergrund: Blau. Weitere Farben: Rot, Gelb, Grün, Braun, Rosa, Ocker, Weiß, Gold.
  • Fünf- bis vierzehnzeilige Zierinitialen. Deckfarbenmalerei. Verschiedene Typen: Spaltleisten- oder Flechtbandinitialen in Gold und Silber mit Rankenschmuck, auf einem blau- oder ockerfarbenem Feld, dessen Rahmen Ranken-, Punkt-, Perlenband- sowie Dreiblattornamentik aufweist. Rote und schwarze Federzeichnung. Binnengrund: Grün oder Blau mit weißem Ein- oder Dreipunktmuster, Blumen in Kreisen, Stauden. Spaltenfüllung: Rot und Grün. Rankenendmotive: Blätter, Blüten, gelegentlich Früchte (Trauben). 2v, 22r: Ersatzmotiv: Drache. 22v: Randbandverknotung in den Abläufen und Vierblattblütenornamentik in der Stammmitte. Farben: Rot, Gelb, Blau, Grün, Rosa, Ocker, Weiß, Gold und Silber. 20r: Rote Federzeichnung mit Füllung in Silber oder Gold. Binnenfeldmotive: Ineinandergehende Fächerblätter mit farbigen konvergierenden Rippen.
  • 105r: Rote Federzeichnung mit Goldfüllung. Rankenschmuck mit Goldpollen.
  • 1v: E(xultet); Vere Dignum-Zeichen.
  • 2v: Q(uamquam).
  • 9r: S(cientes).
  • 20r: H(ec).
  • F(ratres).
  • 22r: H(ec).
  • M(ultisque).
  • 22v: I(n principio).
  • 23v: S(tephanus).
  • 28r: S(urge).
  • 105r: E(gressus).
  • 116r: F(ratres).
  • M(aria).
  • 129v: P(rima).
  • 130r: R(ecumbentibus).
  • 132v: F(actum).
  • 133r: D(um).
  • 134r: S(i).
  • 141v: H(omo).
  • 189r: V(idi).
  • 213r: E(cce). Unziales E mit Punktverdickung, Besatzmotiv: Ranken mit Trauben. Farben: Blau, Grün, Hellbraun.
  • In Rot und Blau alternierende kleinere Anfangsbuchstaben mit geometrischen und vegetabilen Ausläufern, Binnenfeld- und Besatzmotiven. 71v: I(nsurgens): Als Besatzmotiv ein Adler (Perikope aus Io-Evangelium). Gelegentlich Schaftaussparungen und Punktverdickungen.
  • 7v, 9v: Kleine ockerfarbene Anfangsbuchstaben mit grünen und blauen Besatzmotiven.
Einband: Hochmittelalterlicher Einband. Holzdeckel mit braunem Schweinsleder bezogen. Rückenschild mit alter Signatur 132. Langriemenschließe modern. Spuren von Blattweisern.
Inhalt:
  • Ir-IIv leer. Die Blätter wurden bei Restaurierung im 20. Jh. eingefügt.
  • 1r Besitzvermerk (Ende 14. Jh.): Iste liber pertinet ad vicariam sancti Mathie apostoli in summo et emptus est a magistris fabrice pro ij marcis (?) prius cum consensu dominorum. Die Stiftung eine Vicarie am Altar S. Matthie im Dom zu Halberstadt geht zurück auf eine Bestimmung des Domkapitels vom 12. Februar 1388: UB Hochstift Halberstadt, 4, 3008.
  • 1r Nachtrag (Ende 12. Jh.?, einige Worte später überschrieben): Marcwardus diaconus sancti Stephani in Halberstad canonicus anno ab incarnatione domini MCXLVII apud Trecas in Burgundia III Idus aprilis de huius vite ergastulo ad requiem migravit qui apud sanctum Lupum feliciter requiescit. Qui pro remedio anime sue duos mansos, decem et octo solidos quolibet anno solventes beato Stephano protomartyri de substancia rerum suarum ita ordinavit ut decem solidi in utilitates fratrum, VI solidi in elemosinas pauperum distribuantur, de CXII nummis candela nocturnalis habeatur, frater vero huius ordinationis provisor XII numero pro labore suo accipiat. Contulit et beato Stephano hunc librum evangelia et epistolas cum feriis per circulum anni plenarie continentem, id intime rogans ut in celebratione missarum cotidianus habeatur. Preterea ad eruditionem scolarium contulit hos libros: Sermonem Augustini de miseria hominum, Tullium, Comentum super Sedulium, Passionalem, Salustium, Priscianum constructionum, Virgilium, Martirlogium[sic], Quid suum virtutis, Glosas super Ieremiam (?), Cantica, Ovidium epistolarium, Servium super eneidas, Sentencias, Poeticam Horacii, Sermones, Epistolas, Tullium de senectute, Amalarium de ordine romano, Macrobium, regulas de declinacionibus.
  • 1v >Benedictio cerei in sabbato sancto<. Exultet iam angelica turba cęlorum. Franz, Benediktionen, S. 535-538, mit Auslassungen. Deshusses I, 1021-1022a. 1022c.
  • 2v >Incipit prologus sancti Ieronimi presbiteri missus ad Constantium constantinopolitanum episcopum feliciter<. Quamquam licenter assumatur … — … venerabilis mihi et amantissime frater.
    • PL 30, Sp. 487-488;
    • CPPM, 918;
    • CPL, 1960;
    • Gryson, Répertoire, S. 549.
  • >Augustinus de civitate dei<. Augustinus Hipponensis: De civitate Dei. CCSL 48, S. 703, Z. 1 - 19, Kap. 20,4.
  • 3r-7v Marcwardus, diaconus Halberstadensis: Tractatus de feriis. >Incipit tractatus de feriis tam lectionum quam ewangeliorum cum suis dominicis concordandis et de evangeliis per anni circulum in missali offitio quam maxime consummandis<. Consideratis hinc inde quam plurimis evangelicorum voluminum capitulariis … — … est benigno iudicio perpendant. Der Autor kündigt an, das folgende Lektionar sei das Ergebnis eigener Reformarbeit. Edition: Patrizia Carmassi – Martin Borchert, Der Traktat des Marcwardus Halberstadensis zu den Schriftlesungen der Messe, in Archiv für Liturgiewissenschaft 56 (2014), S. 75-107.
  • 7v Rubrizierter Kolophon in Majuskelschrift (gemischte Unzialis und Capitalis). Verzierte Initialen der einzelnen Verse (Hexameter). Autorenname: Marcwardus. HOC OPUS INCULTUS EGO LECTOR/ PNEUMATE FULTUS/ ORDINE LIMAVI NEGLEC/ TA DIU REPARAVI/ NOMINE MARCWARDUS/ PECCATOR ET AD BONA TARDUS/ ERGO MALIS PLENI MEMOR/ ESTO MEI PRECE LENI.
  • 8r leer.
  • 8v Ganzseitige Miniatur (s.o.).
  • 9r-230v Lectionarium missae. (Für das ganze liturgische Jahr).
    • (9r-191v) Proprium de tempore.
      • (9r) >Incipiunt cum lectionibus evangelia plenarie et concorditer ordinata per anni circulum in missali offitio legenda<. >Dominica I de adventu domini<. …
      • (20r) >In vigilia nativitatis domini<.
      • (20v) >In nocte<.
      • (21r) >In primo mane<.
      • (21v) Miniatur (s.o.).
      • (22r) >In die sancto ad missam<. …
      • (26v) >In vigilia epiphanie<.
      • (27r) >Ad priorem missam in epiphania domini<.
      • (28r) >In die sancto<. …
      • (43v) >Dominica I in LXX<. …
      • (56r) >Dominica I in quadragesima<. …
      • (75v) >In media XL<. …
      • (88r) >In sancto die palmarum ad ramos<.
      • (89v) >Dominica in palmis<.
      • (93v) …
      • (104v) >In parasceve due lectiones sine titulis leguntur videlicet propter duo testamenta quorum alterum iam cessat alterum vero iam inchoat quod diligenter considerantibus in ipsis patet lectionibus<.
      • (108r) >In sabbato sancto ante baptismum XII lectiones iuxta romanum ordinem sub typo decem preceptorum in duobus mandatis quibus tota lex appendet et prophete XII apostolorum dogmate spiritaliter consumandorum legendę sunt absque titulis quia catecuminis sive neophitis qui nondum cives celestis Hierusalem cognoscunt auctores ignoti frustra recitantur quibus firmissima quęlibet auctoritas vilescere potest per ignorantiam. Sed secundum gallicane ęcclesię usum IIIIor tantum lectiones leguntur propter quadriformem sacrę paginę distinctionem scilicet tipologicam, anagogicam, allegoricam, historicam<. …
      • (115v) >Ad missam<.
      • (116r) >In die sancto<. Miniatur (s.o.).
      • (128r) >In letania maiore<.
      • (129r) >In vigilia ascensionis domini<.
      • (129v) >In die sancto<. Miniatur (s.o.).
      • (132v) >In vigilia Pentecosten<.
      • (133r) >In die sancto<.
      • (133v) Miniatur (s.o.).
      • (189r) >In anniversario dedicationis ecclesie<.
      • (189v) >In ipso die dedicationis<.
      • (191r) >In dedicatio altaris.<
    • (191v-215v) Proprium de sanctis. >Incipiunt cum lectionibus evangilia per anni circulum de sanctis legenda<. Beginnend mit Silvester (31.12.), endend mit dem Fest des Apostels Thomas (21.12.). Bemerkenswert:
      • (191v) >Pauli heremitę<.
      • >Hilarii episcopi<. …
      • >Mauri abbatis<. …
      • >Antonii martyris<. …
      • (192v) >Valerii<. …
      • >Brigide virginis<.
      • (193r) >Blasii episcopi<.
      • >Scolastice<. …
      • >Iuliane virginis et martyris<.
      • (194v) >Ambrosii episcopi<. …
      • >Leonis IX pape<. …
      • (196v) >Godehardi episcopi<. …
      • (197v) >Gangolfi martyris<.
      • >Bonifacii martyris<.
      • >Potentiane virginis<. …
      • >Maximini<.
      • >Petronelle virginis<. …
      • >Barnabe apostoli<. …
      • (202v) >Udalrici episcopi et confessoris<. …
      • (203r) >Kiliani et sociorum eius<. …
      • (203v) >Benedicti abbatis<. …
      • >Alęxii confessoris<.
      • >Victoris martyris<. …
      • (204v) >Pantaleonis martyris<. …
      • >In inventione sancti Stephani protomartyris<.
      • >Felicis et Agapiti<.
      • >Afrę martyris et sociorum eius<. …
      • >Romani martyris<. …
      • (207v) >Pelagii martyris<. …
      • (208r) >Verene virginis<.
      • >Antonini martyris<.
      • >Magni confessoris<. …
      • (209v) >Lamberti episcopi et martyris<. …
      • (210v) >Emmerammi<. …
      • >Venezlai[sic]<. …
      • (211v) >Leodegarii martyris<. …
      • (212r) >Galli confessoris<. …
      • (212v) >In natale Ianuarii sociorumque eius<.
      • >Hilarionis monachi<. …
      • >Crispini et Crispiniani<. …
      • >Quintini et Wolfgandi<.
      • (213v) >Eustachi et sociorum eius<.
      • >Pirmini episcopi<.
      • (214r) >Willibrordi episcopi<. …
      • >Brictii episcopi<.
      • >Othmari abbati<.
      • >Columbani confessoris<.
      • >Saturnini sociorumque<.
    • (215v-230r) Commune sanctorum.
      • (215v) >Vigilia apostolorum<.
      • >In natale apostolorum<.
      • (217r) >Hęc tria evangelia in plenariis inveniuntur aliquociens martyribus asscripta<.
      • (217v) >De martyribus<.
      • (222r) >In natale unius martyris<.
      • (224v) >De uno confessore qui non fuit episcopus<.
      • (225r) >De uno confessore qui fuit episcopus<.
      • (227r) >In natale unius confessoris<.
      • (228r) >In natale unius confessoris qui non fuit episcopus<.
      • >Istud evangelium legatur de uno confessore usque in finem. De pluribus usque filius hominis veniet<.
      • (228v) >Item in natale unius confessoris qui non fuit episcopus<.
      • >De virginibus<.
    • (230v) Votivmessen für die Wochentage. Endet abrupt mitten in der Feria IIII de angelis.
Entstehung der Handschrift: Ein Diakon Marcwardus ist als Halberstädter Domkanoniker und Zeuge in Urkunden aus den Jahren 1133-1140 belegt: UB Hochstift Halberstadt, 1, 169 (1133); 184 (1136); 193 (1139); 198 (1140). 1140 ein Marquardus unter den canonici majoris ecclesie: UB Stift S. Bonifacius, 1, S. 1-2. Im Jahr 1144 vgl. einen de domo s. Stephani … Marquardus presbiter … : ibid., 205. Nach dem Nachtrag auf fol. 1r starb er am 11. April 1147 in Saint-Loup, zu jenem Zeitpunkt Chorherren-Stift bei Troyes. Die Autorschaft des Traktats 3r-7v und die Schenkungsnotiz 1r lassen vermuten, dass der Halberstädter Diakon Marcwardus die Kopie des Lektionars im Auftrag gegeben hat. Die Hand des Exultet und eines großen Teils der Randnotizen sind identisch und lassen vermuten, dass hier der Schreiber auch der Autor Marcwardus war. Siehe Carmassi, Ordine limavi. Für eine Herkunft aus Nordeutschland, wahrscheinlich Halberstadt, sprechen neben dem Wirkungsort Marcwards folgende Gründe: Die Neumen sind deutsch. Die Dekoration der Initialen erinnert an die regionale Buchproduktion aus Hildesheim kurz nach der Mitte des 12. Jahrhunderts: vgl. Stammheimer Missale (Los Angeles, The J. Paul Getty Museum, Ms. 64); sog. Ratmann-Sakramentar/Missale (Hildesheim, Domschatz, Nr. 37). Sanktorale: Auf die Halberstädter Kirche verweisen die Feste Inventio sancti Stephani (03.08.) und Sancti Syxti (06.08.). Terminus post quem für die Entstehung des Codex ist das Fest Godehard (Kanonisation 1131). Das Sanktorale ist sehr ausführlich, weitgehend mit dem Hirsauer Kalendar übereinstimend: Vgl. Hänggi, Anton, Der Rheinauer Liber Ordinarius = Spicilegium Friburgense 1 (Freiburg/Schweiz 1957), S. 2-25; Braun-Niehr, Beate, Kat.-Nr. 50, in Der heilige Schatz, S. 178-181. 231v: Moderne Inventarangaben (Bleistift) aus dem Jahr 1962 (G. Eckardt), wie auch in anderen Exemplaren aus dem Domschatz.
Provenienz der Handschrift:
Bibliographie

Abgekürzt zitierte Literatur

CPL Clavis patrum Latinorum, hrsg. von E. Dekkers, Steenbrugge u.a. 31995 (Corpus Christianorum. Series Latina)
CPPM Clavis patristica pseudepigraphorum medii aevi, hrsg. von I. Machielsen, Turnhout 1990– (Corpus Christianorum. Series Latina)
Franz, Benediktionen A. Franz, Die kirchlichen Benediktionen im Mittelalter, Bd. 1–2, Freiburg/Br. 1909, Nachdruck Graz 1960
PL Patrologiae cursus completus. Series Latina, Bd. 1–221, hrsg. von J. P. Migne, Paris 1844–1865
Stadt im Wandel Stadt im Wandel. Kunst und Kultur des Bürgertums in Norddeutschland 1150–1650. Landesausstellung Niedersachsen 1985. Ausstellungskatalog, Bd. 2: Katalog der Objekte, hrsg. von C. Meckseper, Stuttgart, Bad Cannstatt 1985

Dieses Dokument steht seit dem 1.März 2013 unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz (CC BY-SA).

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (copyright information)