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Beschreibung von Göttingen, Staats- und Universitätsbibliothek, 8° Cod.Ms. philol. 187
Lukas Wolfinger: In Vorbereitung: Katalog der mittelalterlichen volkssprachigen Handschriften der SUB Göttingen, beschrieben von Lukas Wolfinger.
Handschriftentitel: Wirnt von Grafenberg
Entstehungsort: alemannisch
Entstehungszeit: 13. Jh., 2. H.
Katalognummer: Meyer-Sign. Philol. 187
Beschreibstoff: Pergament
Umfang: 2 Bl. (Fragm.)
Format: etwa 19 × 14 cm
8
Seitennummerierung: Bleistiftfoliierung modern: 1-2 (die Einbindung der beiden Bl. erfolgte offenkundig noch vor der genaueren Bestimmung des Textes, denn das erste Bl. enthält den im Text des Werkes später folgenden Textteil, das zweite hingegen den vorangehenden; um die korrekte Textordnung herzustellen, wurde deshalb, als die Textpassagen identifiziert waren, das erste der eingebundenen Blätter als Bl. 2 foliiert, das zweite als Bl. 1; die ursprüngliche Textfolge wurde damit allerdings noch immer nicht zur Gänze wiederhergestellt, da Bl. 1 mit der falschen Seite voran eingebunden ist und 1v demnach die frühere Textpassage enthält als 1r.
Lagenstruktur: Zwischen den beiden Fragmenten, die von derselben Hand bzw. aus derselben Handschrift stammen, muss eine ganze Reihe von Bl. fehlen, da die Textlücke zwischen ihnen umfangreich ist (V. 7958-9888; entspricht wohl 16 Bl.).
Zustand: Die beiden Bl. dienten nach der Makulierung der Ursprungs-Handschrift einem anderen Buch als Decke, zu diesem Zweck wurden sie an zumindest drei Seiten beschnitten; die Maße der ursprünglichen Bl. bzw. des Buchblocks sind demnach nur ungefähr zu erschließen (vgl. Schaaffs Ein Göttinger Wigaloisfragment, S. 298); deshalb Textverluste sowohl am oberen Rand als auch jeweils in der ersten Spalte der Recto- und der zweiten Spalte der Verso-Seite; am Rand und in der Blattmitte stark fleckig.
Seiteneinrichtung: Schriftraum: ca. 14 × 10,5 cm, 30 Zeilen
Hände: ; Text in regelmäßiger gotischer Buchminuskel von einer Hand geschrieben; zudem spätere Hinzufügungen
(1.: von frühneuzeitlicher Hand ist auf 1r der Titel bzw. die Inhaltsangabe des späteren Trägerbandes eingetragen, s. dazu unter Herkunft; 2.: wohl von Hand des 19. Jhs. auf 1v und 2r mit Tinte Wigalois und Versangaben zu den entsprechenden Textpassagen notiert; überdies sind Versangaben auch mit Bleistift auf den beiden Papierblatt-Teilen vermerkt, über die die Fragmente eingebunden sind).
Auszeichnungsschriften / Buchschmuck:

Die Fragmente sind rubriziert, speziell die ersten Buchstaben jeder Verszeile; Lombarden auf 1r und 2r (rot), auf 2v nicht ausgeführt (aber Platz gelassen und in Minuskel vorgeschrieben); die Verse einzeln abgesetzt.

Einband: Moderner Pappeinband; wohl im 19. Jahrhundert neu für die beiden Fragmente angefertigt, die an zwei moderne Papierblätter bzw. Blattteile angeklebt und über diese eingebunden wurden; auf dem VD aufgeklebt ein Papierschildchen mit der modernen Göttinger Signatur Cod. Ms. philol. 187, die mit Bleistift auch auf dem VS noch einmal eingetragen ist; ebd. auch aufgeklebt die Beschreibung von W. Meyer sowie das Formular Auch als Mikroform vorhanden unter Sign.: mit dem maschinenschriftlichen Eintrag MF/8° Cod. Ms. philol. 187.
Entstehung der Handschrift: Die Handschrift, aus der die beiden Bl. stammen, dürfte in der 2. H. des 13. Jhs. im alemannischen Raum entstanden sein. Für diese Herkunft spricht auch die weitere Geschichte der Blätter. Nach der Makulierung der Handschrift wurden sie für den Einband bzw. die Decke eines Buches verwendet, das laut dem Titeleintrag auf Bl. 1r folgende Werke enthielt: Catonis disticha moralia. Quoad graece. Apophthegmata seu dicta Graeciae Sapientium cum scholijs Erasmi (vgl. Seelbach - Seelbach Wirnt von Grafenberg, S. 9); damit kann dieses Buch nicht vor dem 16. Jh. entstanden sein.
Provenienz der Handschrift:
  • Zumindest um 1800 befand es sich im alemannischen Raum, nämlich im Besitz des Freiherrn Joseph von Laßberg (1770-1855) bzw. in seiner großen und an ma. Handschriften reichen Bibliothek;
  • Laßberg schenkte es samt den Fragmenten an Franz Joseph Mone (1796-1871), der diese dann im Jahr 1820 an Georg Friedrich Benecke (1762-1844; seit 1814 Prof. und seit 1815 Unterbibliothekar an der Georgia Augusta) weitergab (vgl. Mone Rez. Benecke, S. 475; Schaaffs Ein Göttinger Wigaloisfragment, S. 298; Seelbach - Seelbach Wirnt von Grafenberg, S. 9).
  • Benecke schenkte sie schließlich im Jahr 1828 an die Göttinger Universitätsbibliothek (vgl. Göttingen 1, S. 47).
Inhalt:
1v-2v Wirnt von Grafenberg: Wigalois. (vorangeklebt der Benutzerbogen);
  • (1v-1r) … burgtor … / … te vor. … — … … Dc wer en iem … / Ir mugent in …
  • (2r–2v) … enit (?) nicht./ … bieten … — … Da von si ouch den lip … / Ir ganze sinne si ouch …
Ed. (dieser beiden Fragmente): Schaaffs Ein Göttinger Wigaloisfragment, S. 298-305; zudem s. die Edition in: Wirnt von Grafenberg Wigalois, S. 177-180, V. 7839-7957 und S. 222-224, V. 9889-1008; Lit.: allgemein zum Autor, seinem Werk und weiterer Literatur siehe 2VL 10, Sp. 1252-1267; Fasbender Art. Wirnt von Grafenberg, Sp. 335-342 (hier Sp. 336 zum Göttinger Fragment); Fasbender Der 'Wigalois', S. 32, Nr. 12.
Bibliographie

Abgekürzt zitierte Literatur

2VL Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon, 12 Bde., hrsg. von K. Ruh u. a., 2., völlig neu bearbeitete Aufl., Berlin, New York 1978–2005, Ergänzungsbde.: Deutscher Humanismus 1480–1520. Verfasserlexikon, 3 Bde., hrsg. von F. J. Worstbrock, Berlin, New York 2005–2015
Göttingen 1 Die Handschriften in Göttingen, Bd. 1: Universitäts-Bibliothek: Philologie, Literärgeschichte, Philosophie, Jurisprudenz, beschrieben von W. Meyer, Berlin 1893 (Verzeichniss der Handschriften im Preussischen Staate, Abt. 1: Hannover, Bd. 1: Die Handschriften in Göttingen, Teil 2)

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