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Beschreibung von Cod. Guelf. 16.1 Aug. 2° (Heinemann-Nr. 2187)
Otto v. Heinemann: Die Augusteischen Handschriften 2. Cod. Guelf. 11.11 Aug. 2° — 32.6 Aug. 2°. Frankfurt/M.: Klostermann, 1966 (Nachdruck d. Ausg. 1895). S. 204205

Evangeliarium Latinum, cum prologis Hieronymianis et canone Eusebiano

Pergam. — 160 Bll. einschliesslich des papiernen Vorsatzblattes (f. 1). — 32,5 × 22 cm — 10. Jahrh.

Mit bemerkenswerthem Bilderschmuck. Nach dem Prologus quattuor evangeliorum (f. 4′–5′) und den Briefen des h. Hieronymus an den Papst Damasus (f. 6–7′) folgt auf den Blättern 8. 9. 16 und 18 eine Reihe von Federzeichnungen, für die damalige Zeit sehr gut ausgeführt, leicht mit Braun schattiert, nämlich: f. 8, die Verkündigung Mariae in einer von Thürmen und Häusern gebildeten Einrahmung, f. 8′, die Begegnung Elisabeths und Marias in ähnlicher Einrahmung, f. 9, die Verkündigung der Hirten, oben fünf singende Engel in Brustbildern, unten eine Schafheerde, f. 16, die Darbringung im Tempel, f. 18, Christi Taufe, oben drei Engel, und f. 18′, die heiligen drei Könige ihre Gaben darbringend. Die dazwischen liegenden Blätter 10–15′ enthalten die zwölf Canones evangeliorum in der gebräuchlichen Weise, oben in rundbogigen Giebelfeldern auf Purpurgrund die Zeichen der Evangelisten. Die Anfangsworte eines jeden Evangeliums sind (f. 21′, 59′, 86′, und 128′) mit weisser Deckfarbe auf Purpurgrund geschrieben und eingerahmt von weissen Arabesken auf blauem Grunde oder umgekehrt, eine ziemlich seltene Art der Verzierung, die nicht gerade fein, aber recht lebhaft und eigentümlich aussieht. Vor den beiden ersten Evangelien finden sich auch die Bildnisse der Evangelisten: f. 22′, Matthäus, sitzend, das Haupt in die Linke, die Rechte auf den rechten Oberschenkel stützend, in sinnender Stellung, auf mit gelben Sternen und Punkten übersäetem Purpurgrunde, in einer weiss und hellblauen Umrahmung, f. 58′ ähnlich Marcus im Profil, schreibend, auf weissgesterntem und ebenso punktirtem Purpurgrunde, in schwarzer Umrahmung mit blaugrauen Arabesken. Die Bilder der anderen beiden Evangelisten fehlen, ohne dass ersichtlich ist, ob sie immer gefehlt haben oder ob sie früher einmal ausgeschnitten sind. Vergl, übrigens Über diesen Codex auch Schönemann, Merkwürdigkeiten nr. 22.

Holzdeckel mit braunem Leder überzogen, mit zwei messingenen Schliessern.

Herkunft: Die Handschrift scheint vom Mittelrhein zu stammen. Dafür spricht einmal, dass sich auf dem papiernen Vorsatzblatte (f. 1) eine Anzahl auf Speier bezügliche Notizen findet, sodann folgende Inscription am Ende des Codex (f. 158′): Eberhard von Weihe emit Wormaciae 1596. Der letztere war Braunschweigischer Canzler.



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