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Beschreibung der Handschrift Lübeck, Stadtbibliothek, Ms. Lub. 2° 61
Paul Hagen, Handschriftenkatalog der Lubecensien, Lübeck 1936, 43r46r. Bearbeitet von Anne Harnisch, 2018.
Gefördert durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.
Handschriftentitel: Hinrich Rehbein: Lübeckische Chronik. Heft 8
Bemerkung: Papier904 S.
Format: 38,5 × 26,5 cm
— Anfang 16. Jh.
Frühere Signatur: V. L. G. 17

[Heft 8 von 12. Alle Hefte sind in einem Band zusammengebunden.]Autograph von Hinrich Rehbein. (†1629). Die ursprüngliche, durch die 12 Hefte durchgehende Zählung ist insofern ungenau, als abgesehen von einzelnen leeren Bl., mehrfach Seiten mit derselben Zahl und beigefügten Buchstaben weitergezählt sind, wie z. B. in Ms. Lub. 2° 54 nach S. 12 eine leere Seite 13A folgt und dann die Seiten 13 B–M, wobei Seite 13 L zweimal gesetzt ist. Außerdem sind sehr oft Blätter und Blattstücke von verschiedener Größe eingeheftet. Die einzelnen mit den Buchstaben A–M bezeichneten 12 Hefte umfassen folgende Seiten: Ms. Lub. 2° 54 (V. L. G. 10)=A nach der alten Bezeichnung S. 1–79, dazu 1 vorhergehendes Blatt und eine dem vorderen Schutzblatt angeheftete Seite, die teilweise beschrieben sind, und eine dem hinteren Schutzblatt angeheftete beschriebene Seite. Ms. Lub. 2° 55 (V. L. G. 11)=B nach der alten Bezeichnung S. 80–134, dazu 1 beschriebene Seite vor S. 80 und 1 leere Seite 135A. Ms. Lub. 2° 56 (V. L. G. 12)=C S. 135B–179. Ms. Lub. 2° 57 (V. L. G. 13)=D S. 180B–233A. Ms. Lub. 2° 58 (V. L. G. 15)= F S. 290–345. (In der Folge von S. 290 auf S. 287 G vergleiche auch die Bemerkung auf S. 287A zu Till Eulenspiegel: NB. Sein Conterfait uff fol: 288.) Ms. Lub. 2° 60 (V. L. G. 16)=G S. 346–421B. Ms. Lub. 2° 61 (V. L. G. 17)=H S. 421C–502. Ms. Lub. 2° 62 (V. L. G. 18)=I S. 503–597. Ms. Lub. 2° 63 (V. L. G. 19)=K S. 598–718C. Ms. Lub. 2° 64 (V. L. G. 20)=L S. 719–818 (S. 818 leer). Ms. Lub. 2° 65 (V. L. G. 21)=M S. 816 (so, obwohl S. 816 und 817 in dem vorhergehenden Heft beschrieben sind)–904. Es folgen nach 3 leere Bl., deren erstem ein beschriebenes Blattstück angeheftet ist. Die Chronik ist mit vielen farbigen Wappen der Lübecker Ratsherren und mit Federzeichnungen von GH (GH) und David zu Ho (?) geschmückt. Teilweise ist die bildliche Darstellung in dem für sie frei gelassenen Rahmen, wobei der Verfasser sie auf einem kleinen angesetzten Zettel vorgeschrieben hat, nicht zur Ausführung gekommen; vergleiche z. B. Ms. Lub. 2° 60 (V. L. G. 16)=G 411 daz soll hir her in die Figur gebracht werden und S. 412 daz soll uff daz greuligste hir her gemalet werden. Kupferstichblätter, Holzschnitte und Druckblätter sind der Chronik öfter eingefügt. [vergleiche Hesse[sic][eigentlich P. Hasse], "Bildliche Darstellungen aus Lübecks ältester Geschichte", in: Mitt. d. VLGA 1894, H.6, Nr. 7, S. 100–103; Hesse (Schluß) nennt noch 2 weitere Künstlermonogramme.] Der Bildschmuck war ursprünglich wohl erst für eine Reinschrift in Aussicht genommen nach der Angabe des Verfassers auf der Rückseite des S. 1 vorgebundenen Blatts in Ms. Lub. 2° 54: Dieses Buch soll künftig uff grosze Regal Papyr ins reyne Abgeschrieben werden: durch einen der eine feine Leeszliche handt schrejben kan. Dan Auch einen, so midt der Feder woel reiszen kan, Solln die Vornemsten Historien in Die Figur gebracht werden, Sampt Allen Perszonen des Rhats Ihren Waffen, so viell ich die selben vom Anfang der Stadt Lüebegk bisz uff diese Zeit bekommen können. Nach einem in Abschrift dem Heft A beigelegten Avertissement aus den ‚Lübeckischen Anzeigen’ vom 29. Juni 1754 wurden die beiden ersten Hefte kurz vorher in öffentlicher Auktion gekauft, und der Käufer sucht in dieser Anzeige nach den übrigen Heften. Auf dem der ersten gezählten Seite vorausgehenden Blatt in Heft A [Hat M. D. von Pincier am 12. März 1761 bemerkt, daß er die beiden ersten Hefte für 6 Thaler auf einer Auktion am 12. März 1753 gekauft, sie aber an den Vorstand der Zirkelgesellschaft zurückgegeben habe, dessen Eigentum sie früher gewesen seien (wie auch in Ms. Lub. 2° 67 vermerkt ist, vergleiche auch Deecke, Beiträge S. 33; außerdem] ist ein Schreiben von Heinrich Schröder vom 21. September 1822 aufgeklebt, in dem die 12 Hefte der ‚Commission zur Sammlung der Lubecensien überwiesen werden’. Zwölf Hefte in blauem Pappband mit den Buchstaben A–M. Beim Binden sind außer in Heft B und C Pergamentblätter verwandt, die mit lateinischem geistlichen Text (Brevier) beschrieben sind. Die früher als der Umschlag verwandten Pergamentblätter sind um 1884 abgelöst und neu gebunden: sie enthalten mehrere Abschnitte aus der hist[oria]. nat[uralis]. des Plinius in einer Schrift des 15. Jh., vergleiche K. Curtius, Über Pliniushandschriften in Lübeck, in Historische und philol. Aufsätz E. Curtius zu seinem 70. Geburtstage am 2. Sept. 1884 gewidmet (1884), S. 327–337. Zurück aus Armenien. [Kopie aus der Handschrift vorhanden.]

Inhalt:
Hinrich Rehbein: Lübeckische Chronik. S. 2 Summarischer Begriff der Stadt Lüebeck: Cronicon. Die Chronik geht bis zum Jahr 1620 und enthält beigeheftete Nachträge, deren spätester aus dem Juli 1629 stammt. ‚Im Ganzen ist der Stoff mehr zusammengetragen als verarbeitet; mit Vorliebe, und oft unnachahmlich schön, sind die einheimischen Sagen behandelt.’ (Deecke, Beiträge, S. 33) Auch verschiedene Gedichte kommen in der Chronik vor z. B. Ms. Lub. 2° 63 (V. L. G. 19)=K S. 688 zwei Gedichte auf die 164 regierenden Bürger 1534, Ms. Lub. 2° 65 (V. L. G. 21)=M S. 863 Gedicht von der Hanse 1606. [Beide abgedruckt von Liliencron, Historische Volkslieder der Deutschen IV, 1896, S. 95ff. Das erste wird von Liliencron mit nicht stichhaltigen Gründen dem Engelbert Casberg (?) zugeschrieben; das zweite (bei L. das erste) nennt seinen Verfasser selbst; es ist Curdt Riggardey, S. a. Goedeke, Grundriß II, 2. Auflage 1886, S. 297 Nr. 138.] Vergleiche Bruns, Zur Lebensgeschichte des Chronisten Heinrich Rehbein, Hansische Geschichstblätter Bd. X (1900) S. 166–168 und Bruns, Die älteren lüb. Ratslinien in Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte Bd. 27, 1933 S. 90, 91. Die beiden Gedichte von 1534 sind herausgegeben von G. Waitz, Lübeck unter Jürgen Wullenwever Bd. 2 S. 339–350 und von R. v. Liliencron, Die historischen Volkslieder der Deutschen in 454, 455 Bd. 4, S. 95–114. [Verfasser des Lieds von der Hanse ist der Hansische Syndicus Johann Domann (vergleiche über ihn zu Ms. Lub. 2° 50). Es ist, nachdem es schon früher von Morhof, Wackernagel, Goedeke, Lappenberg veröffentlicht worden war, von Mantels in der Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte Bd. 2 (1867) S. 470–484 herausgegeben nach dem in Lübeck erhaltenen Einzeldruck von 1618 unter Berücksichtigung auch der Rehbeinschen Überlieferung nach der Abschrift in Ms. Lub. 4° 68. Erwähnt sei auch ein Spottgedicht auf Handestädte, besonders Lübeck (S. 897), das Rehbein 1616 gefunden hat. Das Bild der Schlacht bei Bornhöved (Heft C S. 172) ist wiedergegeben in ‚De Wiespaal’, Monatliche Beilag[sic] von den Lübecker General-Anzeiger 1926 n6 15. Mai, die Zeichnung ‚Kähne mit Heringen auf dem Lübecker Marktplatz um 1600’ (Heft K S. 718) von J. Warncke, Der Lübecker Fischer in Geschichte und Sitte, in: Schleswig Holstein-Hamburg-Lübeckische Monatshefte Jg. 2 (1927) Heft 5, S. 144.]
Bibliographie

Abgekürzt zitierte Literatur


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