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Beschreibung von Cod. Guelf. 335 Helmst.
Die mittelalterlichen Helmstedter Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil II: Cod. Guelf. 277 bis 370 Helmst. Mit einem Anhang: Die mittelalterlichen Handschriften und Fragmente der Ehemaligen Universitätsbibliothek Helmstedt, beschrieben von Bertram Lesser (im Erscheinen).
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Programms Erschließung und Digitalisierung handschriftlicher und gedruckter Überlieferung
Handschriftentitel: Plautus
Entstehungsort: Padua
Entstehungszeit: 1450–1460
Katalognummer:
  • Heinemann-Nr. 366
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer, 32412198,T
Beschreibstoff:
Umfang: V, 237, VIII Bl.
Format: 28 × 21 cm
Seitennummerierung: Bleistiftfoliierung modern: 1–237, vorderes und hinteres Vorsatz ungez., in der letzten Lage drei leere Bl. ungez.
Lagenstruktur: II+1 (ungez.). 24 V (237)! II+1 (ungez.). Reklamanten. Vorsatzkonstruktion, identisch mit Cod. Guelf. 319b Helmst.: Vorn und hinten je zwei Bifolia Papier, davon je ein Bl. als Spiegel an den Deckel geklebt, als Schutzbl. vorn und hinten je ein Pergamentbl. eingefügt. In Lage 9 (zwischen Bl. 70 und 80) und Lage 14 (zwischen Bl. 120 und 130) Bindefehler (2. und 3. bzw. 4. und 5. Doppelbl. vertauscht, s. unten).
Seiteneinrichtung: 19–20 × 12–13 cm, einspaltig, 24–25 Zeilen.
Hände:
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:
    Am Beginn der einzelnen Komödien qualitätvolle ornamentale Initialen in Deckfarbenmalerei im typischen Paduaner Stil, Buchstabenkörper in Unzialform, außen in Purpur, nach innen aufgehellt, mit vielfältigen vegetabilen Begleitmotiven vor tiefblauem, mit Weißlinienfiligran verziertem Hintergrund wie in Cod. Guelf. 319b Helmst.:
  • 1r Initiale I über 6 Zeilen auf Blattgoldgrund, der Buchstabenstamm endet oben links und unten rechts in je einer purpurnen, oben rechts und unten links in je einer roten gelappten Halbpalmette. Am Buchstabenstamm ist mittig eine kreuzweise hellpurpurne Manschette angebracht, links daneben windet sich ein langgestieltes Dreiblatt in Grün und Rot mit langgezogener Mittelspitze vor abwechselnd tiefblauem und blattgoldbelegtem Hintergrund. Rechts neben dem Stamm befindet sich eine dunkelgoldfarbene Ranke mit einem grünen und einem purpurnen Dreiblatt vor abwechselnd tiefblauem und blattgoldbelegtem Hintergrund. Am linken oberen Begrenzungsblatt sind mit Manschetten drei verlängerte Dreiblütter in Grün, Rot und Gold (oben), Rot, Purpur und Gold (Mitte) sowie Grün, Blau und Gold (unten) befestigt, die auf dem Bundsteg eine von blattgoldbelegten eindornigen Goldpollen begleitete Rankenbordüre bilden.
  • 38v Initiale H über 7 Zeilen auf goldfarbenem Grund, der Buchstabenstamm endet links oben in zwei gestielten Dreiblättern mit langgezogener Mittelspitze, von denen das linke in Purpur als Seitenausläufer, das rechte in Grün und Rot als obere Begrenzung des Initialrahmens fungiert. Im Binnenfeld windet sich spiralig ein dunkelgoldener Stängel mit einem roten Dreiblatt am unteren und einem grünen Dreiblatt am oberen Ende. Die Initiale wird auf den Seitensteg von drei eindornigen Goldpollen begleitet.
  • 72v Initiale C über 6 Zeilen auf goldfarbenem Grund, der Buchstabenkörper ist außen ohne Blattbesatz. Die untere Hälfte des Binnenfeldes wird von zwei mächtigen grünen, gegenständig angeordneten Halbpalmetten eingenommen, zwischen denen sich zwei blütenartig angeordnete rote Halbpalmetten nach oben strecken. Die Initiale wird auf den Seitensteg von drei eindornigen Goldpollen begleitet.
  • 111r Initiale S über 7 Zeilen auf goldfarbenem Grund, der Buchstabenkörper ist außen ohne Blattbesatz. Am oberen Innenbogen hängt eine mächtige rote tütenartige Halbpalmette, aus der ein langer dunkelgoldener Stängel mit einem langgezogenen grünen Dreiblatt ins Binnenfeld wächst. Die Initiale wird auf den Seitensteg von vier eindornigen Goldpollen begleitet.
  • 136r Initiale S über 5 Zeilen auf goldfarbenem Grund, der Buchstabenkörper ist außen ohne Blattbesatz. Aus einer im unteren Teil des Binnenfeldes liegenden grünen Halbpalmette windet sich parallel zur Kurve des Buchstabens ein goldener Stängel empor, besetzt mit je einem Dreiblatt in Rot (unten) und Grün (oben). Die Initiale wird auf den Seitensteg von fünf eindornigen Goldpollen begleitet.
  • 166r Initiale C über 7 Zeilen auf goldfarbenem Grund, der Buchstabenkörper ist außen ohne Blattbesatz. Am unteren Innenbogen liegt eine mächtige rote tütenartige Halbpalmette, aus der ein langer dunkelgoldener Stängel mit einem langgezogenen Dreiblatt in Grün und Purpur ins Binnenfeld wächst. Die Initiale wird auf den Seitensteg von drei eindornigen Goldpollen begleitet.
  • 183v Initiale E über 6 Zeilen auf goldfarbenem Grund, der Buchstabenkörper ist außen ohne Blattbesatz. Am unteren Innenbogen liegt eine grüne Halbpalmette, aus der ein gegabelter dunkelgoldener Stängel mit einem roten Dreiblatt an jeden Ende und einem grünen Fächerblatt in der Gabelung ins Binnenfeld wächst; das Motiv wird im oberen Teil des Binnenfeldes hängend und mit gewechselten Farben (Halbpalmette und Fächerblatt in Rot, die beiden Dreiblätter in Grün) wiederholt. Die Initiale wird auf den Seitensteg von drei eindornigen Goldpollen begleitet.
  • 209v Initiale S über 6 Zeilen auf goldfarbenem Grund, der Buchstabenkörper ist außen ohne Blattbesatz. Aus einer am unteren Innenbogenden liegenden roten Halbpalmette wächst ein goldener Stängel empor, besetzt im unteren Teil des Binnenfeldes mit zwei grünen Dreiblättern, im oberen mit einem roten Drei- und einem grünen Fächerblatt. Die Initiale wird auf den Seitensteg von drei eindornigen Goldpollen begleitet.
  • Die einzelnen Szenen sind durch abwechselnd rote und blaue Fleuronnéelombarden, meist über 2–3 Zeilen, mit purpurnem Schleierfiligran eingeleitet (vgl. ebenfalls bei Cod. Guelf. 319b Helmst.).
  • Szenenüberschriften und Rollenbezeichnungen rot geschrieben.
Einband: Renaissance-Einband aus der zweiten Hälfte des 16. Jh., Gestaltung identisch mit Cod. Guelf. 319b Helmst. Auf dem VD eine geprägte, mit brauner Tinte gefüllte Inskription in Capitalis quadrataPLAVTI COM: | MANVSCRIP:.
Entstehung der Handschrift: Zur Entstehung und Geschichte der Hs. vgl. Cod. Guelf. 319b Helmst.
Erwerb der Handschrift: Der Codex gelangte vermutlich als Geschenk des Herzogs Ernst Ludwig von Pommern-Wolgast an seinen Schwiegervater, Herzog Julius von Braunschweig-Lüneburg, in die Wolfenbütteler Hofbibliothek, wo er 1614 im Gesamtkatalog des Liborius Otho (Cod. Guelf. A Extrav., p. 31 [27]) unter Nr. 1 der Comici et Tragici als Plautus manuscriptus in folio aufgeführt (entspricht der Inskription auf dem VD). — Seit 1618 in der Universitätsbibliothek Helmstedt, 1644 in deren Handschriftenkatalog (Cod. Guelf. 27.2 Aug. 2°, 29r) als Plauti Comœdiae Octo in bretter, roth aufm Schnitt unter den Miscellanei MSSti in folio nachgewiesen; auf dem VS die entsprechende Signatur Misc. 13. Im Handschriftenverzeichnis von 1797 (BA III, 52) unter Nr. 263 genannt.
Inhalt:
1. 1r–237r T. Maccii Plauti Comoediae VIII.
  • (1r–39r) Amphitruo cum glossis argumentisque. >Plauti poetae comici clarissimi Amphitrio Comedia prima foeliciter incipit<. >Plauti poetae comici clarissimi Amphitrio foeliciter explicit<. Mit beiden Argumenta. Auf dem Kopfsteg die Invokation Yesus. Der nicht bis zum Ende in gleicher Dichte durchgeführte Kommentar (1r: Plautus Sarsinas Rome moritur qui propter egestatem ad molas manuarius se locaverat [Hier. chron. 145,1] scripsit secundum aliquos C comedias secundum alios LXX … ) enthält u. a. das bekannte Versepitaph des Plautus (Gell. noct. att. 1,24,3, Schaller/Könsgen 12258). Eine ähnliche Testimoniensammlung in der Hs. Wien, ÖNB, Cod. 3186, 4v, vgl. C. Questa, Parerga Plautina. Struttura e tradizione manoscritta delle commedie, Urbino 1985 (Pubblicazioni dell’Università di Urbino. Scienze umane, serie di linguistica, letteratura, arte 5), 232–242 mit Taf. XXXV.2.
  • (39r–72v) Asinaria cum glossis argumentoque. >Incipit Asinaria Comedia secunda<. >Plauti poetae comici clarissimi Asinaria explicit<. Der Prolog steht vor dem Argumentum. Der marginale und z. T. interlineare Kommentar (39r: Asinaria hec fabula dicitur quia asini quidam venditi sunt … ) ist nicht in gleicher Dichte bis zum Ende durchgeführt. Nach 71v im 5. Akt, Z. 906 (pueri plaudite et mihi ob iactum cantaro mulsum date) Textlücke bis Z. 933 (nihil ne te pudet) durch Bindefehler; der fehlende Text (Z. 907–933) steht unten, 73r–v.
  • (72v–110v) Captivi cum glossis argumentoque. >Incipit eiusdem Comedia tertia Capitivi duo<. >Plauti poetae comici clarissimi Captivi duo explicit<. Mit Argumentum, darin 73r–v durch Bindefehler Z. 907–933 der "Asinaria" eingeschoben. 77r fehlen im 1. Akt, Szene 1, Z. 102–107; sie sind wie in den meisten Codices in die 2. Szene nach Z. 125 geschoben. Nach 77v im 1. Akt, Szene 2, Z. 133 (vel carnuficinam hunc facere possum perpeti) Textlücke bis Z. 167 (Habe bonum animum nam illo confido domum) durch Bindefehler; der fehlende Text (Z. 134–166) steht unten, 79r–v. 106r fehlt Z. 912a, 110v fehlt die Caterva (Z. 1029–1036), sie steht fälschlich als Argumentum 111r vor dem folgenden "Curculio". Der marginale und z. T. interlineare Kommentar (72v: Hec comedia que dicitur duo captivi tale habet argumentum. Egio quidam dives habuit filios Philocratem et Tindarum … ) ist nicht in gleicher Dichte bis zum Ende durchgeführt.
  • (110v–135v) Curculio cum glossis argumentisque. >Incipit eiusdem quarta comedia Curculio<. >Deo gratias. Finis. Plauti poetae comici clarissimi Curculio explicit<. Als Argumentum ist fälschlich die Caterva der "Asinaria" vorangestellt (s. oben), es folgt das als Prologus betitelte eigentliche Argumentum. Nach 124v im 3. Akt, Szene 1, Z. 419 (sed istum quem queris ego sum) Textlücke bis Z. 455 (atque eccum video leno salve) durch Bindefehler; der fehlende Text (Z. 420–454) steht unten, 126r–v zwischen der 1. und 2 Szene des 4. Akts. Der marginale und z. T. interlineare Kommentar (110v: Hec comedia Curgulio[sic] dicitur quia eius hec est argumentum. Curgulio siquidem Phedromi servus maiores partes in hac comedia egit … ) ist nicht in gleicher Dichte bis zum Ende durchgeführt.
  • (135v–165v) Casina cum glossis argumentoque. >Incipit eiusdem quinta comedia quae Cassina nominatur<. >Plauti poetae comici clarissimi Cassina explicit<. Der Prolog steht vor dem Argumentum. 162r am Schluss der ersten Szene des 5. Aktes die Sprechzeile: Et eidem des Chalinus hinzugefügt. 163r im insgesamt lückenhaften und verderbt überlieferten Text nicht alle Sprecherrollen; Textabweichungen und eine zusätzliche Szenengliederung bei Z. 904/5, dafür Szene 3 und 4 kontrahiert. Der marginale und z. T. interlineare Kommentar (135v: Hec fabula Cassina appellatur a nomine cuiusdam puelle … ) ist nicht in gleicher Dichte bis zum Ende durchgeführt.
  • (165v–183v) Cistellaria cum glossis argumentoque. >Incipit eiusdem sexta comedia quae Cistellaria narratur<. >Plauti poetae comici clarissimi Cistellaria explicit foeliciter<. Mit Argumentum. 178r 3. Akt, Szene 1 nach Z. 639 geteilt. Der marginale und interlineare Kommentar (165v: Hec fabula Cistellaria appellatur pro qua quidem sciendum est quod aliquando Dionisie fiebant Sicione … ) ist bis zum Ende nicht regelmäßig durchgeführt.
  • (183v–209r) Epidicus cum glossis argumentoque. >Incipit eiusdem septima comedia Epidicus Epidicus Epidicus[sic]<. >Plauti poetae comici clarissimi explicit[sic]<. Mit Argumentum. 3. Akt, Szenen 4 und 4a zusammengezogen. Der marginale und interlineare Kommentar (183v: Hec fabula Epidicus dicitur a nomine cuiusdam servi … cuius fabule argumentum est huismodi. Periphanes quidam filium habuit nomine Straphitoclem[sic]) ist bis zum Ende nicht regelmäßig durchgeführt.
  • (209r–237r) Aulularia cum glossis argumentisque. >Incipit eiusdem octava comedia Aulearia[sic]<. >Laus deo deo gratias. Plauti poetę comici clarissimi ultima comedia explicit feliciter Finis<. Mit beiden Argumenta. 229v 4. Akt, Szene 3 und 4 kontrahiert. Der marginale und interlineare Kommentar (209r: Hec fabula Aulularia appellatur quae quidem hoc nomine sortita est propter argumentum fabule huius quod huiusmodi est. Euclio quidam vir avarissimus ollam thesauro plenam invenit … ) ist bis zum Ende nicht regelmäßig durchgeführt.
— Der gesamte Text ist in Akte und Szenen gegliedert, die vom Glossator mit einführenden Summarien versehen wurden, die z. T. anderen humanistischen Kommentaren ähneln (vgl. Questa. Parerga, s. oben, 260–266), aber in der Formulierung auch an andere Summarien des Glossators, etwa für die Seneca-Tragödien in Cod. Guelf. 331 Helmst., erinnern. Die Interlinearglossen beschränken sich auf Worterklärungen und Korrekturen. Die Verteilung der Rollen entspricht nicht immer den Ausgaben.
Textgeschichte: Alle Komödien auch in Cod. Guelf. 141 Gud. lat., 1r–106v.
Bibliographie

Korrekturen, Ergänzungen:
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer hinzugefügt (schassan, 2019-08-20)
  • Normdaten ergänzt bzw. korrigiert. (schassan, 2015-09-04)

Abgekürzt zitierte Literatur

Ebert F. A. Ebert, Bibliothecae Guelferbytanae Codices Graeci et Latini Classici, Leipzig 1827 (Zur Handschriftenkunde 2)
Heinemann O. von Heinemann, Die Helmstedter Handschriften, Bd. 1–3, Wolfenbüttel 1884–1888, Nachdruck Frankfurt/M. 1963–1965 (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Die alte Reihe 1–3)
Schaller/Könsgen D. Schaller und E. Könsgen, Initia Carminum Latinorum saeculo undecimo antiquiorum, Göttingen 1977, Supplementbd. fortgeführt von Th. Klein, Göttingen 2005
WZIS Wasserzeichen-Informationssystem. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart (http://www.wasserzeichen-online.de/wzis/index.php)

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