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Beschreibung von Cod. Guelf. 496c Helmst.
Die mittelalterlichen Helmstedter Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil IV: Cod. Guelf. 462 bis 615 Helmst., beschrieben von Bertram Lesser (in Vorbereitung).
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Programms Erschließung und Digitalisierung handschriftlicher und gedruckter Überlieferung
Handschriftentitel: Angelomus Luxoviensis
Entstehungsort: Süddeutschland
Entstehungszeit: 12. Jh., 3. Viertel
Katalognummer:
  • Heinemann-Nr. 535
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer, 32412345,T
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: I, 8 Bl.
Format: 25,5 × 18 cm
Seitennummerierung: Bleistiftfoliierung modern: 19, mitgeheftetes Vorsatz als Bl. 1 gez.
Lagenstruktur: IV+1 (9).
Zustand: Die Bl. sind am vorderen Rand stark abgegriffen und z. T. beschädigt. Der Codex enthielt ursprünglich, nach den Heftlöchern im Einbandrücken zu urteilen, noch mindestens sieben oder acht weitere Lagen.
Seiteneinrichtung: 21 × 14 cm, einspaltig, 34 Zeilen, Tintenliniierung, Punkturen an den Blatträndern sichtbar.
Hände: Regelmäßige Carolino-Gothica von einer Hand, auffallend sind die nach links unten geschwungenen Unterlängen von ſ und f und die durch schräge Abstriche hakenartig wirkenden UNterlängen von p und q, die an die Usancen der diplomatischen Minuskel erinnern.
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck: Rubriziert, rote Lombarden, Satzmajuskeln rot gefüllt.
Einband: Romanischer Koperteinband aus kräftigem, stark vernarbtem Wildleder (?), die vom HD ausgehende Klappe ist samt dem Verschluss verloren. Die erhaltene Lage ist mit gedrehten Schnüren jeweils an Kopf und Schwanz direkt durch den Umschlag geheftet. Vgl. zum Einband Scholla, 181f., 208, 214, 233, 238, 251, 266.
Zusatzmaterial: Fragment (Vorsatz, vordem um den gesamten Buchblock gelegt und mitgeheftet, als Bl. 1 gez.): Pergament, ein Bl., 26 × 21 cm. Schriftraum: 26 × 19 cm (beschnitten), nur Versoseite beschrieben, einspaltig, noch 33 Zeilen. Späte karolingische Minuskel, 12. Jh., 1. Hälfte. Rote Satzmajuskeln in Capitalis quadrata und Unzialis. Über jeder Textzeile adiastematische frühdeutsche Neumen. 1r (ursprünglich leer): Inhaltsangabe des Wolfenbütteler Bibliothekars Liborius Otho (16. Jh.): Fragmenta in Cantica Canticorum. 1v Exsultet Benedictio cerei. Exultet iam angelica turba celorum exsultent divina misteria … — … acceptus supernis luminaribus misceatur. Flammas eius lucifer … (Text bricht ab). … Druck (u. a.): PRG 2, 97–99 XCIX Nr. 347. Dazu Chevalier 5848. Das am unteren Rand beschnittene (es fehlen ca. 2 Textzeilen) und nur einseitig beschriebene Bl. stammt nicht aus einem Missale o. ä., sondern diente als Separatum dem liturgischen Gesangsvortrag des Diakons.
Entstehung der Handschrift: Der Codex wurde im dritten Viertel des 12. Jh. im süddeutschen Raum geschrieben, von wo auch weitere Überlieferungszeugen des seltenen Textes stammen, vgl. z. B. Lilienfeld, StiB, CLI 160, 133r–143v (aus dem Stift Heiligenkreuz, dazu
  • C. Schimek, Verzeichniss der Handschriften des Stiftes Lilienfeld, in: Die Handschriften-Verzeichnisse der Cistercienser-Stifte 1, Wien 1891 [Xenia Bernardina II,1], 481–561, hier 535;
  • A. Haidinger, , F. Lackner, Die Handschriften des Stiftes Lilienfeld. Anmerkungen und Ergänzungen zu Schimeks Katalog, in: Codices Manuscripti 18/19 [1997], 49–80, hier 55
) und München, BSB, Clm 18207, 112r–176v (aus dem Kloster Tegernsee, dazu München BSB 4,3, 143).
Provenienz der Handschrift: Obwohl entsprechende Vermerke oder Benutzerspuren fehlen, dürfte die Hs. Matthias Flacius gehört haben.
Erwerb der Handschrift: Zusammen mit der übrigen Bibliothek des Matthias Flacius am 20.4.1597 von Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Lüneburg erworben, 1614 im Gesamtkatalog von Liborius Otho (Cod. Guelf. A Extrav., p. 299 [294]) gemäß seinem Titelvermerk unter Nr. Z 7 der Papalia miscellanea nachgewiesen: Fragmenta in Cantica Canticorum, ist hinden was weggeschnitten. Seit 1618 in der Universitätsbibliothek Helmstedt, 1644 im Helmstedter Handschriftenkatalog (Cod. Guelf. 27.2 Aug. 2°, 13r) als Fragmenta in Cantica, in membrana, hinten defect unter den Theologici MSSti in quarto beschrieben. Die beiden Katalogeinträge lassen darauf schließen, dass der erste Quaternio mit dem Textbeginn mindestens bis ins 17. Jh. noch vorhanden war. Im Handschriftenverzeichnis von 1797 (BA III, 52) unter Nr. 640 genannt.
Inhalt:
  1. 1rv Vorsatz (siehe oben).
  2. 2r9v Angelomus Luxoviensis: Enarrationes in Cantica Canticorum (fragmentum). (Text setzt ein) … Joannes intelligit proprie qui ecclesie post oscula sacramenti predicti plenissima verba sunt propinati … — … in nulla adulatione schismaticorum ubi si transplantatus fuerit aliquis deceptus perversitatis sue fama deperit arefactus. Hec profecto intelligens … (Text bricht ab). Der Text ist durch den Verlust von vermutlich drei Lagen (ein Quaternio vor und zwei weitere nach der erhaltenen Lage) fragmentiert. Dieser Überlieferungszeuge ist bislang unbekannt.
    Druck
    • PL 115, 551–628, hier 566D–583D.
    Literatur
Bibliographie

Korrekturen, Ergänzungen:
  • Manuscripta Mediaevalia Objektnummer hinzugefügt (schassan, 2019-08-20)
  • Normdaten ergänzt bzw. korrigiert. (schassan, 2015-09-04)

Abgekürzt zitierte Literatur

CALMA C.A.L.M.A. Compendium auctorum latinorum medii aevi, hrsg. von M. Lapidge u. a., Bd. 1–, Firenze 1999–
Chevalier Repertorium hymnologicum. Catalogue des chants, hymnes, proses, séquences, tropes en usage dans l'église latine depuis les origines jusqu'à nos jours, Bd. 1–6, ed. par U. Chevalier, Louvain u. a. 1892–1921
CSLG Clavis scriptorum latinorum medii aevi. Auctores Galliae (735–987), Bd. 1–, hrsg. von M.-H. Jullien, Turnhout 1994– (Corpus Christianorum. Continuatio Mediaevalis)
Heinemann O. von Heinemann, Die Helmstedter Handschriften, Bd. 1–3, Wolfenbüttel 1884–1888, Nachdruck Frankfurt/M. 1963–1965 (Kataloge der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, Die alte Reihe 1–3)
München BSB 4,3 C. Halm, F. Keinz, G. Thomas, W. Meyer, Catalogus Codicum Latinorum bibliothecae Regiae Monacensis, Bd. 4,3: Clm 15121–21313 complectens, München 1878
PL Patrologiae cursus completus. Series Latina, Bd. 1–221, hrsg. von J. P. Migne, Paris 1844–1865
PRG Le pontifical romano-germanique du dixième siècle, Bd. 1–3, hrsg. von C. Vogel und R. Elze, Città del Vaticano 1963–1972 (Studi e testi 226, 227, 269)
Scholla A. B. H. Scholla, Libri sine asseribus. Zur Einbandtechnik, Form und Inhalt mitteleuropäischer Koperte des 8. bis 14. Jahrhunderts, Leiden 2002
Stegmüller RB F. Stegmüller, Repertorium biblicum medii aevi, Bd. 1–11, Madrid 1950–1980

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