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Beschreibung von Cod. Guelf. 73 Weiss.
Die illuminierten Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil 1: 6. bis 11. Jahrhundert, beschrieben von Stefanie Westphal (in Bearbeitung)

Augustinus, Varia opera et epistulae

Fulda, Benediktinerkloster — um 850

Provenienz: 1r Benediktinerkloster Weißenburg, Besitzeintrag: Codex monasterii Petri et Pauli apostolorum in Wißenburg. 2r Weißenburger Signaturenbuchstabe: .F. (14. Jh.). Für das 10. Jh. in Weißenburg belegt (I* Nachblatt: Sakramentarfragment von einer Weißenburger Hand aus dem 2. Drittel des 10. Jh., s.u.), für das 9. Jh. nicht auszuschließen (vgl. Flechtband Blindzeichnung auf 1r). Die Handschrift gelangte über Heinrich Julius von Blum 1690 in den Besitz des Herzogs Anton Ulrich von Braunschweig. Wiener Liste 4°7 (Butzmann Weißenburg, 3–18).

Pergament — 95 Bl. — 25 × 17,8 cm

Lagen: 10 IV (80). VI-3 (89). IV-2 (95). I* Nachblatt (ungezählt). Neuere Tintenfoliierung. Feuchtigkeitsspuren auf den letzten Blättern. Schriftraum: 20 × 13,5 cm, einspaltig, 27 Zeilen. Karolingische Minuskel von mehreren Händen. Eine der Hände auch in 86 Weiss. I* Nachblatt: Sakramentarfragment von einer Weißenburger Hand aus dem 2. Drittel des 10. Jhs. Teilrekonstruierte Handschrift TH 1, zugehörige Fragmente in 148 Gud. lat. (Vorsatzblatt) und 75 Weiss. (2 Streifen, hintere Einbandmakulatur). Zu den Fragmenten vgl. Hoffmann Schreibschulen Südwesten, 306, 315, 316. Textüberschrift in roter und tintenfarbiger Capitalis rustica. Unverzierte, tintenfarbige Federinitialen zu Beginn der Textpassagen.

Roter Ledereinband (Nigerziegenleder; Neubindung 1964).

INHALT

1r Inhaltsverzeichnis. 1v–29v Augustinus: De fide et operibus (PL 40, 197–230; CSEL 41, 35–97; Kurz 5/1, 120; CPL 294). 29v–45r Augustinus: De cura pro mortuis gerenda (PL 40, 591–610; CSEL 41, 621–660; Kurz 5/1, 77, 78; CPL 307). 45r–61r Augustinus: De continentia (PL 40, 549–572; CSEL 41, 141–185; Kurz 5/1, 75 ; CPL 305). 61r–72r Augustinus: De duabus animabus (PL 42, 95–112; CSEL 25, 1, 51–80; Kurz 5/1, 45; CPL 317). 72v–85v Augustinus: Epistulae. 72v–74r Epistula 25. Paulinus Nolanus ad Augustinum. Ep. 4 (PL 55, 101–105; PL 61, 164–167); 74r–77r Epistula 27. Ad Paulinum (PL 55, 107–111; CSEL 54, 1, 95–102); 77r–85v Epistula 164. Ad Evodium (PL 33, 709–718; CSEL 44, 521–541). 85v–88v Interrogationes vel Responsiones. 93v–95r Hieronymus: Ep. 2 Ad Eustochium, Auszüge aus cap. 29 und 50 (PL 22, 415–417). 95v leer.

AUSSTATTUNG

1 Initiale. 1 Blindzeichnung und 1 Randzeichnung (Nachträge).

Initiale: Auf 72v zum Textbeginn eine unkolorierte Federinitiale. Im Binnenfeld als Initialstammendung ein Fabelwesenkopf mit zurückgebogenen Schnabelenden (Entenschnabel), in den Initialkörper beißend. 1,7 cm. Abb. 76.

Blindzeichnung und Randzeichnung (Nachträge): Auf 1r ein Initialendbandgeflecht mit seitlich anschließendem Bogen als Skizze (Blindzeichnung; 10 × 9 cm; Abb. 77). 59r Auf dem seitlichen Blattrand eine gestielte Palmette (3 cm).

Farben: Initiale und Randzeichnung in Tintenfarbe.

STIL UND EINORDNUNG

Die Handschrift wird von B. Bischoff paläographisch nach Fulda gegeben und um die Mitte des 9. Jh. datiert (Bischoff Katalog 3, Nr. 7418). Der spärliche Initialschmuck mit dem Fabelwesenkopf gliedert sich in das Formenspektrum des Fuldaer Skriptoriums und findet sich in weiteren Handschriften aus deutsch-insularen Schulen. Vorbilder stammen aus dem südenglischen Raum (Zusammenstellung der Beispiele vgl. 496a Helmst.). Die Flechtbandblindzeichnung auf 1r zeigt die Skizze eines Initialendgeflechts, wie es in karolingischen Schulen gebräuchlich ist. Die auffällig spitz zulaufenden unteren Enden des Geflechts (1r) begegnen u. a. in Weißenburger Handschriften des 9. Jh. (vgl. 48 Weiss., 20r und 77 Weiss., 1v), so dass die Skizze eine Weißenburger Hinzufügung bereits aus diesem Zeitraum sein könnte.

Butzmann Weißenburg, 223–225. — Lesne, 707. — Kurz 5/2, 530. — Gugel, 81. — Kleiber Otfrid von Weißenburg, 134, 146 Anm. 665. — Krämer, Bd. 1,1.2, 824. — Bischoff Katalog 3, Nr. 7418.


Beschreibung erstellt im Rahmen des Projektes Katalogisierung der illuminierten Handschriften der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel Teil I (6.–11. Jh.).
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