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Beschreibung von Halberstadt, Historisches Stadtarchiv, M 61
Katalog der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften in Halberstadt. Verzeichnis der Bestände der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Domschatz zu Halberstadt, und des Historischen Archivs der Stadt Halberstadt, bearbeitet von P. Carmassi, Wiesbaden 2018
Handschriftentitel: Necrologium et copiale
Entstehungsort: Halberstadt
Entstehungszeit: 14. und 15. Jh.
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: I, 122 Bl. I.
Format: 28,5 × 23 cm.
Seitennummerierung: Moderne Foliierung in schwarzer Tinte 1 bis 122. Ab fol. 56r mittelalterliche Foliierung (Fußsteg). Moderne Paginierung (Bleistift) ab fol. 54r (Kopialbuch).
Lagenstruktur: 1 Vorsatzblatt. IV (8). 2 V (28). VI (40). VII-1 (53). 6 V (113). IV+1 (122). 1 Vorsatzblatt. Das erste Blatt der ersten Lage ist vom Buchblock gelöst. Lagenzählung am Ende der Lagen mit römischen Zahlen. Beginnt fol. 18v für das Nekrolog und erneut für das Kopialbuch (sichtbar ab fol. 73v: II).
Seiteneinrichtung: Schriftraum: 21 × 14,8 cm (Kopialbuch). 28 Zeilen (Kopialbuch).
Hände: Textualis (Kalendar). Bastarda. Mehrere Hände, darunter Johannes [von Sommerschenburg] (s. u.). Blattweiser aus Leder. Mittelalterliche und frühneuzeitliche Randnotizen. Moderne Zählung der Urkunden am Rand in schwarzer Tinte, fortgesetzt auf fol. 1-8. Gelegentlich weitere moderne Notizen (Bleistift).
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
  • Rubriziert.
  • Lombarden zu Beginn der einzelnen Urkunden. Beim Wechsel der Hände mit unterschiedlichen Merkmalen. Die zu rubrizierenden Buchstaben in brauner Tinte.
  • Fol. 56-105: in der Farbe Rot, gelegentlich mit Fleuronée-Motiven.
  • 105v-108r: alternierend Rot und Blau.
Einband: Frühneuzeitlicher Pappeinband (19. Jh.), mit Pergament überzogen (Makulatur aus einer älteren Handschrift, auf dem Kopf stehend). VS und HS sowie vorderes und hinteres Vorsatzblatt aus Papier. Wasserzeichen: vorderes Vorsatzblatt: Buchstaben F G G; hinteres Vorsatzblatt: springendes Pferd auf Sockel. Aus der Papiermühle Veckenstedt, Papiermacher Friedrich Gustav Grove (Wirkungszeit 1831-1862). Vgl. Deutsches Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig, Papierhistorische Sammlungen, Signatur II, 476. Auf dem Rücken Schild mit der Signatur 61 … Bon … Als Schließe zwei Streifen aus grünem Stoff, von denen eine (VD) verloren gegangen ist.
Zusatzmaterial: Als Einbanddecke wurden mindestens drei Blätter einer liturgischen Handschrift wiederverwendet (Textualis, 14. Jh.). Für VD und HD wurden zwei Blätter eines Kalendars, für den Rücken ein Blatt aus der Mitte der Handschrift genommen. Kalendar in fünf Spalten: 1. Goldene Zahl. 2. Sonntagsbuchstaben. 3.-4. Römisches Kalendar. 5. Christliche Feste. In einer letzten nicht vorgezeichneten Spalte die Angaben über die Lesungen am Tag und an den Ferien nach dem Fest. Große KL-Buchstaben in den Farben Blau und Rot. HD: Monat Mai. VD: Monat August. Hervorzuheben sind folgende Feste im Sanktorale (rubriziert): 09.05: Adventus sancti Stephani. 03.08: Invencio sancti Stephani. 06.08: Sixti pape et sociorum eius. 27.08: Festum patronorum. Unter den Herrenfesten ist die Ascensio domini auf dem 05.05. verzeichnet. Im 14. Jh. fiel Christi Himmelfahrt auf diesen Tag in den Jahren 1323, 1334, 1345. Die genannten Feste verweisen auf eine Entstehung des Codex in der Diözese Halberstadt. Rücken: Ein Pergamentstreifen, wahrscheinlich aus der gleichen Handschrift, mit Gesangsstücken. Hufnagelnotation auf 4 Zeilen.
Inhalt:
  • Ir leer, bis auf der Inventarnummer 320, mit rotem Buntstift.
  • Necrologium et copiale.
    • (1r-8v) Nachträge.
      • (1r-v) Kopie einer Urkunde von 1313. UB Stift S. Bonifacius, 123, S. 91-93.
      • (3r) Am Rande Verweis auf das Ende des Buches: Require istam litteram … circa finem libri … . Vgl. UB Stift S. Bonifacius, 165, S. 128.
      • (8v) Kopie einer Urkunde von 1494. UB Stift S. Bonifacius, 357, S. 202.
    • (9r-53v) Nekrolog. Beginnt mit dem 1. Januar. Endet mit dem 26. Dezember wegen Lücke im Umfang eines Blattes zwischen fol. 53 und 54. Jede Seite ist horizontal in vier Zeilen geteilt (jede Zeile ca. 6,5 cm hoch), jeweils ein Block für einen Tag. In diesem Raum Liniierung nur dort, wo die älteste Hand Einträge geschrieben hat. (40v) Der Eintrag erwähnt das Datum 1503.
      Edition
      • Schmidt, Gustav, Das Necrologium S. Bonifacii in Halberstadt, in Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Alterthumskunde 6 (1873), S. 392-460. Auch separat [Wernigerode 1873], S. 1-69.
    • (54r-122v) Kopialbuch.
      • Anno domini millesimo trecentesimo undecimo pontificatus venerabilis in Christo patris domini Alberti episcopi Halberstadensis de Anhealt genti anno octavo rescripta sunt privilegia et alie littere capituli sancti Bonifacii halberstadensis per Iohannem decanum ibidem sub certis titulis sicut patebit
      • (54r-55v) Register. Vorangestellt die Folioangaben. (55r-v) Ab fol. 55r (6. Zeile von unten) später nachgetragene Urkundentitel mit Folioangaben. Auf dem Fußsteg von fol. 55r, Fuß- und Seitensteg von fol. 55v Spuren von abgewaschenem Text.
      • (56r-122v) Urkunden, Verfügungen, Testamente (Kopie).
        • (56r-105r) Von der Hand des Dekans Iohannes 1311 geschrieben. Auf dem Fußsteg von fol. 104r befindet sich die nachgetragene Kopie des Testamentes desselben Iohannes. Vgl. UB Stift S. Bonifacius, XX, S. 257.
        • (105v-122v) Nachträge. Verschiedene Hände.
        • (113v) Der Text einer Urkunde wurde mit schwarzer Tinte unleserlich gemacht.
        • (122v) Die auf dem letzten Blatt abgeschriebene Urkunde ist auf 1463 datiert. UB Stift S. Bonifacius, XXVI, S. 263-264.
    • (Ir-v) leer.
    Edition
    • UB Stift S. Bonifacius, mit Edition der Originalurkunden, wenn vorhanden, und der Kopien aus dieser Handschrift.
Entstehung der Handschrift: Die Handschrift wurde im Stift SS. Bonifacii et Mauricii zu Halberstadt angefertigt. Vgl. fol. 54r, mit Erwähnung des Schreibers Iohannes decanus und des Ortes der Abschrift zu Beginn des Kopialbuches. Hier auch die Datierung 1311, in der Amtszeit des Bischofs von Halberstadt Albrecht I. von Anhalt (1304-1324). Auch im Nekrolog findet man klare Indizien für die Zuweisung der Handschrift zu dem Stift S. Bonifacii et Mauricii: Vgl. fol. 47r, Randnotiz zum 4. November: Patronorum ecclesie sancti Bonifacii. Für denselben Tag lautet der Eintrag von der ältesten Hand: Hoc die celebratur translatio reliquiarum que fuit anno domini MCCXL et conventus nostri de Bossenleve in civitatem Halb[erstadt]: Schmidt, Gustav, Das Necrologium S. Bonifacii in Halberstadt, in Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Alterthumskunde 6 (1873), S. 392-460. Auch separat [Wernigerode 1873], S. 1-69, S. 37. Johannes von Sommerschenburg war Dekan 1311-1345 († 09.08.1345). Vgl. UB Stift S. Bonifacius, Register S. 589. Zu Kirche und Stift UB Stift S. Bonifacius, Einleitung S. IX-XXVI; Siebrecht, Uta, in Siebrecht, Halberstadt, S. 249-253. Die Kanoniker waren 1240 aus dem Vorort Bossenleve in die Stadt umgesiedelt, nachdem ihnen die Moritzkirche zur Verfügung gestellt worden war. Danach galt das doppelte Patrozinium (Bonifacius und Mauritius). Vgl. UB Stift S. Bonifacius, 53, S. 40-41 (a. 1259). Auflösung des Stiftes: 1810. Das Nekrolog ist von Anfang an zusammen mit einer Urkundensammlung konzipiert worden: Vgl. z. B. fol. 33r (13.7.): … cuius testamentum in fine continetur … ; 42r: Hoc festum sancti Mauricii sollempniter peragetur, sed qualiter et quid cuilibet de hoc cedat in fine regule notatum invenies. Eine weitere Hand hat später die Folioangabe hinzugefügt.
Provenienz der Handschrift:
  • An mehreren Stellen ein Stempel aus der Dombibliothek: Bibliotheca Stephanei Halberstadensis. Auf dem VS Angabe in schwarzer Tinte (19. Jh., Schmidt?): fol. in 4to 122, und Besitzvermerk: Lbb. Ms. biblioth. Steph. Halberstad. No 61.
  • Zuletzt in der Akademie der Wissenschaften in Eriwan (Armenien). Die Eriwan-Nummer für diese Handschrift war 405.
Bibliographie

Abgekürzt zitierte Literatur


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