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Beschreibung von Cod. Guelf. 83 Noviss. 4°
Beschreibung 2014 erstellt von Janne van der Loop im Rahmen eines Bibliothekspraktikums an der HAB.
Handschriftentitel: Mittelniederdeutscher Psalter. Lieder. Offizien.
Entstehungsort: Hildesheim, Benediktinerkloster St. Michael
Entstehungszeit: 1440–1450
Beschreibstoff:
  • Papier
  • Wasserzeichen: Ochsenkopf mit Augen und Nasenlöchern, darüber einkonturiger Stern: Piccard-Online 75894 (1441), 75811, 75897, 75804 (sämtlich 1442), 75940, 75920 (beide 1443, zwei weitere Typen nicht nachweisbar). Ochsenkopf mit Augen und Nasenlöchern, darüber einkonturiger Stern, Stange über Kreis im Kopf: 76978 (1443). Ochse, zweikonturige Hörner (zwei Typen, nicht nachweisbar).
Umfang: 238 Blatt
Format: 28,5 × 20,5 cm
Seitennummerierung: Die Blätter sind zwei Mal foliiert, einmal in der Mitte oben und einmal rechts oben, beide Zählungen sind lückenhaft. Moderne Bleistiftfoliierung ab Blatt 180.
Lagenstruktur: 19 VI (228). 1 V (238).
Zustand: Blatt 238 ist nur 13 x 8,5 cm groß.
Seiteneinrichtung: 20,5 × 14 cm, zweispaltig, 36–40 Zeilen.
Hände: Bastarda. Die Handschrift ist von zwei Händen geschrieben worden. Die erste Hand hat 1r–235v geschrieben, die zweite Hand 236v–238v.
Spätere Ergänzungen: Vorderes Vorsatz recto: Eigentumsvermerk des Klosters St. Michael in Hildesheim und Federproben.
Einband: Spätgotischer Einband (Holzdeckel mit Leder überzogen) mit zwei Schließen.
Entstehung der Handschrift: Benediktinerkloster St. Michael in Hildesheim. Auf dem Vorsatz (geschwärzt): Liber Sancti Michaelis … Hildensem
Provenienz der Handschrift: Besitzervermerk von Conradus Opilionis auf dem hinteren Vorsatz, Cord (der) Schaper gehört zu einer Hildesheimer Familie. Vgl. R. Doebner, Urkundenbuch der Stadt Hildesheim, Hildesheim 1896, Bd. 6, 330.
Erwerb der Handschrift: Die Handschrift wurde 1990 von der HAB erworben.
Inhalt:
  1. 1r–212r Psalterium (lat. und mndt.). (1r–2r) Prolog. Hyr beghynnet alzo de lerere segghen eyn bok van deme love godes mit vrolikem dincken vnnd myt ghesanghe den eyn iowelk mynsche schal habben van bekantnisse ewigher dingk. Hir beghynnet eyn eynsame rede des hilgenn gheystes van christo … — … Dat ander dat is meyne beide cristen vnnd ioden vnnd is ghetoghen vte der byblien. Dat dridde beghyn dat is in eynen gheystliken synne de alleyne evene kumt christe vnnd syne ledematen in der craft des hilghen gheystes.
    Vor der jeweiligen Psalmenübersetzung befindet sich eine Psalmenerklärung, die auf Kreise der Mystik zurückweist. Die Psalmübersetzung ist versweise, zweisprachig (lat. und mndt.) und mit Kommentar.
  2. 2r Erklärung Psalm 1. Dvsse erste salme de en heft neyn sunderlik ambeghyn in deme iodeschen. Wente he is van christo de aller creaturen eyn begheyn is ane ambeghyn … — … vppe dat alle de wysbildet syn in orer sele van sunden vnser ersten elderen vnd ores suluen dat de van christo weder bildet werde vnd vornyget. Wente cristus eder de cristeheit edder eyn iowelk ledemate christi spreket aldus.
  3. 2v–212r Psalmübersetzung. >Beatus vir qui non abiit in consilio impiorum et in via peccatorum non stetit et in cathedra pestilentiae non sedit<. Salich is de mynsche de nicht van godde ghetreden is in deme rade der bosen gheiste vnnd boser lude vnnd de in deme weghe der sundere nicht bestan heft myt vulbort vnnd myt werken vnd in deme stole der bosen bilde vnde boser wonheit nicht geseten en heft … — … Lovet domine mit wollud enden clokken mines mundes dede bewysen inwe inwendigen vroude van godde alle geyste beyde enghelsche vnnd mynschlike geyste de schullen dem herren loven ewichliken. Rote Initialen, rote Lombarden, Psalmtexte auf Latein sind rubriziert. Vgl. Schöndorf. 113f. Für ähnliche Texte vgl. Walther 644 (mit einer Textprobe aus Psalm 1 und 15).
    Textgeschichte: Textidentisch mit Cod. Guelf 81.10 Aug 2°.
    Literatur
    • K.E. Schöndorf, Die Tradition der deutschen Psalmübersetzung. Untersuchungen zur Verwandtschaft und Übersetzungstradition der Psalmenverdeutschung zwischen Notker und Luther, Köln 1967, 113–122;
    • W. Walther, Die deutsche Bibelübersetzung des Mittelalters, Braunschweig 1889–1892, 644, 684–698 (Nr. 27 und 28).
  4. 212r–222v Cantica veteris testamenti (mndt.). Dyt het eyn sank ysaye des propheten. Dusse sangk is eyn vroude vnses danken vnd eyn gheystlik loff dat dry gevleye wisschuet … — … Here du bist ghebendiget in deme firmamente des hymmels vnd lovelik vnnd vul ere ewichliken. Rote Initialen, rote Lombarden, Liedtexte auf Latein sind rubriziert. Ungedruckt. Vor der jeweiligen Liedübersetzung befindet sich eine Erklärung.
    Literatur
  5. 222v–223r Te deum (mndt.). Dyt het eyn loff des ewighen vredes … — … Here ik hebbe stedes in dij ghehopet lath my io nicht vorstort werden vnnd vorgan ewichliken amen. Rote Initiale, rote Lombarden, Verse auf Latein sind rubriziert.
    Literatur
    Ungedruckt. Vor der Übersetzung befindet sich eine Erklärung.
  6. 223r–225r Cantica novi testamenti (mndt.). Dyt het eyn sank zacharie Sacharias dat spreket eyn dechtnisse des heren. Wente dusse sank bewiset wi god bedachte dat mynschlike slechte to losende des he vorghetten hadde … — … De eyn licht is der openbaringhe dynes mynen volkes vnnd de ewighen ere alle dyner lovighen beschowere. Rote Initialen, rote Lombarden, Liedtexte auf Latein sind rubriziert. Ungedruckt. Vor der jeweiligen Liedübersetzung befindet sich eine Erklärung.
    Literatur
  7. 225r Paternoster (mndt.). Pater noster qui es in celis. Vader vnse de du ist in den hymmelen ghehilghet werde din name. Ungedruckt.
  8. 225r Ave Maria (mndt.). Ghegrotet sistu maria vul gnade de here is myt dij. Ungedruckt.
  9. 225r–225v Symbolum apostolicum. Dyt het eyn to sammende stucket love der apostele … — … Ik love in dat ewighe leuent amen. Rubriziert, rote Lombarden Ungedruckt. Mit Angaben, welcher Apostel was gesagt hat. Vor dem Symbolum Apostolicum befindet sich eine Erklärung.
  10. 225v Symbolum apostolicum. Dvsse twolf stucke des loven brochten se vppe eynen loven to samende vnde spreken aldus. Credo in deum patrem omnipotentem … — … vnde in dat weighe levent amen. Ungedruckt. Am Stück.
    Literatur
  11. 225v–226r Symbolum Nicaenum (mndt.). >Da der tid dat de apostele eyndrachtighen predigheden over alle de werlt dusse twolf stucke vnses hilghen loven<. Credo in unum deum. Ik love mynen god den alweldighen vader de eyn schripper is hymmelrikes vnde ertrikes … — … des ewighen levendes der to komende werlt amen. Rote Initialen, rote Lombarden. Ungedruckt. Vor dem Nicaenum befindet sich eine Erklärung.
  12. 226r–228r Symbolum Athanasianum (mndt.). >dyt het cristenlove. Dussen loven makede sunte Anastasius de bischop to alexandria<. Quicumque vult salvus esse ante omnia opus est ut teneat catholicam fidem. Welk mynsche dede wil salich wesen deme is aller dinghe des nod dat he holde … — … de des nicht vaste vnde truweliken lovede de en mochte nicht salich werden. Rote Initialen, rote Lombarden. Ungedruckt. Vor dem Symbolum Athanasianum befindet sich eine Erklärung.
    Literatur
  13. 228r–229v Kyrie mit Litanei (mndt.). >Kyrieleyson<. Here vorbarme dij over vnsen yammerliken denst … — … Here twide myn bed vnde lath myn ropent komen vor den antlat. Rote Initialen, rote Lombarden. Ungedruckt. In der Litanei findet man Engel und Erzengel, Apostel, die Kirchenväter, Märtyrer und Jungfrauen. Spezifische Heilige einer Diözese fehlen.
  14. 229v–229v Kollekten (mndt.). >Collecta to dude.< Here bescherme dyne denere myt der hulpe dynes vredes … — … in der voreywighe des hilgen geystes eyn war god ewichliken. Amen. Rote Initialen, rote Lombarden. Ungedruckt.
  15. 229v–230r Vesper (mndt.). >Hir gheit an de vilie vespere vor alle lovige zele Placebo domino dilexi<. Ik schal deme heren wolbehaghen in deme weigen koningrike der levendigen … — … vormyddelst vnseme heren ihusus christo dynem sone de myht dij levet vnnd regneret in der vor eywige des hilghen gheystes eyn war god ewichliken. Amen. Rote Initialen, rote Lombarden. Ungedruckt.
  16. 230r–234r Officium mortuorum (mndt.). >Hir geyt an de meyne vilie vor alle lovighe zele<. Latet vns beden vor alle lovighe zele. Here ghif one de ewighen rouwe vnd lat one scyne din ewige licht … — … Here lose ore zele van der porten des afgrundes Here twide myne bede vnde lath myn ropent komen to dij. >Hir na les de collecten de in der zele vespere stan<. Rote Initialen, rote Lombarden. Ungedruckt.
  17. 234v–235v Register. Rote Initialen, rote Lombarden. Ungedruckt. – 236r leer, auf 236v steht geschrieben: Conradus Opilionis.
  18. 237r Peter von Arberg: Große Tageweise (mndt.). Nu stark vns got in unser not Ik bevele my here hute an dyn ghebot lath vns den dach myt gnaden overschijnen … — … Myt dynes geystes vure vorluchte here my lath my nycht to werden to dure dyn antlat … Here mylde christ. Ungedruckt.
    Textgeschichte: Auch in Cod. Guelf. 1189 Helmst., 113r–115r.
    Literatur
  19. 237v Christe qui lux es et dies (mndt.). Christe du bist dach vnde lycht vor dy so kan vorborgen nycht du vaderlike lecte glals[sic] lere vns den werth to der warheit gans … — … Vnses vaders macht des sones crafft des hylgen ghestes gude gunst got hebbe losch ere vnde werdicheyt dorch syne hylgen drevoldicheyt Amen. Der Normtext in der Liederenbank.nl ist Christus du bist dag en licht Voor dij en kan niemand. Darunter: Zu dem begine was dat wort vnd dat wort was bi gode vnd god was dat wort dat was in dies anbegine bi gode [Io 1,1-2].
    Textgeschichte: Auch in Cod. Guelf. 1189 Helmst., 109r und 110v, 115r–116r.
    Literatur
  20. 238r Gedicht (mndt.). Dat klene kynkyn dat sal mynnen herte lief laten … — … Also dar dat ghene ik yn to eyn nyge jar. Ungedruckt.
  21. 238v Christe qui lux es et dies (mndt.). Christus du bist dach vnde licht vor dy so kan verborgen nycht de vaderlike lychte glans … — … dusse nacht myt vreden syn. Ungedruckt. Nur erste und zweite Strophe des Lieds. Einige Federproben.
    Textgeschichte: Wie 237v.
Handschriftenteil: VS
Handschriftentitel: Graduale Sanctorale Antiphonen, Versikel und Responsorien zu Stephanus
Entstehungszeit: 13. Jh., 2. Hälfte
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: ein Blatt
Format: 28,5 × 20 cm
Seiteneinrichtung: Schriftraum 26 × 20 cm (beschnitten), noch 13 Zeilen.
Musiknotationen: Über jeder Textzeile ein Notensystem aus vier Linien, c-Linie rot, f-Linie gelb, mit diastematischen Neumen.
Handschriftenteil: Hinteres Vorsatz recto
Handschriftentitel: Peter von Arberg: Große Tageweise
Beschreibstoff: Pergament
Inhalt:
  • Hinteres Vorsatz recto Zwei Titelangaben: Dit bock het eijn bock aller dogheden; Dit is de psalter davydtestes; hinzugefügt ist: Anno domini m° d° jarx[sic].
  • Hinteres Vorsatz verso Peter von Arberg: Große Tageweise.
    Textgeschichte: Längere Fassung als auf 237r, siehe unten.
Handschriftenteil: HS
Handschriftentitel: Hymnar
Entstehungszeit: 13. Jh., 1. Hälfte
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: ein Blatt
Format: 28,5 × 20 cm
Seiteneinrichtung: Schriftraum 23,5 × 20 cm (beschnitten), noch 9 Zeilen.
Musiknotationen: Über jeder Textzeile ein Notensystem aus vier Linien, f-Linie rot, eine weitere Linie gelb, mit diastematischen Neumen.
Inhalt:
HS AH 50, Nr. 227, 4b–6b.

Korrekturen, Ergänzungen:
  • Lizenzangaben korrigiert (schassan, 2020-04-17)
  • Normdaten ergänzt oder korrigiert. (schassan, 2015-09-07)
  • Beschreibung der Fragmente in msPart neu gefaßt. (schassan, 2015-05-13)
  • 229v Kollekten auf den Tod verkürzt zu "Kollekten". (schassan, 2016-12-08)
  • 232v Auf Hinweis von Christina Ostermann von Nur erste Strophe des Lieds korrigiert zu Nur erste und zweite Strophe des Lieds. (schassan, 2016-12-08)

Abgekürzt zitierte Literatur

AH Analecta hymnica medii aevi, hrsg. von G. M. Dreves und C. Blume, Bd. 1–55, Leipzig 1886–1922, Registerbd. 1–2, hrsg. von M. Lütolf, Bern u. a. 1978
Bruin/Oosterman Repertorium van het Nederlandse lied tot 1600 = Repertory of Dutch songs until 1600, samengesteld door: M. de Bruin & J. Oosterman. Met medewerking van C. Strijbosch e.a., Gent, Amsterdam 2001 (Studies op het gebied van de cultuur in de Nederlanden 4)
CPL Clavis patrum Latinorum, hrsg. von E. Dekkers, Steenbrugge u.a. 31995 (Corpus Christianorum. Series Latina)
Piccard-Online Piccard-Online. Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, J 340 (http://www.piccard-online.de)
Stegmüller RB F. Stegmüller, Repertorium biblicum medii aevi, Bd. 1–11, Madrid 1950–1980

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