Hieronymus, In Ieremiam prophetam libri VI
Weißenburg, Benediktinerkloster — um 825
Provenienz: 1r Benediktinerkloster Weißenburg, Besitzeintrag: Codex sanctorum Petri et Pauli apostolorum in Wißenburg (ehemals Spiegel des Vorderdeckels). 2r Weißenburger Signaturenbuchstabe: .C. (14. Jh.). In Majuskeln am oberen Blattrand Ieronimus super Ieremiam. VI s(olidi) (15. Jh.). Die Handschrift gelangte über Heinrich Julius von Blum 1690 in den Besitz des Herzogs Anton Ulrich von Braunschweig.
Pergament — 132 Bl. — 28,5 × 23 cm
Lagen: III+1 (7). Iv (15). V (25). 9 IV (98). III (104). 3 IV (128). II (132). Lagenbezeichnungen in römischen Zahlen mittig am unteren Blattrand I-XVII. Neuere Tintenfoliierung (Bl. 102–110 doppelt gezählt), daher: Bl. 1–110 neuere Tintenfoliierung, Bl. 111–132 neuere Bleistiftfoliierung. Schriftraum: 22,5 × 18 cm, einspaltig, 30 Zeilen. Karolingische Minuskel von mehreren Händen. Incipits und Explicits der Bücher in roten und/oder schwarzen, zeilenweise farbig wechselnden Überschriften in Capitalis rustica oder Capitalis quadrata. Zitatenzeichen.
Roter Ledereinband (Nigerziegenleder; Neubindung 1969).
INHALT
2r–131v : In Ieremiam prophetam libri VI ( 59, 11–405, 7; Siegfried Reiter in den Prolegomena zu 59, 60, 81; 24, 679–900). 132r–132v Officium exceptis lectionibus de sancta Maria Magdalena. Gesangsteile, mit Neumen. Beginnt mit der Vesperantiphon ( 206081). Es folgen Invitatorium, Antiphonen, Responsorien und Versikel zu den drei Nokturnen und Laudes. 132v Hymnus ( 50 Nr. 268).
AUSSTATTUNG
2 Initialen.Initialen: Zu Buch V (90r; 2,2 cm; Abb. 293) und zu Buch VI (113r; 4,5 cm) jeweils eine Hohlinitialen. Die Initiale auf 90r ist unverziert. Im Binnenfeld die Buchstaben AM. Auf 11v die Initiale mit ungelenk gezeichneten, doppelt konturierten Palmetten im Binnenfeld. An Fäden hängend, zwei Kleeblätter. Als Stammfüllung eine Schnallenverzierung. 2r zum Textbeginn eine farbig hinterlegte Initialmajuskel.
Farben: Rote und schwarze Schreibfarbe. Das Binnenfeld der Initialsmajuskel auf 2r orange gefüllt.
STIL UND EINORDNUNG
B. Bischoff und H. Butzmann geben die Handschrift nach Weißenburg, bei leicht differierender Datierung (, 188: Mitte 9. Jh.; , Nr. 7400: (1.)/2. Viertel 9. Jh.). Der spärliche, sehr allgemeine Buchschmuck lässt keine ausführlichen Stilvergleiche zu, jedoch finden sich sowohl für die Schnallenverzierung (51 Weiss., 11v; vgl. u.a. 14 Weiss., 1v; 4 Weiss., 220v) als auch für die an Fäden hängenden Kleeblätter (51 Weiss., 11v - vgl. 49 Weiss., 1v) Parallelen im Weißenburger Skriptorium. Letztere besonders bei den Handschriften der sogenannten Waldmann-Gruppe (vgl. 62 Weiss., 10.11. Aug. 4°, 61 Weiss., 46 Weiss., 4 Weiss., 19 Weiss., 20 Weiss., 37 Weiss., 63 Weiss. und 44 Weiss.).
, Nr. 4135 (Heinemann Nr.). — , 707. — , 188. — , 134, 136. — , Bd. 1,1.2, 824. — , Nr. 7400. — , 361.
Beschreibung erstellt im Rahmen des Projektes Katalogisierung der illuminierten Handschriften der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel Teil I (6.–11. Jh.).