Kleiner Seelentrost
Papier — 239 Bl. — 31 × 22 cm — Norddeutschland — 15. Jh., Mitte
Wasserzeichen: Kreuz II 676 und 679 (1455), Ochsenkopf XII 255 (1452–1456) und 256 (1452). Lagen: 19 VI (228). V+1 (239). 229–239 ist verbunden, die dem Text entsprechende Reihenfolge ist 229, 234–236, 230–233, 237–239. Originale römische Tintenzählung bis CCI (= 202; Clxxiiii zweimal gezählt), ab Clxxiiii (= 175) auch arabische Bleistiftfoliierung (19. Jh.). Reklamanten, arabische Blattzählung innerhalb der Lagen. Schriftraum: 22,5 × 16 cm, ca. 33–35, fol 231r–233v und 237r–239r 40–42 Zeilen, zweispaltig, Bastarda (Typ C), ein Schreiber: Hinricus Rutenbarch (74va) bis 236v, Rest von anderer Hand. Rubriziert, zwei- bis dreizeilige Lombarden. 1v am Rand zugehörige Bibelstellen von neuerer Hand eingetragen. Lateinische Zitate, Namen bzw. Autoren rot unterstrichen.
Holzdeckel mit dunklem Leder überzogen. Einzelstempel Agnus Dei: s005468. Blatt: s000440. Krone: s005448. Lilie: s002234, s006000. Ornament Punkte: s003090, s003650. Rosette fünfblättrig: s007682. Aus der Werkstatt "Reinhausen Webmuster I" ( w000317). Beide Deckel mit Beschlägen an den Kanten und fünf Buckeln, sämtliche aus Messing. VD mittlerer Messingbuckel auf Messingrosette mit 6 cm Durchmesser, ornamentiert. HD kleinerer Messingbuckel.
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Pergament, VS und HS jeweils ein Bl., querständig. 30,5 × 21 cm und Schriftraum: 31 × 19 cm, 24 bzw. 21 Zeilen. 12 Jh. Carolino-gothica. Rubriziert. Psalterium. Initium Ps 68 Kapitalis, Buchstaben im Wechsel braun und rot. VS: Ps 67,16–36; 68,1–7 rechts, vor Beginn von Ps 68 "Salvum me fac …" steht: ›Vox Christi ad patrem cum pateretur‹. HS oben: Ps 68,21–34, unten: Ps 65,13–20; 66,1–8; 67,1.
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Drei eingeklebte Papierstreifen auf VS und HS, 13, 15 und 20 × 3–4,5 cm, 13, 15 und 29 Zeilen, 15. Jh. Bastarda. Die beiden Streifen auf HS aus einem Stück. Reimoffizium in visitatione BMV. VS: Teile der Magnificat-Antiphon und des Invitatoriums der Matutin, HS: Teile der Responsorien der 1. Nocturn und Antiphonen der 2. Nocturn (AH 24 Nr. 29).
Herkunft: Von dem bislang nicht näher identifizierbaren Henricus Rutenbarch geschrieben (74va in der Mitte): Hinricus Rutenbarch de het dat bocke gescriven. — Seit 1644 in der Universitätsbibliothek Helmstedt nachweisbar; im Handschiftenkatalog von 1644 (Cod. Guelf. 27.2 Aug. 2°, 5v) als De septem sacramentis liber multis legendis refertus. In sächsischer Sprache unter den Theologici in folio verzeichnet. Auf dem VS die entsprechende Helmstedter Signatur T. 80.
Nr. 288. — 31*. — 25.
Schreibsprache: Ostfälisch.
1ra–239rb Kleiner Seelentrost. Der sele trost licht an hilgher lere unde an beterynghe der hilgen scrift … Haupttext: Kynt leve du schalt dat weten … (224vb) ›Hir endot sik de propheten van vnseme hern Ihesus Christo hir begynnent sik an de namen der propheten vnd der vedere de olden E or begyn or land or predeginghe vnde orgraft‹. … (229vb) Text bricht ab im Abschnitt ›Van sunte Petre dem apostel‹. Setzt wieder ein (234ra) zu St. Jacobus apostolus, fehlender Text entspricht Cod. Guelf. 389 Helmst. (siehe unten), 200vb Zeile 9 - 201rb Zeile 5. Ab 230ra Textumstellung infolge Bindefehler der letzten Lage. (230vb) Hir begynet sek de nye E … — (239rb) … Unde wonede an eyner stad de heyt Nazareth. Amen. Der Text entspricht Cod. Guelf. 389, 74ra–205vb, vgl. dazu 10. Druck: M41130–M41152, vergl. M41138 (110a). ‚Klosterspiegel' in Auszügen nach der Hs. gedruckt bei , Niederdeutsche Tischzucht, Germania 21, NF 9 (1876) 424–430. 8, 1030–1040, hier 1034–1040 und 9, 946 (Hs. jeweils genannt). Hs. genannt in , Zur Überlieferung des Seelentrost, in: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur 86 (1964) 189–224, hier 190; , Seelentrost: Der große Seelentrost, in: Enzyklopädie des Märchens 12, 493–497. Zum Beichtspiegel innerhalb des ‚Kleinen Seelentrost' vgl. , Die ‚Laienregel' des Dietrich Engelhus und ihr literarischer Kontext, in: Dietrich Engelhus, Beiträge zu Leben und Werk, hrsg. von , Köln/Weimar/Wien 1991, 127–146 hier 141 (Mitteldeutsche Forschungen 104).
239rb–239v Federproben.
Abgekürzt zitierte Literatur
| C. Borchling, Mittelniederdeutsche Handschriften in Norddeutschland und den Niederlanden. Erster Reisebericht, Göttingen 1899 (Nachrichten von der Königl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen. Philologisch-Historische Klasse 1898, Heft 2) | |
| Einbanddatenbank (http://www.hist-einband.de/, besonders die Sammlung Wolfenbüttel) | |
| Gesamtkatalog der Wiegendrucke, Bd. 1–, Leipzig 1925–1938, Stuttgart 1978– | |
| O. von Heinemann, Die Helmstedter Handschriften, Bd. 1–3, Wolfenbüttel 1884–1888, ND Frankfurt/M. 1963–1965 (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel. Die alte Reihe 1–3) | |
| G. Piccard, Die Wasserzeichenkartei Piccard im Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bd. 1–17, Stuttgart 1961–1997 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg. Sonderreihe Die Wasserzeichenkartei Piccard im Hauptstaatsarchiv Stuttgart 1–17) | |
| G. Reidemeister, Die Überlieferung des Seelentrostes, Bd. 1, Diss. Halle/S. 1915 | |
| Der große Seelentrost. Ein niederdeutsches Erbauungsbuch des 14. Jh., hrsg. von M. Schmitt, Köln, Graz 1959 (Niederdeutsche Studien 5) | |
| Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon, 12 Bde., hrsg. von K. Ruh u. a., 2., völlig neu bearbeitete Aufl., Berlin/New York 1978–2005, Ergänzungsbde.: Deutscher Humanismus 1480–1520. Verfasserlexikon, Bd. 1–3, hrsg. von F. J. Worstbrock, Berlin/New York 2005–2015 |
- Lizenzangaben korrigiert (schassan, 2020-04-17)
- Normdaten ergänzt bzw. korrigiert. (schassan, 2015-09-04)
Beschreibung erstellt im Rahmen des Projektes Katalogisierung der mittelalterlichen Helmstedter Handschriften Teil I.