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Beschreibung von Halberstadt, Historisches Stadtarchiv, Ohne Signatur [03]
Katalog der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriften in Halberstadt. Verzeichnis der Bestände der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Domschatz zu Halberstadt, und des Historischen Archivs der Stadt Halberstadt, bearbeitet von P. Carmassi, Wiesbaden 2018
Handschriftentitel: Hartmannus de Dudingen
Entstehungsort: Halberstadt Hildesheim
Entstehungszeit: 1463
Bemerkung: Papier und Pergament — I, 513 Bl. — 31,5 × 21 cm — Halberstadt oder Hildesheim — 1463
Beschreibstoff:
  • Papier und Pergament
  • Bei jeder Lage sind das äußerste und das innerste Bifolium aus Pergament, mit Ausnahme der ersten Lage, die nur aus Pergamentblättern besteht.
  • Wasserzeichen: 1. Ochsenkopf, mit Augen. Darüber zweikonturige Stange. Darüber Blume.Piccard-Online 069902 (1462). 2. Ochsenkopf, mit Augen. Darüber einkonturige Stange. Darüber Blume.Piccard-Online 0654404 (1462). 3. Ochsenkopf, mit Augen. Darüber einkonturige Stange. Darüber Blume.Piccard-Online 065413 (1462). 4. Ochsenkopf, mit Augen. Darüber zweikonturige Stange. Darüber Blume. Piccard-Online 069929 (1465).
Umfang: I, 513 Bl.
Format: 31,5 × 21 cm.
Seitennummerierung: Mittelalterliche Foliierung auf dem Kopfsteg mittig (rote Tinte). Beginnt ab fol. 11r. Springt von CLXV zu CLXVII, ohne Blattverlust. Gelegentlich sind die zu schreibenden Zahlen (arabisch oder römisch) in brauner Tinte auf dem Fuß- oder Kopfsteg noch zu sehen. Moderne Foliierung (Bleistift).
Lagenstruktur: V+1 (10). 41 VI (502). VI-1 (513).
Zustand: Rückenfalz eingerissen. Gelegentlich Flecken.
Seiteneinrichtung: Schriftraum: 22 × 13,3 cm. Zweispaltig. 39 Zeilen.
Hände: Bastarda. Blattweiser aus Leder (Zungenform).
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
  • Rubriziert.
  • 11ra: 5 cm hohe rote Initiale mit Aussparungen und Fleuronnéebesatzornamentik (Perlen und Fischgrätmuster), zu Beginn des Hauptwerkes.
  • Zwei bis drei Zeilen hohe rote Lombarden mit Punktverdickung am Anfang der Kapitel. Beim titulus primus (11vb) 12-zeiliges I.
Einband: Spätmittelalterlicher Einband. Holzdeckel mit Leder bezogen. Streicheisenlinien. Spuren von zwei Langriemenschließen. Auf dem HD Metallöse (oben) und Reste von einer Metallbefestigung für Anbringung von Ketten. Jeweils fünf runde Buckel aus Messing auf VD und HD. Schild mit Inhaltsangaben auf VD mit Metallrahmen, z. T. abgesprungen. Inschrift in schwarzer Tinte (15. Jh.): Speculum consciencie ecclesie Halberstadensis. VS und HS aus Papier. VS: Aufgeklebter Papierzettel mit gedrucktem Besitzvermerk und handschriftlicher Inventarummer: Nro 54 c meiner Buchsammlung. Christian Friedrich Bernhard Augustin. Der Zettel verdeckt eine frühere Notiz in schwarzer Tinte. Mit Bleistift ein weiterer Vermerk auf dem VS: I M 55 fol 54 c.
Zusatzmaterial: Ir-v: Als vordereres Vorsatzblatt wurde ein Pergamentblatt wiederverwendet, das nur auf einer Seite beschrieben war. Am heutigen unteren Rand und am Ende abgeschnitten. Incipit: Ghiselero Junghen decano ecclesie montis sancti Mauricii extra muros hildesemensis iudice et conservatore una cum certis nostris in hac parete collegis … discretis viris dominis preposito decano … singulisque canonicis et capitulo necnon perpetuis vicariis et personis … in ecclesia halberstadensi … . … Es handelt sich um ein kirchenrechtliches Urteil, vom Dekan des Moritzstiftes zu Hildesheim an das Halberstädter Domkapitel gerichtet. Ein Ghiseler ist als Dekan im Moritzstift in den Jahren 1428-1430 belegt. Vgl. UB Stadt Hildesheim, 12, S. 28-29; 82, S. 67; 94, S. 75; 106, S. 80-81; 110, S. 82-83.
Inhalt:
  • Ir Besitz- und Schenkungsvermerk: Iste liber datus est vicariis in summo maioris ecclesie Halberstadensis ex testamento domini Iohannis Groteclawes quondam vicarius sancti Lamberti eiusdem ecclesie pro salute anime sue et omnium benefactorum suorum et quorum interest cuius anima requiescat in pace et omnium fidelium anime requiescant in pace amen. Orate fideliter pro eo. Moderne Inventarnummer (roter Buntstift): 144.
  • Iv S. o.
  • 1ra-504va Hartmannus de Dudingen: Speculum conscientiae. Die Autorschaft ist aus der Parallelüberlieferung in der Handschrift Lüneburg, Ratsbücherei, Ms. Theol. 2° 15 zu entnehmen. Vgl. Lüneburg (2), S. 33-34.
    • (1ra-10va) Inhaltsverzeichnisse. Zwei Register mit Folioangaben, alphabetisch und nach der Reihenfolge der Titel im Buch.
      • (1ra) >Incipit tabula speculi conscienciae<.
      • (5rb) >Explicit tabula secundum litteras alphabeti. Sequitur registrum aliud procedens secundum articulos principales et secundum pertinencia et attinencia eorundem et ab ipsis emergencia<.
      • (10vra) >Explicit tabula secundum processum libri conscripta<.
    • (11ra-504va) Speculum conscientiae.
      • >Arenga in opusculum quod dicitur speculum consciencie<. Ad sancte trinitatis eiusdemque individue unitatis gloriosissime … — … in scriptis et collectis allegantur.
      • (470r) leer, ohne Textverlust.
      • (504va) Explicit speculum conscienciae sub anno a nativitate domini mcccxliii feria secunda in adventu domini que erat dies XXVIII mensis novembris. Pro cuius fine laudetur sancta trinitas gloriosa virgo Maria cum omnibus sanctis per infinita secula AMEN. Der Schreiber hat bei der Angabe des Jahres die Buchstaben X und L aus Versehen umgetauscht. In der Tat fiel der erste Adventssonntag im Jahr 1463 am 27. November. Dies stimmt mit der Erwähnung im Kolophon der Feria II auf den 28. November überein. Im Jahr 1443 fiel hingegen der erste Adventssontag auf den 1. Dezember. Die Datierung auf das Jahr 1463 stimmt auch mit den Wasserzeichen überein, bisher nachweisbar in der Zeitspanne 1462 - 1465.
    • (505ra) Vita beatae virginis Mariae et Salvatoris rhytmica. >Incipit vita Marie virginis gloriose<. Hec est vita virginis Marie gloriose qua vixit in hoc seculo non obprobriose … — … Ut nos velit protegere dareque iuvamen gaudentesque perducere ad celi regnum. Amen. Vgl. Vita beate virginis Marie et Salvatoris rhythmica, ed. Adolf Vögtlin = Bibliothek des Litterarischen Vereins in Stuttgart 180 (Tübingen 1888), S. 223-227, v. 6612-6664. 6686-6741 (mit Varianten). Hinzu kommen vier Einleitungs- und acht Abschlußverse, wie in Basel, Universitätsbibliothek, B VIII 26, fol. 208ra-209ra. Vgl. Meyer, Gustav - Burckhardt, Max, Die mittelalterlichen Handschriften der Universitätsbibliothek Basel. Beschreibendes Verzeichnis. Abteilung B: Theologische Pergamenthandschriften. Zweiter Band: Signaturen B VIII 11 - B XI 26 (Basel 1966), S. b50.
    • (506ra) Über die Predigtarten. >Sequitur brevis modus predicandi<. Notandum quod modi predicandi in communi sunt duo: Unus ad clerum alter ad populum … — … considerantur in transumpcionibus verborum et cetera. Auch in Berlin, Staatsbibliothek – Preußischer Kulturbesitz, Ms. theol. lat. qu. 45, fol. 46r-48r. Vgl. Berlin SBB (4), S. 771.
    • (508vb-513v) leer.
Entstehung der Handschrift: Die Handschrift wurde laut Kolophon am 28. November 1463 vollendet. Der Schreiber nennt jedoch seinen Namen und den Ort der Anfertigung nicht. Der Autor des Hauptwerkes, der nach der Lüneburger Handschrift mit Hartmannus de Dudingen zu identifizieren ist, war Kanoniker und scholasticus an der Kirche St. Andreas in Hildesheim. Vgl. UB Stadt Hildesheim, 718, S. 606 (10.4.1450); Bd. 6 (Hildesheim 1896), S. 239 (1423), S. 269, (1424), S. 299 und 306 (1425), S. 490 (1431), Bd. 7 (Hildesheim 1899), 384, S. 232-233 (7.03.1460). Zu diesem Zeitpunkt war Hartmann schon verstorben. Er wird als zeliger mester erwähnt, und man bezieht sich auf sein Testament.
Provenienz der Handschrift:
  • Der erste Besitzer des Buches, Iohannes Groteclawes, magister fabricae ecclesiae Halberstadensis (Groteclaus) in den Urkunden bezeichnet - ist als Domvikar in Halberstadt belegt. Vgl. UB Stadt Halberstadt, 2, 1021, S. 288 (25.06.1465); 1049, S. 307 (24.08.1474). Er wird 1465 als magister fabrice ecclesie halberstadensis genannt und ist einer der Initiatoren der Inventarisierung des Domgutes im selben Jahr: Diestelkamp, Inventarium, S. 191.
  • Die Handschrift gehörte zu der Sammlung des Gelehrten Christian Friedrich Bernhard Augustin (1771 - 1856). Nach Schmidt (1878), S. 6, kam ein Teil der Augustinischen Sammlung 1862 in die Bibliothek des Domgymnasiums. Sie wurde als "Augustinische Bibliothek" aufgestellt. Dies könnte erklären, warum diese Bände keine M-Signatur und keine Entsprechung in den Katalogen von Schmidt aufweisen. Vgl. Halberstadt, Historisches Stadtarchiv, ohne Signatur 4.

Abgekürzt zitierte Literatur

Piccard-Online Piccard-Online. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, J 340 (http://www.piccard-online.de)

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