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Beschreibung von Cod. Guelf. 75 Weiss.
Die illuminierten Handschriften der Herzog August Bibliothek. Teil 1: 6. bis 11. Jahrhundert, beschrieben von Stefanie Westphal (in Bearbeitung)

Amalarius Metensis, Liber officialis

Weißenburg, Benediktinerkloster — 11. Jh., Anfang

Provenienz: 1r Besitzeintrag des Benediktinerklosters Weißenburg: Codex sanctorum Petri et Pauli apostolorum in Wyssenburg. Darunter Codex sanctorum Petri et Pauli apostolorum in Wissenburg + Et continet expositiones diversorum rituum misse et psalterium Hyronimi etc. (16. Jh.). 110r Schreibereintrag Has iam scripturas Abbatis sancta voluntas Gerrici que Petro tradidit Altithrono (Der Wille des Abts und des Gerricus hat diese Schriften dem hochthronenden Petrus überreicht; Übersetzung: Hoffmann Schreibschulen Südwesten, 315). Laut Schreibereintrag (110r) wurde die Handschrift unter Abt Gerricus geschrieben. In Weißenburg sind zwei Äbte mit diesem Namen für das 10. Jh. belegt. Abt Gerricus I. (amt. 960–964) und Abt Gerricus II. (amt. 989–1001; gest. 1007). H. Hoffmann favorisiert aus paläographischen Gründen und aufgrund der Tatsache, dass ein zweiter Abt erwähnt wird, Abt Gerricus II. Er datiert die Handschrift in die Zeit, zu der Abt Gerricus bereits abgedankt hat (1001–1007).2r Weißenburger Signaturenbuchstabe: .I.? (14. Jh.). Wiener Liste 4°23 (Butzmann Weißenburg, 3–18).

Pergament — 122 Bl. — 24 × 18,5 cm

Lagen: 12 IV (96). V-1 (105). III-2 (109). IV 117. II+1 (122). Zwei Schutzblätter (vorne unnummeriert, hinten gezählt als Bl. 122) sind Fragmente eines Breviers, aus derselben Handschrift wie Bl. 1 in 60 Weiss. (Brevierfragemnte von einer Weißenburger Hand aus der 2. Hälfte des 11. Jhs.; teilrekonstruierte Handschrift TH 4) Hinten in der Handschrift befinden sich zwei eingelegte und mit Fäden befestigte Streifen Einbandmakulatur (Sakramentarfragment von einer Weißenburger Hand aus dem 2. Drittel des 10. Jhs.; teilrekonstruierte Handschrift TH 1; zugehörige fRagmente in 148 Gud. lat. und 73 Weiss.). Neuere Tintenfoliierung. Schriftraum: 20,5 × 13,5 cm, einspaltig, 27 Zeilen. Karolingische Minuskel von mehreren Händen. Hoffmann Schreibschulen Südwesten, Bd. 1, 315 identifiziert 9 Schreiberhände (A-I). Hand A: 1v–106v. Hand B: 107v Z. 2–8. Hand C: 107v Z. 9–108v. Hand D: 109r. Hand E: 109v–110r (ohne Gerricusverse); 119r Z. 20–120r Z. 5. Hand F: 110v Z. 1–3 (neumiert). Hand G: 110v Z. 4–119r Z. 19. Hand H: 120r Z. 6–17. Hand I: 120v–121v. Datierung der Hände nach Hoffmann: um 1000 (Hand A); 11. Jh., Anfang (B und C; B mit der Hand A von 11 Weiss. identisch?); 11. Jh., 2. Drittel (D, G, H und I). Hoffmann Schreibschulen Südwesten, 315f. Überschriften rubriziert, in Capitalis rustica und Minuskel. 2–3zeilige rote Initialbuchstaben. Im Text einige Satzmajuskeln rot gefüllt. Schreiberinschrift (Distichon) auf 110r in Capitalis quadrata, zeilenweise rot-schwarz wechselnd.

Roter Ledereinband (Nigerziegenleder; Neubindung 1969). Alter Einband und Reste aufbewahrt.

INHALT

1v–17v Amalarius Metensis: Ecloga de ordine romano (PL 105, 1315–30; PL 78, 1371–80; Hanssens 3, 229–64). 17v–19r Amalarius Metensis: Epistula 14 (MGH Epp. 3, 273–74; Hanssens 3, 269–71). 19r–24r De sacramentis ecclesiae. 24r–25v Glosae super Paenitentiale. 25v–91r Amalarius Metensis: Liber officialis Retractatio II., lib. I-III, cap. 23 (Kurzfassung; PL 105, 994–1139; Hanssens 2, 26–337). 91r–93r Expositio super Dominicam orationem. 93r–93v Maximus Taurinensis: Homilia 83 (PL 57, 433). 93v–95r Explanatio symboli cuiusdam per interrogationem et responsionem. 95r–98v Commentarius Fortunati in symbolum Athanasianum (zum Text vgl. Butzmann Weißenburg, 228). 99r–102v Amalarius Metensis: Liber officialis Retractatio II., lib. III, cap. 35–38, 40, 44 (Kurzfassung; PL 105, 1154–64; Hanssens 2, 367ff.; CALMA 1, 197–199). 102v–106v Glossa super Alcuini epistula 134 (MGH Epp. 2, 202). 107r leer. 107v–109r Gregorius I papa: Decretum (Mansi, 10, 485–87; PL 77, 1340–42). 109r–109v Orationes. 110r Distichon et orationes. 110v–115r Hymnus in Iohannem Baptistam et Breviarium psalterii. 115r–120r Orationes in versus psalmorum. 120r Oratio sancti Isidori. 120v–121v Ordo Romanus VII (PL 78, 1380 und 983–84).

Wolfenbüttel Weiss., Nr. 4159 (Heinemann Nr.). — Butzmann Weißenburg, 226ff. — Kleiber Otfrid von Weißenburg, 134. — Hoffmann Schreibschulen Südwesten, 296–298, 306, 308, 313, 315f.


Beschreibung erstellt im Rahmen des Projektes Katalogisierung der illuminierten Handschriften der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel Teil I (6.–11. Jh.).
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