de :: en
Permalink: PURL

Suche

Anzeigen als: OAI :: XML :: Print :: Faksimile in der WDB

Beschreibung von Cod. Guelf. 188 Blank.
Butzmann, Hans: Die Blankenburger Handschriften. - Frankfurt am Main: Klostermann, 1966. - (Kataloge der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Neue Reihe, Bd. 11) S. 184185
Handschriftentitel: Das Buch der heiligen Dreifaltigkeit
Entstehungsort: Ostmitteldeutschland
Entstehungszeit:
  • XV. Jh.
  • (1471)
Frühere Signatur: 196 Blank.
Katalognummer: Manuscripta Mediaevalia Objektnummer, 90239740,T
Beschreibstoff: Papier
Umfang: 153 Bl.
Format: 22 × 16 cm
Lagenstruktur: Quinternionen. Reklamanten. 15 u. 74 jüngere Einschaltblätter.
Seiteneinrichtung: 28 Zeilen. Textspiegel (von Blindlinien eingefaßt) 14,5 × 9
Hände: Alles von einer Hand.
Schrift: Gute Bastarda. Rubra. Initialen (bis 8 cm hoch) aus einfachen braunen von Rot begleiteten Federstrichen vom Schreiber eigenwillig aufgebaut, z. T. mit kurvigen Ausschmückungen in den Farben der kolorierten Federzeichnungen (s. u.).
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck: Die den Vorlagen frei folgenden und mit leichter Feder gezeichneten häufig ganzseitigen Bilder sind sämtlich koloriert; die Farben sind matt; Braun, Grau, Graugrün, Rosa und Gelb, 1v Christus am Galgen. — 2r Enthauptung und Räderung. — 2v Kanne, drei Würfel, Adam von der Schlange ins Herz gestochen; Eva. — 3r Kugel (Luna) und chemischer Ofen (Orient), darüber Wandhaken mit Tuch. — 10v Gottvater mit segnender Hand, rechts von ihm weißer Adler auf einer Krone. — 11r Buchrolle, Kerze, Schalen, Destillierofen. — 11v Maria auf der Mondsichel, von Flammenzungen umgeben. — 13v Sieben farbige Kronen. — 18v Großer Kamin, von Öfen flankiert. — 19r Doppeladler mit Menschenfüßen und -köpf: Forma speculi trinitatis. — 19v Christus am Kreuz. — 22v Wappen: Schwarzer Doppeladler auf gelbem Schild. — 25r Zusammengehaltenes Tuch, darunter zwei Schalen. — 23v Krönung Mariae mit Symbolen der Evangelisten und deren Wappen: Doppeladler (Johannes), weißer Löwe auf blauem Feld (Marcus), Schlüssel und Schwert gekreuzt auf grauem Feld (Lucas) und Schachbrett, grau und rosa (Matthaeus). — 84r Destillierofen. — 84v Christus am Kreuz unter dem Galgen, daneben Schlange mit Frauenkopf und -brüsten, den Schwamm an langer Stange haltend. — 85r Der grüne Löwe, auf Felsen schreitend. — 85v Ofen. — 89v Maria in der Sonne und auf dem Mond stehend. — 90r Doppelofen, davor fressender roter Hund. — 91v Wappenschild: Christus im Doppeladler, von gekrönter Frau gehalten. — 95v „Wilde Frau", ein Wappen und einen Helm haltend. — 96r Janusköpfige Gestalt: die alchemistische Dreifaltigkeit. —100r Wappen mit rotem Schildchen. — 100v Christus in Mandorla. — 113r Retorten im Ofen. — 113v Luziferische Dreifaltigkeit, auf einem Drachen stehend, aus dem Schlangen mit Frauenköpfen hervorgehen. — 115r Eichbaum, auf dem sich eine Schlange krümmt; von der Schlange umwunden ein Doppeladler, das Ganze umgeben von den sieben Planeten an stangenartigen Strahlen. — 120v Wolkenbruch, Gewitter. — 143v Kleine Zeichnung am unteren Rande: Haus mit Treppengiebel; Beischrift: Hec steynhewser. — 144r Glaskolben mit Drache, Adler, Rabe (Reinigung der Metalle).
Einband: Schlichte Broschur, Pappe mit bräunlichem Sprengpapierüberzug. Nicht beschnitten.
Entstehung der Handschrift: Mundart ostmitteldeutsch. Datierung in der Schlußschrift Bl. 155v: 1471. Die Angabe „1453 in Kadelsburg " (Bl. 66r u. 69v) ist der Vorlage entnommen, die auch der Schreiber der St. Galler Handschrift (Stadtbibliothek Nr. 397) benutzt zu haben scheint; hierzu vgl. Ganzenmüller (s. u.). Die Kadolzburg bei Nürnberg war der Sitz Johannes des Alchemisten, Markgraf von Brandenburg.
Provenienz der Handschrift:
  • Der Einband gleicht den aus dem Besitz des Johann Andreas Schmidt (Caspar Sagittarius ?) stammenden Bänden; vgl. die Beschreibung von 32 Blankenburg.
  • Exlibris Ludwig Rudolfs mit Zahl 52. 1r unten Zahl 78.
Inhalt:
1r Das Buch der heiligen Dreifaltigkeit. Diss ist ein buch von wunderwercken, rechte warheit mag man hieinn mercken.
  • (3r) Also zu emphahen von gote diss buch ich hart mich sere genug gewert
  • (8v) In der Verborgenheit gotes wird uns beweiset … — 66r Schlußschrift: … Gegeben auff donerstag in die sancti Bernhardi czwusschen achten und newnen … anno domini millesirno CCCC° XXXIII0 in Kadelsburg … Explicit Uber sancte trinitatis.
  • (66v) Diez buch ist vil bücher und ist doch ein buch … — 69v Schlußschrift: … geschriben … ipsa die Abdon et Sennes in Kadelsburg anno ut supra XXXIII0.
  • (69v) Saturnus, Iupiter, Mars, Sol, Venus, Mercurius, Luna. In die Iovis sublimirt sanetitas
  • (73r) >Sequitur noch eyne vorleuchtung diez ganezen buchs, sed non habetur hic … Diss hie allernest geschriben gehöret in das forderst buch so diez buch anfahet: Die gotlich kunst gotes Jhesu Cristi durch sein heyliges leiden clarlich zu bekennen … < Smelzet II lb Jovis dar inne gieset 1 lb Lixivium (?)((hier S-ähnliches Zeichen)). Es folgen weitere alchemistische Rezepte, auch einige in lateinischer Sprache, gelegentlich unterbrochen durch alchemistisch-theologische Betrachtungen.
  • (151r) Geendet in die Mortis in hora Solls Düna in vicesimo tercio gradu et quarto minuto piscium, in vigilia purificacionis Marie virginis gloriosissime.
  • (151v) Schlußschrift: Explicit liber sancte trinitatis de lapide philosophico parabolice …
  • Anschließend. >De aqua vita<. Incipiunt virtutes aque vite que sunt hec
  • (153v) Schlußschrift: Laus deo in eternum. Decus marie in perpetuum. Finitum scriptum istud anno 1471 sabbato post lucie virginis.
Zum Text und zu den Bildern siehe W. Ganzenmüller, Das Buch der heiligen Dreifaltigkeit, in: Archiv f. Kulturgeschichte 29,1939, S. 93—146, wieder abgedr. in W. Ganzenmüller, Beiträge zur Geschichte der Technologie u. d. Alchemie, Weinheim 1956, 251 ff.; hier wird neben anderen Handschriften auch Cod. Guelf. 433 Helmstedt (XV. Jh.) genannt, der einen ausführlicheren Text bietet und, was die Bilder angeht, der Handschrift des Germanischen Museums zu Nürnberg nahe steht. Die vorliegende Handschrift kannte G. noch nicht. Abbildungen nach Miniaturen der Nürnberger Handschrift und der Hs. der Bayerischen Staatsbibliothek (cgm 598) in G. F. Hartlaub, Der Stein der Weisen, München 1959, Taf. 3 u. Abb. 7-14.

Korrekturen, Ergänzungen:
  • Lizenzangaben korrigiert (schassan, 2020-04-17)
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer hinzugefügt (schassan, 2019-08-20)

  • Weitere Literaturnachweise im OPAC suchen.
  • Weitere Literaturnachweise suchen (ehem. Handschriftendokumentation)

Dieses Dokument steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz (CC BY-SA).

Für die Nutzung weiterer Daten wie Digitalisaten gelten gegebenenfalls andere Lizenzen. Vgl. die Copyright Information der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel.