➨ Hinweis: Die Edition ist in Bearbeitung und daher nur eingeschränkt zitierfähig.
Zur Zeit sind Änderungen und Korrekturen am Text und in den Apparaten möglich.
Nach der endgültigen Veröffentlichung werden etwaige Korrekturen und Ergänzungen in einem Änderungsregister gelistet.
Der Konvent im Kloster Lüne an den Rat der Stadt Lüneburg
zwischen 1505 und 1529
Bitte um Rechtsbeistand — Request for legal assistanceKloster Lüne, Hs. 15, Lage 1, fol. 3r
Niederdeutsch
UB Lüne, Nr. 501; Germania Benedictina 11, S. 392
Joachim Moller ist durch den Konvent und den inzwischen verstorbenen Lüneburger Bürgermeister Cord Lange am Altar der hl. Elisabeth in der Sakristei von St. Johannis in Lüneburg als Vikar eingesetzt. Nun liegt ihm eine Vorladung bezüglich dieser Pfründe vor, weshalb er das Kloster um Hilfe angeschrieben hat. Da der Propst nicht anwesend ist und die Nonnen allein keine Unterstützung geben können, bitten sie den Lüneburger Rat, als Mitpatron der Pfründe, Moller rechtlichen Beistand zu gewähren.
The convent writes to the mayor and town council of Lüneburg in response to a request for assistance in a legal dispute from Joachim Moller, a former priest of the convent. The provost is currently away, so the convent writes to the council, which is currently the joint patron of the living of the altar of Saint Elisabeth in the Church of Saint Johannes in Lüneburg, a patronage previously held by the late Cord Lange, a former mayor. From 1412, the convent held the right of nomination to the benefice and the most senior (former) mayor held the right of presentation to it. The nuns cannot assist him in the provost’s absence, so they ask the council to intervene on Moller’s behalf.
Erßamen heren, wy hebben vorstan, wodane wys Joachim Moller, unsea olde truwe dener, wert ghemolestert und bemoget eyner citacien halven, syn leen1 andrepende heft, dar wy unnd her Cord Langhen,2 do he levede, so alze de oldeste borghermester ene mede besorghet hebben; heft uns de vorbenomede Joachim besent und eyn sodanen molestacien in claghen, so synen medepatronen vorstan laten, byddende, wy mochten unde wolden eme behulpeleck wesen in dessen dinghen unde by rechte beholden helpen; hebbe wy eme togesechtb unde ghelovet, wille wy myd alle unsem [L1f3v] vlite unde na unßem vormoghe gherne bystandich wesen.
So denne wy jn affwesendes unses werdighenc heren provestes hir in dessen unvorstendighen dinghen nichtes tobringhen moghen, iß unße demodighe bede to juw, gy wolden so alze medepatronen dessulfften lenes juw in dessen saken bekummeren unde densulfften Joachim, unßen olden truwen dener, by rechte beholden, wor he des van juwer erßamheyt iß begherende; so langhe unse werdighe here sick wedder ummevoghet, wille wy denne myd eme, he myd unß, juwer hir in dessen dinghen unsen [L1f4r] olden dener tom besten myd allem vlite behulplichd wesen etc.
Den erßamen, vorsichtighen heren borghermesteren unde radtmannen der stad Luneborgh, unsen besunderghen groten frunden, fruntliken ghescreven.
a in der Hs. vnde
b to ge in mg.
c folgt gestrichen heren
d folgt überschüssig behulplich
1 Gemeint ist hier eine Pfründe.
2 Die Priorin des Klosters Lüne und der älteste Bürgermeister der Stadt Lüneburg führen seit 1412 gemeinsam das Patronatsrecht am Elisabeth-Altar in St. Johannes in Lüneburg. Vgl. UB Lüne, Nr. 501; Germania Benedictina 11, S. 392: Das Vorschlagsrecht (ius nominandi) liegt bei der Priorin, das Präsentationsrecht (ius presentandi) beim ältesten Lüneburger Bürgermeister.